Petra Müller: einfache Lösung fürs alte Freibad

Von: Verena Müller
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Die Bundestagsabgeordnete Petr
Die Bundestagsabgeordnete Petra Müller (FDP) mit Bürgermeister Manfred Winkens (l.) und Norbert Sendke von der Stadtverwaltung bei der Besichtigung Wassenbergs. Foto: Verena Müller

Wassenberg. Manchmal ist es der Blick eines Außenstehenden, der weiterhilft, wenn man händeringend nach einer Lösung sucht. „Rückbau, Rasenfläche, abwarten”, lautet die überraschend einfache Antwort von Petra Müller (FDP, MdB) auf die Frage, was mit dem alten Freibad in Wassenberg passieren soll.

„Möglichst einfach, möglichst ohne Folgekosten.” Ganz außenstehend ist Petra Müller nicht, schließlich kennt sie die Gegend nicht nur aus Jugendjahren, sondern hat auch als Sprecherin für Stadtentwicklung in der FDP-Bundestagsfraktion einen geschulten Blick.

Am Dienstag war sie zum ersten Mal offiziell in Wassenberg, nachdem sie über die ortsansässigen Liberalen erfahren hatte, dass es bei der Stadtkernsanierung die eine oder andere Schwierigkeit gibt.

Mit Vertretern von Politik und Verwaltung ging sie nun also durch den Ort, um sich ein genaueres Bild zu machen und Lösungsvorschläge zu machen. Mit im Gepäck: zwei Programme, die für die Stadt von Nutzen sein können. Eines davon ist ihr „Baby” wie sie nicht ohne Stolz erzählte. Dabei handelt es sich um die „Energetische Stadtkernsanierung”, die vor der Sommerpause den Bundestag passiert hat. 150 Millionen Euro Anschubfinanzierung sind bewilligt, um städtebauliche Projekte zu finanzieren, die nicht nur möglichst alternative Energien miteinbeziehen, sondern auch familienfreundlich sind und Barrierefreiheit garantiert. Beispiel: emissionsarmer ÖPNV oder neue Stadtbeleuchtung. Den fertigen Ratsantrag hat Müller gleich mitgebracht und an Ratsmitglied Dr. Susanne Beckers übergeben.

Besonders reizvoll an dem Programm ist, dass komplett über die KFW finanziert wird - die Stadt muss also keinen Cent beisteuern. Außerdem erhält sie ihren persönlichen „Kümmerer”, der von Anfang an beratend zur Seite steht. „Bislang sind erst zwei, drei Anträge eingegangen”, sagte Petra Müller. Eine Förderobergrenze gebe es nicht, nur eine Untergrenze von 6000 Euro.

Wiederbelebung der Zentren

Das zweite Programm, das die Abgeordnete dabei hatte, trägt den Titel „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren”, hier muss die Kommune allerdings ein Drittel der Kosten selbst tragen. Wesentliche Ziele der Maßnahme sind die Wiederbelebung von Zentren, die Vermeidung von leerstehenden Ladenlokalen und die Sicherstellung der Versorgung der Anwohner - für die Graf-Gerhard-Straße in Wassenberg also wie maßgeschneidert. „Jetzt, wo wir einen Zeitrahmen haben, in dem die Wassenberger Innenstadt autofreier wird, müssen wir anfangen zu überlegen, wie sie aufgewertet werden kann”, sagte Müller mit Blick auf die Baumaßnahmen B221 und L117.

Wo die Probleme liegen, zeigte sie beim Gang durch die Durchfahrtsstraße gleich auf: „Hier: Da will doch kein Fußgänger langgehen!”, sagte sie und wies auf einen sehr schmalen Gehwegabschnitt. Keinen halben Meter daneben rauscht ein Linienbus an der Abgeordneten vorbei. „Da hab ich vielleicht ne Lösung für Sie”, hatte sie eben noch im Rathaus versprochen und wurde vor Ort konkreter: Die Straße zurückbauen, die Gehwege breiter machen.

Insgesamt sei ihr „Gesamteindruck toll”, von der Stadtkernsanierung, aber vor allem vom Engagement vor Ort. Am Freibad setzt Müller auf die Kreativität der Wassenberg: Die Bürger würden aus der Rasenfläche von selbst machen, was ihren Bedürfnissen an diesem Ort am ehesten entspricht. Vielleicht im Sommer grillen oder Volleyball spielen. Die Plattenumrandung könne sogar bleiben.

Bürgermeister Manfred Winkens und Norbert Sendke, kommissarischer Leiter des Bauamts, widersprachen Müllers Ausführungen nicht, nahmen die Anregungen offensichtlich dankbar auf. Die Energetische Stadtsanierung stieß ganz offensichtlich auf das größte Interesse. Der Antrag muss nur noch eingereicht werden.
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