Kreis Heinsberg - Pendler im Kreis Heinsberg: 80 Kilometer zwischen Heimat und Job

Pendler im Kreis Heinsberg: 80 Kilometer zwischen Heimat und Job

Von: Kristina Toussaint
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Pendler Heinsberg
Aus- und Einpendler in den Kreis Heinsberg. Grafik: ZVA/Thomas, Quelle: Bundesagentur für Arbeit

Kreis Heinsberg. Ein neuer Pendleratlas der Agentur für Arbeit zeigt, wie mobil die Menschen in der Region sind: Von 87.844 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten, die zwischen Juni 2015 und Juni 2016 im Kreis Heinsberg wohnten, arbeiteten 38.113 nicht in ihrem Wohnort – 43,4 Prozent pendelten also täglich für den Job in einen anderen Kreis.

„Der Kreis Heinsberg bietet jedoch auch selbst ein großes Angebot an attraktiven Arbeitsplätzen“, betont Klaus Jeske, Sprecher der Agentur für Arbeit Aachen-Düren.

Rund ein Viertel der gut 66.000 im Kreis Beschäftigen wohnten in einem anderen Kreis, knapp 16.500 Arbeitnehmer waren also „Einpendler“ in den Kreis Heinsberg. Aus „Ein-“ und „Auspendlern“ ergibt sich ein Pendlersaldo von 21.665. Ein Zahlenverhältnis, das sich im Vergleich zur vorausgegangenen Erfassungsperiode nicht gravierend verändert hat: Mitte 2015 lag der Pendlersaldo bei etwa 22.000. „Die Gesamtzahl der Arbeitnehmer ist aber gestiegen – sowohl derer, die im Kreis wohnen, als auch die der Ein- und der Auspendler“, sagt Jeske.

Im Pendleratlas ist eindeutig abzulesen, welcher der stärkste „Austauschkreis“ ist: Mehr als ein Viertel der Heinsberger, die nicht im Heimatkreis arbeiten, fahren jeden Tag in die Städteregion. Zugleich kommen von dort 30 Prozent der „Einpendler“, die ihr tägliches Brot im Kreis Heinsberg verdienen. Zweitbeliebteste Tagesstrecke ist die zwischen dem Kreis Heinsberg und Mönchengladbach. Knapp 20 Prozent der pendelnden Heinsberger arbeiten hier, und 17 Prozent der Einpendler kommen aus Mönchengladbach.

Während die Kreise Viersen, Düren und der Rhein-Kreis-Neuss aufgrund ihrer Lage in der Nachbarschaft verständlicherweise einen hohen Pendleraustausch aufweisen, nehmen bemerkenswert viele Heinsberger Pendler relativ lange Wege zum Arbeitsplatz auf sich: 3370 Arbeitnehmer (8,8 Prozent der Auspendler) fahren nach Düsseldorf, 1397 (3,7 Prozent) sogar bis nach Köln. 475 (1,3 Prozent) nehmen den Weg bis in den Kreis Mettmann auf sich.

Deutschland pendelt

Die Gründe dafür, täglich lange Arbeitswege in Kauf zu nehmen, liegen für Jeske auf der Hand: Neben dem Wunsch nach einem individuell wirklich passenden Arbeitsplatz legten viele Arbeitnehmer Wert darauf, den passenden Wohnraum zu finden. „Da spielen viele persönliche Gründe hinein, wie zum Beispiel die passende Kinderbetreuung und das soziale Umfeld“, sagt Jeske.

Die bundesweiten Zahlen, die das Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung aus der Auswertung von Daten über das Pendlerverhalten auf Gemeindeebene gewonnen hat, wurden bereits im Sommer veröffentlicht. Das neue Tool der Agentur für Arbeit macht die Pendlerströme nun auf interaktiven Karten greifbar.

Für jeden Kreis kann visuell dargestellt werden, wie viele Berufspendler täglich wohin fahren. Berücksichtigt werden dabei die zehn Nachbarkreise im „Nahbereich“, also im Umkreis von etwa 150 Kilometern, in denen die meisten Auspendler arbeiten beziehungsweise aus denen die meisten Arbeitnehmer in den Kreis hineinpendeln. Das Bild, das sich dabei für den Kreis Heinsberg ergibt, bestätigt den deutschlandweiten Trend. 39 Prozent aller Arbeitnehmer in Deutschland, rund 12,6 Millionen Menschen, pendeln zum Arbeiten in einen anderen Kreis.

Berücksichtigt werden in den Zahlen der Arbeitnehmer in Deutschland zwar jene, die im Ausland wohnen, nicht erfasst sind aber jene, die im Inland wohnen und im Ausland arbeiten.

Für den Kreis Heinsberg ist folglich nicht erkennbar, wie viele Arbeitnehmer täglich über die Grenze pendeln.

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