Heinsberg - Partystimmung pur und BAP vom Feinsten

Partystimmung pur und BAP vom Feinsten

Von: Dettmar Fischer
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Der Auftritt von BAP mit Front
Der Auftritt von BAP mit Frontmann Wolfgang Niedecken begeisterte 2500 Fans beim Heinsberger Sommer-Festival. Die Band wirkte frisch wie in besten Tagen. Foto: Dettmar Fischer

Heinsberg. BAP sei Dank wurde das Heinsberger Sommer-Festival 2012 doch noch ein „kulturelles” Highlight, freuten sich die Einen. Während die Anderen, einige wenige Besucher hörten tatsächlich beide Festival-Konzerte, meinten: „Also BAP ist nicht mein Ding. Gestern war die Stimmung doch besser.”

„Gestern” war Freitag und Hitparade mit Antonia aus Tirol, Mickie Krause und Andreas Gabalier. Also kein Abend für die „Hohe Kunst”, sondern einer für die Mallorca- und Apré-Ski-Fraktion.

Sommerpartylaune pur, bei Sonne und auch ohne Sand, wie Albert Heitzer, Moderator des Hitparade-Abends es ausdrückte. Einige Fans der modernen Volksmusik waren in der Krachledernen und im Dirndl erschienen. Noch bis zwei Uhr nachts hatte Antonia auf Mallorca für Partystimmung gesorgt.

18 Stunden später flogen ihr die Herzen der Fans auf dem Heinsberger Marktplatz entgegen. Ihr „Knallrotes Gummiboot” im Gepäck heizte sie den 1500 Besuchern ein.

Der Konzertbeginn am Freitagabend hatte sich ein wenig verzögert. Mickie Krause hatte das Haarspray für seine Perücke vergessen, das Warten lohnte sich. Von Null auf 100 in wenigen Takten - das können nicht viele. Mickie Krause kann es. Er ist die Wiedergeburt des noch nicht einmal verstorbenen alleinigen Königs von Mallorca, Jürgen Drews.

Andreas Gabalier, der Volks-Rock n Roller und Echo-Preisträger füllt die Hallen von Latschach bis Berlin, mal mit, mal ohne Band. In Heinsberg trat Gabalier wie die beiden anderen Künstler des Partyabends ohne Band auf. Aber er hatte seine Gitarre und sein Akkordeon mitgebracht und spielte live. „Der Mann spielt wirklich gut”, lobte Theo Krings, Leiter der Jugendmusikschule Heinsberg und Mitglied der „Task Force” bei der Stadt Heinsberg, die sich alljährlich bemüht, für das Heinsberger Sommer-Festival Künstler zu gewinnen, die an den Festivalabenden jeweils unterschiedliche Zielgruppen ansprechen. Der Plan ging auf. Die Stimmung beim Partyabend war grandios. Andreas Gabalier setzte musikalische Akzente und Mickie Krause ließ die Sau fliegen.

Am nächsten Abend kam BAP und füllte endlich die große Bühne. „Ey, wat jeht ab? Saach bloß nit, du hätts resigniert. Stemmp, et ess hatt, doch janz ejal, wat och passiert: Die Sonn jeht op, och wenn die Naach unendlich schingk.” Das war die erste Liedstrophe die Wolfgang Niedecken beim BAP-Konzert sang. Jeder Im Publikum dachte an den Schlaganfall des Meisters.

Vor 30 Jahren sei er schon mal in Heinsberg gewesen, erinnerte sich der Mann mit der dunklen Sonnenbrille und der schwarzen Melone auf dem Kopf: „Nochmal 30 Jahre sollten wer nich warten, sonst wird et knapp.” Niedecken ist inzwischen 61, 36 Jahre BAP hat er auf dem Buckel. Gute Künstler sind wie guter Wein, sie werden nicht alt, sie reifen.

Eine Vorband hatten die Kölner Jungs abgelehnt. Sie wollten ihr Publikum, 2500 an der Zahl, selber anheizen. Schon das erste Lächeln auf des Meisters Lippen deutete an, dass die Spielfreude nicht gelitten hat. Der Mann ist gut drauf und mit seinen Musikern, Super-Gitarrist Helmut Krumminga ackerte tierisch, einfach eine gute Rock´n Roll-Band.

Den letzten Kick gab Percussionist Rhani Krija Darabuka, der bei „Millione Meile” zurTruppe stieß, wie bei einigen Stücken zuvor die Geigerin Anne de Wolff. Krija, gerade noch mit Sting auf Tour, trieb die Band nach vorne. „Diego Paz” war ein Höhepunkt des Abends: Rock n Roll vom Feinsten.
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