Kreis Heinsberg - Parlamentarier machen sich vor Ort schlau

Parlamentarier machen sich vor Ort schlau

Letzte Aktualisierung:
10633510.jpg
Die Bundestagsabgeordneten Wilfried Oellers (4. v. r.) und Uwe Schummer (3. v. r.) diskutierten mit Vertretern der Lebenshilfe über die Situation von Menschen mit Behinderung im Kreis Heinsberg.
10633521.jpg
Begrüßten mit Wilfried Oellers (2.v.l.) und Uwe Schummer (3. v. l.) gleich zwei Bundestagsabgeordnete in Gangelt: Arnold Schweden, Martin Nicolaes und Dr. Michael Plum von ViaNobis (v. l.).

Kreis Heinsberg. In der parlamentarischen Sommerpause hat der CDU-Bundestagsabgeordnete Wilfried Oellers aus Heinsberg gemeinsam mit dem Behindertenbeauftragten der CDU/CSU-Bundestagsfraktion und Vorsitzenden der Lebenshilfe NRW, Uwe Schummer, die Lebenshilfe Heinsberg besucht.

„Als Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales möchte ich die sitzungsfreie Zeit nutzen, um mich auf die bevorstehende Diskussion des geplanten Bundesteilhabegesetzes im Bundestag vorzubereiten“, so Oellers. Dass er deshalb wiederholt den Austausch in seiner Heimat mit der Lebenshilfe sucht, freut den Vorsitzenden der Lebenshilfe Heinsberg, Klaus Meier: „Die Lebenshilfe Heinsberg engagiert sich für eine inklusive Gesellschaft. Deshalb begrüßen wir die Überarbeitung der Eingliederungshilfe. Aber wir wollen auch aufzeigen, wo Probleme und Grenzen in der Veränderung bestehender Betreuungs- und Versorgungskonzepte vor allem für Menschen mit schwerer Behinderung liegen.“ Deshalb freue sich die Lebenshilfe sehr über das große Interesse der Abgeordneten an der an unserer Arbeit zeigt und unsere Anliegen und Vorschläge mit nach Berlin nehmen wird.“

Intensiv diskutierten die beiden Parlamentarier mit den Lebenshilfe-Vorstandsmitgliedern Agi Palm, Jakob Lieck und Klaus Meier sowie Geschäftsführer Edgar Johnen und Vertretern der Werkstatt der Lebenshilfe über die Möglichkeiten und Chancen einer Novellierung der Eingliederungshilfe, über die umfangreichen beruflichen Förderangebote der Werkstatt für behinderte Menschen und die beruflichen Teilhabechancen für Menschen mit Behinderung im Kreis Heinsberg.

Auch die Katharina Kasper ViaNobis GmbH in Gangelt wurde von Oellers und Schummer besucht. Auch da ging es um Bundesteilhabegesetz und Eingliederungshilfe. Dass ViaNobis viel mehr als die „klassische“ Eingliederungshilfe zu bieten hat, verdeutlichte Arnold Schweden, Leiter der ViaNobis-Eingliederungshilfe, unter anderem mit der Frage „Was sind die besten Lösungen für die Menschen, die unserer Hilfe bedürfen?“ als Basis der Philosophie der Einrichtung. Patienten, Klienten und Bewohnern komme die enge Zusammenarbeit zwischen den einzelnen Einrichtungen zugute, so Schweden. „Unsere Angebote der Eingliederungshilfe, Fachklinik, Ambulanten Häuslichen Pflege sowie der Jugend- und Seniorenhilfe sind im Kreis Heinsberg und darüber hinaus untereinander so gut verzahnt, dass die Menschen, die wir in unseren Einrichtungen und Diensten begleiten, davon enorm profitieren.“

Gerade die Schnittstellen zwischen zwei Hilfesystemen, wie der Jugendhilfe und der Eingliederungshilfe oder auch der Fachklinik, seien es häufig, die hilfesuchende Menschen auf der einen und die Einrichtungen auf der ­anderen Seite vor große Herausforderungen stellten. „Hier haben wir intelligente Begleitungs- und Überleitungssysteme geschaffen, um eine optimale Versorgung sicherstellen zu können“, so Berend Nicolaes, der für die Leitung der Hilfsangebote für Menschen mit psychischen Behinderungen verantwortlich ist. „Eine Lücke existiert allerdings im Bereich der Arbeit für Menschen mit Behinderungen“, fügte Schweden hinzu. Da sei die ViaNobis derzeit aktiv, um weitere Arbeitsplätze als Alternative zur Werkstatt für Menschen mit Behinderungen zu schaffen. Noch in diesem Jahr solle eine Integrationsfirma gegründet werden, um diese Möglichkeiten umsetzen zu können. Ein großes Problem für die Versorgung der Menschen mit Behinderungen stelle der Mangel an bezahlbaren Wohnraum dar, berichtete Schweden. Dies gelte für den Kreis Heinsberg, aber auch für alle anderen Regionen im Rheinland.

Dass die Angebote und die Expertise der ViaNobis das Interesse der Bundestagsabgeordneten geweckt hatten, zeigten zahlreiche Nachfragen, wie zum Beispiel, wie die immer größer werdende Zahl an psychisch kranken Arbeitnehmern zu erklären sei und, vor allem, wie dieser entgegengewirkt werden könne. Auch danach, ob es in diesem Zusammenhang Tipps für Arbeitgeber gäbe, erkundigte sich Schummer. Da konnte Dr. Michael Plum, Chefarzt und Ärztlicher Direktor der Fachklinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik der ViaNobis zahlreiche Erfahrungen aus seiner langjährigen Arbeit als Psychiater heranziehen. Wie wichtig frühe Hilfsangebote für Mitarbeiter mit beginnenden psychischen Erkrankungen seien und welch großen Stellenwert die Erhaltung eines sinnhaften und wertschätzenden Arbeitsumfeldes für das Selbstwertgefühl eines jeden Menschen habe, stellten in diesem Zusammenhang nur zwei von zahlreichen Aspekten dar.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert