Opfer wird bei Einlieferung ins Krankenhaus beatmet

Von: Herbert Keusch
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Heinsberg/Geilenkirchen. Wildwestmanieren mitten im beschaulichen Heinsberg: Eine wilde Schießerei schreckt Anwohner und Zeugen auf.

Es handelt sich um eine Auseinandersetzung zwischen Albanern. Das war letztes Jahr im August. Inzwischen wird die Sache vor dem Schöffengericht Geilenkirchen unter Vorsitz von Helmut Bongartz verhandelt.

Der Prozess musste unterbrochen werden, weil sich der Geschädigte der damaligen Auseinandersetzung derzeit in Krankenhausbehandlung befindet. Am Montag, 8. Februar, 12 Uhr, soll weiterverhandelt werden.

„Am 17. August 2009, um 18.25 Uhr kam es in Heinsberg dazu, dass der 31-jährige Angeklagte mit einem Radmutterschlüssel in der Hand und einer Gaspistole bewaffnet ins Eiscafe San Remo auf einen Landsmann zuging”, begann Staatsanwalt Bernhard Schubert die Anklageschrift.

Der Angeklagte sei auf eine Gruppe von Personen, die an einem Tisch gesessen haben, nicht nur zugegangen, er habe auch mehrmals mit der Gaspistole geschossen und zudem mit dem Radmutterschlüssel zugeschlagen. In die Auseinandersetzung habe dann auch der 39-jährige Bruder des 31-Jährigen eingegriffen, auch er sitzt jetzt auf der Anklagebank. Denn vermutlich sei er es gewesen, der mit einem Schraubendreher den Kontrahenten seines Bruders durch einen Stich in den Rücken lebensgefährlich verletzt habe.

Zunächst schilderte der 31-Jährige, wie es zum angeklagten Sachverhalt kam. Vom Geschädigten habe es Beleidigungen und Bedrohungen gegeben, die schon vor vier Jahren begonnen hätten. „Am Freitag hatte mich der Kontrahent geschlagen, montags bin ich mit meinem Bruder zum Eiscafe gefahren.” Als er da auf den Tisch zugegangen sei, seien die Personen aufgestanden und hätten sofort Stühle und den Tisch in seine Richtung geworfen. „Ich wollte nur sprechen, aber das war nicht möglich”, so der 31-Jährige. Er habe mit dem Radmutterschlüssel gegen den Tisch geschlagen, niemals an den Kopf seines Gegenüber. Auch die Gaspistole habe er nie an den Kopf seines Kontrahenten gehalten. Da er sich bedroht gefühlt habe, habe er nach höchstens 30 Sekunden das Eiscafe verlassen. Ähnlich verlief die Schilderung des 39-jährigen Bruders.

Während eine 32-jährige Zeugin erklärte, dass sie gegenüber arbeite und zuerst Gebrüll gehört, dann fliegende Tische und Stühle gesehen und schließlich Schüsse gehört habe, erklärte ein 34-jähriger Zeuge, der mit am Tisch des Geschädigten gesessen hatte: „Ich saß mit dem Rücken zum Ausgang und bin sofort aufgesprungen, als ich die Gaspistole gesehen habe.” Der Angeklagte habe sofort geschossen, wobei er gesagt habe, er solle zur Seite gehen. „Den anderen will ich kalt machen”, hat der Angeklagte gesagt. Er habe mit der Waffe aus wenigen Zentimetern auf das Auge seines Kontrahenten geschossen.

„Der Geschädigte wurde bei der Einlieferung auf die Intensivstation unseres Krankenhauses beatmet. Das ist in aller Regel ein Zeichen für eine lebensgefährliche Verletzung”, sagte Dr. Marcel Binneböse als Sachverständiger Arzt. Es habe eine Stichverletzung am Brustkorb gegeben, die mit einer Drainage versorgt worden sei.
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