Opernsänger zeigt sich von jazziger Seite

Von: hewi/red
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Zu Gast in der Hückelhovener Aula: Gunther Emmerlich beim Benefizkonzert. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Bei einem Benefizkonzert der Jenny-Böken-Stiftung zeigte sich der Opernstar Gunther Emmerlich von einer ungewohnt jazzigen und swingenden Seite. Gemeinsam mit dem Dresden Swing Quartett präsentierte er Lieder und Musikstile, mit denen viele seinen Namen nicht unbedingt in Verbindung bringen würden.

Denn der ausgebildete Opernsänger Emmerlich war in der ehemaligen DDR und später auch im Westen vor allem als Basstenor und Moderator von abendfüllenden TV-Shows bekannt. In der Hückelhovener Aula präsentierte er bekannte und weniger bekannte Jazz- und Blues-Klassiker und griff auch selbst zur Gitarre.

Die junge Geilenkirchenerin Matrosin Jenny Böken war in der Nacht vom 3. auf den 4. September 2008 vom Segelschulschiff Gorch Fock über Bord gegangen und ertrunken. Ihre Eltern Marlis und Uwe Böken gründeten ein Jahr später die Jenny-Böken-Stiftung, welche die Hinterbliebenen von getöteten Soldaten und Bundeswehrangehörigen unterstützt. Am Tag des Konzertes wäre ihre Tochter 24 Jahre alt geworden.

Wehrbeauftragter als Ehrengast

Dieses Benefizkonzert, das von der Raiffeisenbank Heinsberg und der Stadt Hückelhoven unterstützt wurde, war dank der Vermittlung vom Wehrbeauftragten des Deutschen Bundestages, Hellmut Königshaus, möglich geworden. Königshaus zählte – wie unter anderem auch Landrat Stephan Pusch und Hans-Josef Paulus als Ortsvorsteher  des Geilenkirchener Stadtteils Teveren – zu den Ehrengästen an diesem Abend. Die Familie und die Stiftung hatten diesen Tag bewusst nicht in Trauer, sondern fröhlich und in liebevoller Erinnerung an Jenny Böken begehen wollen.

Sie zeigten sich davon überzeugt, dass es ihr Wunsch gewesen wäre, diesen Tag zum Anlass zu nehmen, um ihre Stiftung in die Lage zu versetzen, anderen Menschen zu helfen.

So hatten Emmerlich und seine Musiker denn auch ein Programm zusammengestellt, in dem die heiteren Elemente nicht zu kurz kamen. So textete er zum Beispiel einige Lieder wie „Bei mir bist du scheen“ oder Lee Marvins „I was born under a wand‘rin‘ star“ ein wenig um.

Darüber hinaus gab es Rock-‘n‘-Roll-Klassiker wie „Tutti Frutti“ oder Blueshits wie „Sweet Georgia Brown“, aber auch Musicalstücke wie „I got plenty o‘ nothin‘“ aus „Porgy and Bess“. Er las auch aus seinem Buch „Zugabe“. Am Ende kamen Emmerlich und seine Musiker – Silke Krause am Flügel, Posaunistin Micha Winkler sowie André Schubert am Schlagzeug und Tino Scholz am Kontrabass – nicht ohne drei Zugaben von der Bühne. Sie hatten das Publikum begeistert.

Der Reinerlös des Abends geht an die Jenny-Böken-Stiftung. Marlis Böken ergriff zum Abschluss der Benefizveranstaltung das Wort richtete zunächst einmal  Grüße an alle Bundeswehrsoldaten,  vor allem an die, die in den Auslandseinsätzen, besonders in Afghanistan  und in der Operation Atalanta vor dem Horn Afrikas, ­ihren Dienst tun. Sie dankte allen Gästen und zitierte  Bonhoeffers „Von guten Mächten…“, das Jennys Lieblingslied war. Die Freundschaft und das Mitgefühl, das ihnen von so vielen Menschen seit Jennys tragischem Tod entgegengebracht worden sei, zähle für sie „zu den guten Mächten, die uns behüten“.

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