Olympiasieger stellt seinen Humor unter Beweis

Von: hewi
Letzte Aktualisierung:
baumann-foto
„Körner, Currywurst, Kenia”: Dieter Baumann (Bildmitte) war zu Gast beim ETV. Das Bild zeigt den Olympiasieger auf der Bühne der Stadthalle mit Marathonläufer Gereon und Tänzerin Inge beim Pulsmessen. Foto: Koenigs

Erkelenz. Dieter Baumann ist eine Läuferlegende. Er hat Humor und verfügt auch über eine gehörige Portion Selbstironie. Dies stellte er am Freitagabend in der Erkelenzer Stadthalle mit seinem Programm „Körner, Currywurst, Kenia” unter Beweis.

Eingeladen hatte der Turnverein Erkelenz im Rahmen seiner Jubiläumsveranstaltungen zum 150-jährigen Bestehen. Und wer hätte da besser gepasst als Dieter Baumann, betonte ETV-Geschäftsführerin Petra Zittrich. Rund 200 Zuschauer sahen dies genauso.

Zuerst gab es jedoch keinen Dieter Baumann zu sehen, sondern es war ein Sportkommentar zu hören: vom 5000-Meter-Lauf bei den Olympischen Spielen 1992 in Barcelona, den Baumann sensationell gewann.

Dann stand er auf der Bühne. Auf den ersten Blick nicht zu unterscheiden von den vielen Comedians, welche die deutschsprachigen Bühnen bevölkern. Sein Programm jedoch, eine Mixtur aus Erlebnissen seiner Karriere (die Zahnpasta-Affäre nicht aussparend), zielte auf eine spezielle Zielgruppe ab. Er wolle „Luscht auf Laufen” machen, erklärte Baumann in breitem Schwäbisch.

Zuerst jedoch musste er mit dem Vorurteil aufräumen, dass er ständig und überall nur laufe. „Ich bin doch nicht Forrest Gump”, sagte er. Er gehöre zu denen, die im Fahrstuhl im Erdgeschoss auch schon mal die „1” drücken... Trotzdem bezeichnete er sich selbst als „Lebensläufer”, der auf nette und auch witzige Weise versucht, die Menschen davon zu überzeugen, ebenfalls zu laufen. Denn gesund sei es allemal.

Beim Laufen erlebt man auch lustige Dinge. Zum Beispiel im Trainingscamp in einem Ort namens Niahuru in Kenia. Jeden Tag lief ein Tankwart der einzigen Tankstelle des Ortes im giftgrünen Overall ein paar Kilometer mit ihm. Und das, wie Baumann mit Respekt betonte, in einem „recht strammen Tempo”. In vielen seiner Geschichten kam Baumanns Bewunderung für die afrikanischen Läufer zum Ausdruck. So auch als er von einem Trainingslauf in Niahuru erzählte, den er nur als 84. beendete. Weil sich alle Kenianer vorgenommen hatten, nur nicht hinter dem Weißen ins Ziel zu kommen.

Beim Publikum kam Baumanns Humor an, denn es waren überdurchschnittlich viele Sportler vertreten. Wenn das Saallicht anging, wollte Baumann Fakten wissen. Wie oft man denn so laufe, über welche Strecken oder ob man denn überhaupt Sport betreibe. Marathonläufer Gereon und Tänzerin Inge landeten auf der Bühne und sollten ihren Puls einschätzen. Beide wurden mit einem Trainingsplan belohnt, wobei der für Marathonläufer Gereon etwas länger ausfiel.

„Zum Laufen braucht´s kein Talent. Es ist die von der Natur vorgegebene Bewegung”, lautete Baumanns Credo. Und deshalb gebe es auch keine Ausreden. Wer am Ende die Stadthalle verließ und keine Lust hatte, loszulaufen, der hatte nicht zugehört.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert