Oldtimertreffen: „Nur gucken, nicht anfassen“

Von: gs
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Höchstgeschwindigkeit 50 km/h: „Aber nur, wenn er gut rauf ist“, schränkte Linda Zdriliuk (mit Tochter Ina) ein. Ihr Marlborough AL 2 aus dem Jahr 1914 war am Loherhof eines der Schmuckstücke. Foto: Georg Schmitz

Kreis Heinsberg. Chromblitzende Schätzchen historischen Automobilbaus erfreuten über 1000 Besucher am Maifeiertag in Geilenkirchen. Die Besitzer hatten die über den Winter „angestaubten“ Gefährte extra für den „Concours d‘Elegance“ auf Hochglanz poliert, um bei einer der ersten Oldtimer-Präsentationen in diesem Jahr in Geilenkirchen dabei zu sein.

Die ebenso historischen Gemäuer vom Loherhof, aber auch die moderne Sportanlage dort bildeten das Ambiente für das unter dem Motto „Frühlingserwachen“ gemeinsam von der Oldtimer-Interessengemeinschaft Grenzland und dem Sportpark Loherhof veranstaltete Treffen.

Viele der rund 150 Fahrzeuge ließen die Herzen der Betrachter höherschlagen. Da war der 50 PS starke Austin Healey Sprite mit Rechtslenker in Originalfarbe blau, Baujahr 1970. Bernd Keusemann hatte ihn 2009 erworben. „Ich hab ein Jahr lang gebastelt, das Auto restauriert und den Motor generalüberholt“, erzählte der Geilenkirchener. Ihm komme es in erster Linie auf das Schrauben an, so Keusemann weiter. Wenn es das Wetter zulasse, sei er oft mit dem Austin Cabrio unterwegs. Bevor er losfahre, höre er allerdings den Wetterbericht, denn: „Ich bin zu faul, das Dach zuzumachen.“

Ein unübersehbares Schild machte dem Betrachter deutlich: „Nur gucken, nicht anfassen“. Das Anfassen der Schätzchen hat eben kein Oldtimer-Besitzer gerne. Auch Linda Zdriliuk und Tochter Ina zeigten sich da etwas empfindlich. Die Familie besitzt seit 9.9.2009 einen der wenigen Marlborough AL 2 aus dem Jahr 1914. Das Zwölf-PS-Auto schafft mit seinem 1200 Kubikmeter-Motor immerhin eine Höchstgeschwindigkeit von 50 km/h. „Aber nur, wenn er gut rauf ist“, schmunzelte Linda Zdriliuk.

Dieses Cabriolet, das älteste Fahrzeug bei der Ausstellung in Geilenkirchen, hat Erstaunliches zu bieten. So auch ­einen Feuerlöscher, der am Trittbrett befestigt ist, und eine Zeituhr in Höhe des Lenkrads. Das Lenkrad des französischen Marlborough befindet sich rechts. Zwei Karbidlampen, die, abgenommen, auch als „Taschenlampe“ dienen können, bringen dem Fahrzeug die „Erleuchtung“. Viel Holz befindet sich im Blechmantel, aber über einen Tacho verfügt das Auto nicht. Linda Zdriliuk: „Damals kam es nur darauf an, dass man ankommt.“ Die Zdriliuks freuen sich schon auf 2014, wenn sie das Hundertjährige ihres Lieblings feiern können.

Für die Besucher am Loherhof gab es an diesem Tag noch viele weitere „Hingucker“, wie beispielsweise mehrere Jaguar E-Type, einen Wartburg, Renault Alpine ...Der Concours d‘Elegance wurde von einem MG TF der Familie Stadsvoll gewonnen. Am Rande gab es viele nette Gespräche. Auch über das Begehren für die Wiedereinführung der GK- und ERK-Kennzeichen wurde diskutiert. Da wünschte sich die übergroße Mehrheit dieses Stück „alter Heimat“ zurück, während die wenigen Fahrzeugbesitzer, die ohnehin das frühere Kennzeichen „gehegt und gepflegt“ hatten, ihr „Alleinstellungsmerkmal“ in Gefahr sahen.

Die Organisatoren Freddy Solty (Sportpark) und Winfried Peters (Oldtimer-IG Grenzland) zeigten sich am Ende sehr erfreut über den Erfolg des Oldtimertreffens.

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