Oldtimerfreunde: Rattern und Knattern, die reinste Musik

Von: agsb
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Wo lässt es sich schöner über Automobile fachsimpeln als mit Gleichgesinnten inmitten Jahrzehnte alter Karosserien? Die Veranstaltung der Oldtimerfreunde Millen in Birgden bot den Fans alter Autos, Traktoren und Lastwagen alles, was das Herz begehrt. Foto: agsb
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Wo lässt es sich schöner über Automobile fachsimpeln als mit Gleichgesinnten inmitten Jahrzehnte alter Karosserien? Die Veranstaltung der Oldtimerfreunde Millen in Birgden bot den Fans alter Autos, Traktoren und Lastwagen alles, was das Herz begehrt. Foto: agsb
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Helmut Jansen präsentierte seine Sämaschine aus dem Jahre 1956. Einige ältere Besucher kannten das Modell noch aus ihre Jugendzeit. Foto: agsb
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Einfach beeindruckend: Mehr als 100 Jahre alt ist dieses Motorrad aus dem Hause Birmingham Small Arms Company. Foto: agsb
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Wo lässt es sich schöner über Automobile fachsimpeln als mit Gleichgesinnten inmitten Jahrzehnte alter Karosserien? Die Veranstaltung der Oldtimerfreunde Millen in Birgden bot den Fans alter Autos, Traktoren und Lastwagen alles, was das Herz begehrt. Foto: agsb

Gangelt-Birgden. „Damit hatte ich nicht gerechnet“, sagte Peter Lipperts von den Millener Oldtimerfreunde staunend und blickte in Richtung der unentwegt anrollenden Fahrzeuge. Ob Traktoren, Motorräder oder Lastkraftwagen aus alten Zeiten – alles war in Birgden vertreten, die Parkplätze wurden schnell knapp.

Und das sehr zur Freude des Organisators der Millener Oldtimerfreunde, es bot sich ein herrliches Bild. Am Samstagmittag zählte Peter Lipperts schließlich allein über 70 Lastkraftwagen, die weiteste Anreise erfolgte aus Hamburg. Insgesamt mehr als 200 Oldtimer jeglicher Art wurden vom großen Helferteam der Oldtimerfreunde um die Mittagszeit eingewiesen, an beiden Veranstaltungstagen wurde ein großes ehrenamtliches Engagement gezeigt.

Begeisterung bei Jung und Alt

Zu den Höhepunkten zählten alte Büssing-Lastkraftwagen aus dem Jahre 1948 und einige alte Kipperfahrzeuge. Und der Motor eines alten U-Boots durfte bestaunt werden. Er wurde Ende des Zweiten Weltkrieges gebaut und erbrachte eine Leistung von 720 PS, zum Einsatz kam er allerdings nicht mehr, wusste der heutige Besitzer zu berichten, Heinz Davids aus Geilenkirchen. Weiterhin begeisterte die große Modellschau der Aachener Truckerfreunde Jung und Alt.

Auch Liebhaber von Pkw und Motorrädern waren auf Ausflugstour mit dem Ziel Birgden. Sie parkten ihre Lieblinge, schlenderten gemütlich über das Gelände, plauderten hier und da, stärkten sich in der Halle und fuhren schließlich weiter. Es herrschte ein stetes Kommen und Gehen, dementsprechend begleitete ein kontinuierliches Rattern und Knattern den Veranstaltungstag. Lärm? Vielleicht für Leute, die kein Herz für Oldtimer haben – für Oldtimerfreunde hingegen ist das Musik! Auch auf den Zufahrtsstraßen und im Gewerbegebiet Hoferweg sah man rauchende Traktoren herumfahren.

Dass Oldtimerfreunde ein großes Herz haben, zeigte sich bei Helmut Jansen aus Heinsberg-Lieck. Seine Familie überraschte ihn an Heiligabend mit einer selbstfahrenden Sämaschine aus dem Jahre 1956, organisiert über das Internet aus dem Kölner Raum. Helmut Jansen wurde damit ein Herzenswunsch erfüllt. „Wir sind alle verrückt nach Oldtimern“, sprach Helmut Jansen lachend das Offensichtliche aus und drehte seine Runden auf dem Gelände. „Mich reizt die Technik der Vergangenheit.

Man kann den Motor ein halbes Jahr stehen lassen und bekommt ihn trotzdem leicht wieder angekurbelt“, so Jansen weiter. Und siehe da: Einige Senioren bei der Veranstaltung konnten sich noch gut an Zeiten erinnern, als seine Sämaschine tatsächlich zum Einsatz kam.

Schöner als Computerspiele

Die jungen Tobias Palmen und Hendrik Görgens aus Kreuzrath und Schierwaldenrath reisten mit Traktor-Oldtimern an. „Es macht einfach Spaß, damit zu fahren. Toll ist, dass man fast alles selber reparieren kann“, freuten sich die beiden. Beim heutigen Stand der Technik ist das undenkbar. Palmen und Görgens zeigten in Birgden stolz ihren nur 96 Mal gebauten Traktor der International Harvester Company (IHC), der mithin schon als Neuheit eine Rarität war. Den IHC in Kleinteile zu zerlegen und wieder zusammenzuschrauben – für die beiden Freaks ist das schöner als jedes Computerspiel.

Doch auch Frauen verlieben sich in alte Fahrzeuge. Zum Beispiel eine 66-Jährige aus Eschweiler, die mit einem BMW-Motorrad mit Beiwagen aus dem Jahre 1951 angereist war. „Es ist völlig anders als Autofahren. Man riecht alles, kann die Natur in vollen Zügen genießen, ob bei Sonne oder Sturm – es ist ein schönes Hobby“, so die Oldtimer-Freundin.

Beiwagen mit Verdeck

Unter den Zweirädern stach weiterhin ein echter Methusalem hervor. Zur Schau stand ein Zweirad der Firma BSA (Birmingham Small Arms Company) aus dem Jahre 1914 mit schmuckem Beiwagen mit Verdeck. Auch zahlreiche Feuerwehrfahrzeuge aus alter Zeit zogen das Interesse auf sich. Zum Beispiel ein Gefährt des Herstellern MAN aus den 1950er-Jahren der Feuerwehr-Löscheinheit Süsterseel. Hier war Familie Manfred Dahlmanns im Einsatz, um den Oldtimer zu restaurieren. Im Selfkant ist man stolz auf dieses Fahrzeug, zumal alle Gerätschaften wie Werkzeuge, Rohre, Spritze oder Schläuche im Original erhalten sind – das Fahrzeuge wäre theoretisch einsatzbereit.

Auch am Sonntag, dem zweiten Veranstaltungstag, freuten die Millener sich über Andrang ohne Ende. Die große Traktorenparade rückte an und sorgte für einen weiteren Höhepunkt.

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