Offene Ganztagsschule: Der Traum vom „Sonnenherz“

Von: anna
Letzte Aktualisierung:
10088046.jpg
Bei den Planungen für ihr Idealmodell einer Offenen Ganztagsschule: Lisa Scharte, Margriet Rütten, Gerdi Cremers und Agnes Klinkenberg (von links nach rechts). Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. „Sonnenherz“ heißt die Offene Ganztagsschule (OGS), bei der sich alle Räume, die benötigt werden, in einem Achteck um ein Atrium gruppieren. Dieses hat ein bewegliches Dach, das bei gutem Wetter geöffnet werden kann. Vier Mitarbeiter betreuen 25 Kinder. Hinzu kommen zwei Küchenkräfte, die für alle vor Ort täglich frisch kochen.

Rings­herum laden ein Wald, ein großer Garten, eine Obstwiese und ein Schwimmbad zu allerlei Freizeitbeschäftigungen ein. Omas schauen vorbei zum gemeinsamen Stricken. Da wird vorgelesen und selbst gelesen, gebastelt und mit den Opas gibt es Ausflüge zum Nabu gleich nebenan. Da wollen Sie Ihr Kind auch anmelden? Nein, diese OGS gibt es nicht.

Oder besser gesagt: Sie ist eines der Idealmodelle, entworfen von 19 Mitarbeiterinnen von Offenen Ganztagsschulen, die derzeit den ersten Zertifikatskurs besuchen, angelehnt an den Weiterbildungsnachweis „GanzTag NRW“. Petra Bernhardt leitet diesen Kurs vom Margarete-Klug-Bildungswerks der gemeinnützigen Service-Gesellschaft der Arbeiterwohlfahrt.

Im Januar hat der erste Kurs begonnen. Die Kurseinheiten wurden teilnehmerfreundlich und wohnortnah so geplant, dass sie nicht mit den Arbeitszeiten der Teilnehmerinnen kollidieren. In insgesamt 145 Unterrichtseinheiten werden sie über neun Monate berufsbegleitend pädagogisch geschult und auf den Erwerb des Zertifikats vorbereitet.

Die Mitarbeiterinnen der Offenen Ganztagsgrundschulen, die über vielfältige berufliche Erfahrungen verfügen, aber keine pädagogische Ausbildung abgeschlossen haben, beschäftigen sich – von einem erfahrenen Dozententeam begleitet – mit ganz unterschiedlichen Themen. Neben den gesetzlichen Grundlagen und der Kooperationsvereinbarung mit der Schule werden die Ziele des Ganztags herausgearbeitet. Großen Raum nehmen pädagogische Fragestellungen ein wie zum Beispiel die Beobachtung, unterschiedliche Entwicklungsstufen, Bedürfnisse und Geschlechteridentität, Hausaufgaben und Lernzeiten, ein. Die Teilnehmerinnen definieren ihr „Bild vom Kind“, ihre Haltung zu Erziehung und Förderung von Kindern hin zu selbständigen und selbstbewussten Mitgliedern unserer Gesellschaft.

„Die Teilnehmerinnen merken, dass schon ganz viel richtig machen, es dafür aber kein Dokument gab“, erklärte Dozent Dirk Siera. „Sie stellen im Kurs aber auch ganz viele Fragen und holen sich so ihr Wissen.“ Der Austausch im Team ermögliche ihnen ein selbstbewussteres Auftreten im OGS-Alltag.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert