Oellers (CDU) und Spinrath (SPD) ziehen in den Bundestag ein

Von: disch
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Sichtlich erfreut über die aktuelle Meldung im Internet-Auftritt unserer Zeitung am Montagmorgen: Norbert Spinrath von der SPD. In der Nacht war bekannt geworden, dass auch der Vorsitzende der Sozialdemokraten im Kreis Heinsberg in den Bundestag einziehen wird. Foto: Georg Schmitz
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Bei der Lektüre unserer Zeitung mit den Wahlergebnissen: Wahlsieger Wilfried Oellers von der CDU am Montag. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Irgendwann in dieser langen Wahlnacht, so gegen 3 Uhr, da war die Entscheidung gefallen. Exakt um 3.22 Uhr war dann auch Michael Stock, Fraktionsvorsitzender der SPD im Heinsberger Kreistag, im Nachklang zu einer Wahlparty der Sozialdemokraten in Geilenkirchen, am Computer sitzend, auf der Internetseite des Landeswahlleiters fündig ­geworden: „Herzlichen Glückwunsch, Herr Bundestagsabgeordneter!“

Diese Worte von Michael Stock galten Norbert Spinrath. Der Unterbezirksvorsitzende der SPD, der zum dritten Mal als Kandidat für Berlin angetreten war, hatte zwar am Vorabend das Rennen um das Direktmandat im Wahlkreis 89 Heinsberg mehr als deutlich verloren.

Doch über die Landesliste der NRW-SPD war ihm doch noch der Sprung in den Bundestag geglückt.

„Das war ein tolles Gefühl“, berichtete Norbert Spinrath, der am Donnerstag 56 Jahre alt wird, von seiner Erleichterung in dieser Nacht. Und am Montag ging es für ihn vor allem darum, sich „ganz, ganz schnell zu organisieren“, denn schon an diesem Dienstag hat er Termine in der Hauptstadt: 11 Uhr Infoveranstaltung; 12 Uhr Tagung der Landesgruppe der NRW-SPD; 13 Uhr Fraktionssitzung.

Zu ganz früher Stunde an diesem Dienstag, mitten in der Nacht, will er sich mit seinem Team im Wahlkampfbus auf nach Berlin machen. Mit im Gepäck: Spinraths „Rote Couch“, mit der er etliche Wahlkampfeinsätze absolviert hat. Wie angekündigt, werde er sie mit nach Berlin nehmen.

Trotz der klaren Niederlage gegen Wilfried Oellers von der CDU und trotz des enttäuschenden Ergebnisses für die SPD ist für Spinrath die Vision eines roten Kreises Heinsberg nicht ad acta gelegt, sondern vielmehr weiter aktuell. Zumal er jetzt als Abgeordneter die Gelegenheit habe, sich für den Kreis einzusetzen und dabei zu überzeugen.

Zusammenarbeiten will er dabei „zum Wohle des Kreises“ auch mit Oellers – trotz all der Gegensätze, die sich in einem Wahlkampf zeigen würden. Ob es auf eine große Koalition im Bund hinausläuft? Da wollte sich Spinrath nicht festlegen und erst einmal die Beratungen in seiner Partei abwarten.

„Ich persönlich würde eine große Koalition bevorzugen, das wäre die beste Option“, sagte am Montag der neue CDU-Abgeordnete Wilfried Oellers (38), der am Sonntagabend in Heinsberg in einem Zelt an der Kreisgeschäftsstelle der CDU zusammen mit Freunden und Bekannten, Wahlkampfhelfern und Parteimitgliedern gefeiert hatte.

Auch der Musikverein St. Josef Horst, dem er angehört, spielte auf. Über sein „Traumergebnis“ hatte sich Oellers bereits am Sonntagabend im Kreishaus gefreut, aber realisiert habe er seinen Erfolg „erst mit und mit“, sagte er am Montag.

Was Oellers beim Vergleich mit Zahlen aus den anderen Wahlkreisen besonders erfreut hat, war die Tatsache, dass er als Neuling das sechstbeste Ergebnis unter den erfolgreichen Direktkandidaten der CDU in Nordrhein-Westfalen erzielt habe.

Auch für Oellers stehen an diesem Dienstag die ersten Termine in Berlin an. Mit seiner Lebensgefährtin Sara Philippen wollte er noch am Montag mit dem Auto in Richtung seines neuen Arbeitsplatzes aufbrechen. Für Spinrath freute es ihn, dass auch der Sozialdemokrat in das Parlament einzieht.

„Für den Kreis Heinsberg ist das eine schöne und komfortable Situation, dass er auf zwei Abgeordnete zurückgreifen kann“, brachte ­Oellers zudem seine Hoffnung zum Ausdruck, mit zwei Abgeordneten und guter Zusammenarbeit einiges bewirken zu können. „Die Interessen des Kreises Heinsberg müssen im Mittelpunkt stehen. Dafür ­müssen wir uns beide einsetzen!“

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