Nur wenige Grundeigentümer scheiden aus der Jagd aus

Von: Anna Petra Thomas
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Intensiv begutachteten die Jäger die im Rahmen der Versammlung in der Heinsberger Stadthalle ausgestellten Gehörne. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Die Änderungen des Jagdgesetzes und die Ehrung langjähriger Mitglieder standen im Mittelpunkt der diesjährigen Jahreshauptversammlung der Kreisjägerschaft (KJS) Heinsberg in der Heinsberger Stadthalle. Nach der Begrüßung durch den Vorsitzenden Dr. Heiner Breickmann sprach Franz-Josef Salden, Leiter der Unteren Jagdbehörde, ein Grußwort.

Er dankte der Kreisjägerschaft, die derzeit 862 Mitglieder zählt, für die gute Zusammenarbeit mit seiner Behörde. Was den Rückgang des Niederwildes, etwa Hasen und Kaninchen, angehe, seien die immer dichter werdende Besiedlung und die moderne Landwirtschaft die Hauptverursacher, erklärte er. Nur durch die verstärkte Bejagung der Räuber und die Anlegung von Brachflächen könne die Jägerschaft dem entgegenwirken.

Von einer großen Änderung des Jagdgesetzes sei man noch weit entfernt, so Salden weiter. Aber die sogenannte kleine Jagdrechtsnovelle sei seit 1. April dieses Jahres in Kraft. Dies bedeute die Auflösung der Oberen Jagdbehörden, deren Aufgaben jetzt größtenteils auf die Unteren Jagdbehörden übertragen worden seien. „Für Sie beziehungsweise für die Landwirte ist von aktueller Wichtigkeit, dass die Anträge zur Aufhebung der Schonzeit für Krähen und Tauben ab sofort von den Unteren Jagdbehörden entscheiden werden“, erklärte er.

Schließlich ging Salden auf die neue Möglichkeit für Grundstückseigentümer ein, aus Gewissensgründen aus der Jagd ausscheiden zu können. Für den Kreis Heinsberg bewege sich die Zahl der Anträge „unter der Zahl fünf“, berichtete er. Nur zwei Jagdbezirke seien betroffen. „Sollte es auf diesem Niveau bleiben, kann von einer Zersplitterung der Jagdbezirke noch keine Rede sein.“

Auf die Neuordnung der Jagdabgabe beim Lösen des Jagdscheins in Verbindung mit der kleinen Novelle ging der Vorsitzende in seiner Rede ein. Nach Auflösung der Unteren Jagdbehörden liege die Entscheidung über die Verwendung der Gelder nun bei Johannes Remmel, NRW-Minister für Klimaschutz, Umwelt, Landwirtschaft, Natur- und Verbraucherschutz. Seitdem würden vom Landesjagdverband beantragte Gelder gar nicht mehr oder nur noch zum Teil in erheblich reduziertem Umfang ausgezahlt

Der Minister wolle so Gelder für seine Biomaßnahmen wie zum Beispiel für die Unterstützung der biologischen Stationen zur Verfügung haben und den LJV in seiner Handlungsfähigkeit schwächen, so Breickmann. „Das Problem ist, dass der LJV keinen rechtlich verbindlichen Anspruch auf Zuwendungen aus der Jagdabgabe hat“, betonte er. Man sei „auf Gedeih und Verderb von der Gunst des Ministeriums abhängig“.

Aber „Jägergeld muss in Jägerhände!“ Das neue Landesjagdgesetz betreffend, das voraussichtlich erst Mitte kommenden Jahres in Kraft treten wird, „werden wir einige Einschränkungen hinnehmen müssen, aber die wesentlichen Eckpunkte unserer Forderungen werden voraussichtlich erfüllt werden“, schloss Breickmann.

Nach seiner Begutachtung der Gehörnschau berichtete Oberforstrat Joachim Knoth, dass es dem Rehwild bisher gelungen sei, die negativen Einflüsse der Umwelt zu absorbieren. Allerdings seien 2013 nur 180 Rehböcke erlegt worden. Im Mittel seien es 280 pro Jahr. Er rief die anwesenden Jäger dazu auf, sich verstärkt um Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung für das Jagdwesen zu bemühen.

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