NRW-Präsidentin der Bundesbank bei Kreissparkasse Heinsberg

Von: anna
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Hoher Besuch von der Deutschen Bundesbank bei der Kreissparkasse Heinsberg: Die Präsidentin der Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen, Margarete Müller, wurde vom Vorstandsvorsitzenden Thomas Pennartz (l.) und seinem Stellvertreter Dr. Richard Nouvertné (r.) willkommen geheißen. Fotos (2): Anna Petra Thomas Foto: Anna Petra Thomas
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Margarete Müller ist bei der Deutschen Bundesbank die Präsidentin der Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen.

Kreis Heinsberg. „Unser Haus Europa. Wie stabil ist das Fundament?“ So lautet in diesem Jahr die Fragestellung, mit der die Kreissparkasse Heinsberg ihre Gesprächsreihe mit prominenten Vertretern aus Wirtschaft und Politik fortsetzt.

Vor 60 Jahren seien die römischen Verträge unterzeichnet worden, und es gebe nur noch wenige Menschen in Deutschland, die sich an Kriegszeiten erinnern könnten, erklärte Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz in seiner Begrüßung vor geladenen Gästen in der Heinsberger Filialdirektion des Geldinstituts. Ob jedoch für Frieden und Freiheit auch das Fundament stark genug sei, müsse man sich fragen, vor allem in einer Zeit, wo sich gesellschaftlich vieles weg vom Faktischen hin zum Emotionalen bewege.

Ganz nah dran sei da jemand wie Margarete Müller, die bei der Deutschen Bundesbank das Amt der Präsidentin der Hauptverwaltung in Nordrhein-Westfalen bekleidet, stellte der Sparkassendirektor die erste Referentin der Sparkassen-Gespräche 2017 vor.

Wenn es um das Thema Stabilität gehe, falle der Blick schnell auf die Bundesbank, begann Müller ihren Vortrag. „Geld ist nicht alles, aber ohne Geld ist alles nichts“, fügte sie hinzu. Im ersten Teil ihres Referats beleuchtete sie noch einmal die vergangenen zehn Jahre der globalen Finanzwelt unter der Überschrift „Finanz- und Staatsschuldenkrise“. Die Verlockung niedriger Zinsen habe zu einer „Immobilienblase“ geführt, bei der schließlich Staaten für die in Probleme geratenen Banken eingesprungen seien. „Und diese Staatsschuldenkrise ist immer noch nicht im Ganzen bewältigt“, betonte sie.

Die Europäische Zentralbank sei in dieser Krise wie eine Feuerwehr eingesprungen, um die Wirtschaft wieder anzukurbeln. Diese Politik zeige Wirkung. Seit Anfang 2015 würden wieder mehr Kredite vergeben, und bis 2019 werde die Inflationsrate voraussichtlich wieder auf 1,7 Prozent steigen. Wichtig sei dabei jedoch auch ein Blick auf die Gefahren „ultra-lockerer Geldpolitik“, etwa der fehlende Anreiz zur Konsolidierung der Staatshaushalte. Es gelte, das „süße Gift“ der Staatsverschuldung wieder in den Griff zu bekommen, die Wettbewerbsfähigkeit zu stärken und für ein nachhaltiges Wachstum zu sorgen.

„Die Banken sind der zentrale Anker im stabilen Finanzsystem“, so Müller. Neben Banken und Versicherungen würde aber auch der sogenannte Schattenbankensektor, zu dem sie zum Beispiel Investmentfonds zählte, eine große Rolle spielen. Dennoch stehe man da, was Überwachungsinstrumente betreffe, erst am Anfang. Diese müssten noch entwickelt werden.

Gesamtkonzept für die finanzielle Stabilität Europas ist für Müller eine sogenannte Bankenunion, die auf drei Säulen ruht. Zwei davon, ein einheitlicher Aufsichts- und ein einheitlicher Abwicklungsmechanismus, seien bereits aufgebaut. Die dritte Säule, eine gemeinsame Einlagensicherung, müsse noch errichtet werden.

Abschließend beleuchtete sie die sogenannte makroprudenzielle Überwachung von der globalen Ebene bis hinunter zur nationalen Ebene, bei der in Deutschland der weniger bekannte Ausschuss für Finanzstabilität eine Rolle spiele. Dieser habe die Aufgabe, die Finanzmärkte in Gänze zu beobachten und auf Risiken hinzuweisen.

Europa sei auf dem Weg zu einem stabilen Finanzsystem schon weit vorangeschritten, lautete Müllers Fazit. Wenn sie sich das Haus Europa anschaue, brauche es ein effektives und nachhaltiges Finanzsystem, dazu Banken und andere Institute, die ihre Aufgabe ernst nähmen und durch eine effiziente Verteilung von Mitteln zukunftsfähige Investitionen fördern würden.

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