Kreis Heinsberg - Notfallseelsorge im Kreis: Bibel und Bär im Notfallkoffer

Notfallseelsorge im Kreis: Bibel und Bär im Notfallkoffer

Letzte Aktualisierung:
11905170.jpg
Er kann Kindern Trost spenden und Halt geben: Teddybär aus dem Notfallkoffer der Notfallseelsorge.

Kreis Heinsberg. Ob es sich um einen plötzlichen Todesfall im Haus handelt, um die Folgen eines schweren Verkehrsunfalls oder um ein Großschadensereignis: Die etwa 30 evangelischen und katholischen Mitarbeitenden der Ökumenischen Notfallseelsorge im Kreis Heinsberg stehen an 365 Tagen im Jahr rund um die Uhr zur Verfügung, um erste Hilfe zu leisten.

Alarmiert von der Rettungsleitstelle des Kreises Heinsberg, ­rücken sie aus, um gemeinsam mit der Polizei eine Todesnachricht zu überbringen, von einem Todesfall betroffenen Menschen in den ersten Stunden zur Seite zu stehen, praktische Handreichungen in der Notsituation zu leisten, bei den Betroffenen zu bleiben, bis Angehörige oder Freunde kommen.

Die Notfallseelsorgerinnen und Notfallseelsorger hören zu, führen Gespräche, beten auf Wunsch mit Hinterbliebenen oder lesen einen tröstlichen Text aus der Bibel, vermitteln Kontakte zu Ortspfarrerinnen und Ortspfarrern sowie zu Selbsthilfegruppen.

Der Notfallkoffer, den sie mit sich führen, enthält wichtige Hilfsmittel für die Arbeit: die Bibel, Gesangbuch beziehungsweise Gotteslob, eine Kerze, aber auch den Teddybären, den Kinder brauchen, um sich in einer Katastrophe daran festhalten zu können.

Gab es 2001 noch etwa 40 Einsätze pro Jahr, so waren es 2015 schon mehr als 80 Einsätze. Zahlenmäßig an der Spitze lag die Hilfe bei häuslichen Todesfällen, gefolgt von Todesbenachrichtigungen in Zusammenarbeit der Polizei. Auch Suizidfälle oder Einsätze bei Unfällen, nach plötzlichem Kindstod oder Einsätze im Krankenhaus erforderten die Hilfe durch die 20 Hauptamtlichen und elf Ehrenamtlichen der Notfallseelsorge. Die Gesamtzahl der Einsätze war im Vergleich zu den Vorjahren fast unverändert hoch.

Das bedeutet: Notfallseelsorge erfüllt nach wie vor eine wichtige und unverzichtbare Aufgabe im Kreis Heinsberg. Betroffene, aber auch die Rettungsdienste, Polizei und Feuerwehr haben die Arbeit der Mitarbeitenden schätzen gelernt.

Finanziert wird die Arbeit durch die beiden beteiligten Kirchen, durch Spenden und durch Sponsoring des Kreiswasserwerkes.

Die Organisation der Dienstpläne liegt in den Händen der beiden Koordinatoren: Pastoralreferent Wolfgang Sybrandi für die katholische Kirche, Pfarrer i. R. Manfred Jung für den evangelischen Kirchenkreis Jülich. Sie kümmern sich auch um Fortbildung und Supervision für die Mitarbeitenden. Und sie achten darauf, dass die Mitarbeitenden auch für sich selbst gut sorgen, damit sie bei ihrer schwierigen Arbeit nicht auf der Strecke bleiben. So organisieren sie nach besonders belastenden Einsätzen die Möglichkeit einer zeitnahen Betreuung durch eine Supervisorin oder einen Supervisor.

Aber nicht nur in der Bewältigung bereits eingetretener Katastrophen stehen die Mitarbeitenden ihre Frau beziehungsweise ihren Mann. Auch an der Präventionsveranstaltung „Crash Kurs NRW“ für junge Autofahrerinnen und Autofahrer, die bisher über 10 000 Schülerinnen und Schüler erreichte, war und ist die Notfallseelsorge beteiligt.

Leserkommentare

Leserkommentare (1)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert