Heinsberg - Noch ist keine Lösung für die JVA-Anwohner in Sicht

Noch ist keine Lösung für die JVA-Anwohner in Sicht

Von: Verena Müller
Letzte Aktualisierung:

Heinsberg. Die Situation der Anwohner der Justizvollzugsanstalt (JVA) Heinsberg hat sich nicht verbessert. Das sagt jedenfalls Guido Siebert, einer der Betroffenen.

Seit der Erweiterungsbau Anfang des Jahres seinen Betrieb aufgenommen hat, haben sich an die 100 Anwohner über ständige, vor allem nächtliche Lärmbelästigung beschwert. Häftlinge unterhalten sich über offene Fenster, beschallen die Umgebung mit Musik und nehmen sogar über die Gefängnismauer, die von den zwei oberen Geschossen überragt wird, Kontakt mit der Außenwelt auf.

Anfang April hatte es eine Ortsbegehung der JVA durch den Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW (BLB) und das Justizministerium gegeben, Konkretes ist dabei noch nicht rumgekommen. „Ich war zu dem Zeitpunkt im Urlaub”, sagte Anstaltsleiterin Ingrid Lambertz. Sie wisse nur, dass es verschiedene Vorschläge gebe, unter anderem, Bäume zu pflanzen. Die Mauer einfach höher zu ziehen, ginge alleine schon aus statischen Gründen nicht. „Man muss gucken, was technisch möglich ist”, sagte sie. Eine bestimmte Lösung favorisiere sie nicht, sondern einfach die effektivste. Für den 15. Mai sei ein weiterer Termin angesetzt, bei dem die beteiligten Parteien über das weitere Vorgehen beraten und Beschlüsse fassen wollten.

Aus der Sicht der JVA-Leiterin ist es „leiser geworden, merkwürdigerweise”. Auch die Beschwerden seien weniger geworden. Die oberste Etage sei nach dem Umverlegen der U-Häftlinge nach wie vor leer, eine weitere Gruppe sei außerdem in den alten Gebäudetrakt verlegt worden.

Guido Siebert reagierte verwundert über die Aussage der Anstaltsleiterin, die Lage habe sich verbessert. Er glaubt, dass die Anrufe einfach nicht mehr alle protokolliert würden. „Daraus zu schließen, die Situation habe sich entspannt, ist völlig abwegig”, sagte er. „Wir sind weiterhin in unserer Nachtruhe und an den Wochenenden ab Mittag gestört.”

Enttäuscht sei er auch darüber, dass die Anwohner nicht zum Ortstermin eingeladen worden seien und über die Antwort von Stephan Pusch auf ein Schreiben, das 76 Anwohner an den Landrat gerichtet hatten. Darin hatten sie ihre Situation geschildert und um Unterstützung gebeten. Pusch antwortete, dass er zwar nachempfinden könne, dass die Situation als belastend empfunden werde, er müsse „allerdings klarstellen, dass der Kreis weder in bau- noch in polizei-/ordnungsrechtlicher Hinsicht oder aus sonstigen Gesichtspunkten für die Justizvollzugsanstalt und die mit ihr verbundenen spezifischen Belastungen zuständig” sei. Es sei ihm als Landrat deshalb verwehrt, ein Votum gegenüber dem Justizministerium abzugeben.

Welche Lösung herbeigeführt wird, ist noch offen. Klar ist, dass die Umverteilung der Häftlinge auf andere Räume nur eine Interimslösung ist, denn bald müssen - im Zuge der Vereinheitlichung der Schließsysteme - die Türen im alten Trakt ausgetauscht werden.

JVA-Leiterin Lambertz ist trotzdem zuversichtlich: „Ich verspreche mir viel davon, dass bald mit der Ausbildung der Jugendlichen begonnen werden kann”, sagte sie. Dies, zusammen mit weiteren Beschäftigungsmaßnahmen, würde sicherlich dazu führen, dass die Häftlinge ausgeglichener und ruhiger würden.
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