„Nirgendwo ist hier“: Ausstellung im Martin-Luther-Haus

Von: koe
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Im Erkelenzer Martin-Luther-Haus wurde die Ausstellung „Nirgendwo ist hier“ eröffnet: Einführende Worte sprach Ali Ismailovski (r.), der die Fotos Pfarrer Günter Wild und Elke Bennetreu von der Evangelischen Erwachsenenbildung erläutert. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. „Nirgendwo ist hier“ lautet der Titel einer Ausstellung, die von der Evangelischen Kirchengemeinde Erkelenz und der Evangelischen Erwachsenenbildung im Kirchenkreis Jülich bis zum 20. November im Martin-Luther-Haus in Erkelenz an der Mühlenstraße präsentiert wird.

In Zusammenarbeit mit der Ecosign-Akademie für Gestaltung aus Köln sowie den Fachhochschulen Bielefeld und Dortmund hatte der Flüchtlingsrat NRW ein Projekt initiiert, in dem sich die Studierenden auf unterschiedlichen Wegen der Thematik „Flucht und Asyl“ nähern sollten. Insgesamt sind im Eingangsbereich des Martin-Luther-Hauses mehr als 100 Exponate zu entdecken, die näher zu betrachten, sich lohnt.

Die Besucher der Ausstellung wurden aufgefordert, sich spontan über die Wirkung der Bilder auf sie zu äußern. Die Fotografen hatten sich „ein Bild gemacht“, sich mit wirklichkeitsbezogener Fotografie auseinandergesetzt. Ali Ismailovski, Vorstandsmitglied des Flüchtlingsrates NRW und in Erkelenz aufgewachsen, erläuterte bei der Ausstellungseröffnung das Projekt und die Arbeit des Flüchtlingsrates.

Er ging auf „das Elend in unserer Gesellschaft“ ein und umriss die Thematik „Nirgendwo ist hier“. Viele Beispiele konnte er aus eigener Erfahrung beisteuern, und den interessierten Besuchern wurde schnell klar: Da spricht ein Mann, der mitten in der Thematik steckt, der weiß, wovon er spricht. „Flucht und Abschiebung“, zwei Begriffe, die Ali Ismailovski nicht unbekannt waren.

Fragen wurden aufgeworfen wie: „Bin ich sicher in meinem Status? Kann ich in Deutschland bleiben oder werde ich abgeholt und abgeschoben?“ Die Themen „Flucht und Asyl“ wurden beleuchtet: „Was nimmt man mit, wenn man nicht weiß, wohin es geht? Wie richtet man sich ein, wenn man nicht weiß, wie lange man bleiben kann? Wie verständigt man sich, wenn man eine Sprache nicht spricht?“

Die Reihe der angesprochenen Themen war lang und wurde durch die Fotografien eindrucksvoll unterlegt. Bei diesem Projekt mit Bildern wurde deutlich, was es bedeuten kann, ein Flüchtling zu sein. Den zahlreich erschienenen Betrachtern der Bilder wurde deutlich gemacht: „Fotografie kann ein Spiegel sein, den man dem Betrachter vorhält.“

In vielen Gesprächen wurde die Thematik der Ausstellung unter den Besuchern der Ausstellungs­eröffnung diskutiert.

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