Kreis Heinsberg - Niemandskatzenprojekt: Tierschutzverein kümmert sich um Streuner

Niemandskatzenprojekt: Tierschutzverein kümmert sich um Streuner

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Luke und Lenny: Sie wurden im Rahmen des Niemandskatzenprojekts aufgepäppelt und genießen nun ihr ­Hauskatzenleben.
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Werben für das Niemandskatzenprojekt: Bianka Mai, Vorsitzende des Tierschutzvereins, und Landrat Stephan Pusch.

Kreis Heinsberg. Als sie geboren wurden, hatten die zwei hübschen schwarzen Kater mit dem weißen Lätzchen und den weißen Pfoten weder Namen noch eine gute Zukunftsperspektive. Die namenlosen Katerchen wurden in eine Streunersippe hineingeboren. Eine Sippe, in der Krankheiten, Hunger und Parasiten die prägenden Elemente sind – und wo vor allem das Recht des Stärkeren gilt.

Schnell wurden die kleinen schwarzen ­Racker krank und litten unter starkem Wurmbefall und Schnupfen. Wahrscheinlich hätten sie den ersten Winter nicht überlebt, wenn nicht die rettenden Engel gekommen wären…

Die rettenden Engel waren die Mitstreiter des Niemandskatzenprojekts vom Tierschutzverein für den Kreis Heinsberg, das es – gefördert durch das Land Nordrhein-Westfalen – im Kreis Heinsberg gibt. Denn anders als die acht Millionen gut umsorgten Stubentiger in Deutschland fristen die Niemandskatzen ein trostloses Leben in leer stehenden Scheunen, auf Abbruchgrundstücken oder auf Firmengeländen. Weil einige wohlmeinende Menschen diese Katzen hin und wieder füttern, reicht die Kraft zumindest, um sich weiter unkontrolliert zu vermehren. „Damit wird das Leid oft nur noch vergrößert“, so Bianka Mai, Vorsitzende des Tierschutzvereins für den Kreis Heinsberg.

Nachhaltiger Tierschutz

Mit dem Niemandskatzenprojekt und dem zur Verfügung stehenden Geldern ist es nun im Kreis Heinsberg möglich, nachhaltigen Tierschutz zu betreiben, indem die erwachsenen Tiere mit Lebendfallen eingefangen, gekennzeichnet, kastriert, gegebenenfalls tierärztlich behandelt und danach wieder freigelassen werden. Freigelassen deshalb, weil sich solche Streuner nicht mehr für ein Zusammenleben mit Menschen erziehen lassen. Bis 2016 wurden auf diese Weise rund 150 freilebende Streuner kastriert. „150 Katzen, die sich nun nicht mehr vermehren können“, ist Bianka Mai stolz auf das Erreichte. Nach ihren Angaben entstehen trotz der Förderung pro Katze durchschnittlich noch rund 50 Euro Kosten. „Und daher sind wir für dieses wichtige Projekt trotz Landesförderung auf Spenden angewiesen.“

Katzenbabys, die in Streunersippen eingefangen werden, haben es im Niemandskatzenprojekt noch etwas besser. Sie werden in Pflegestellen vermittelt, so wie die beiden schwarzen Katerchen mit den weißen Lätzchen und den weißen Pfoten. Sie kamen zur Projektbegleiterin Tina Katzler in Waldfeucht und erhielten bei ihr in der Pflege die Namen Luke und Lenny. Bei ihr wurden die beiden wie zwei andere kleine Miezen medizinisch versorgt, gut gefüttert und an ein Leben mit Menschen gewöhnt. Wenige Wochen später wurden Luke und Lenny in einen Haushalt in Heinsberg-Oberbruch vermittelt und freuen sich seit fast einem Jahr – gesund, munter und wohl umsorgt – ihres spannenden Hauskatzenlebens. Auch in diesem Jahr hat Tina Ketzler wieder fünf Babykatzen aus dem Niemandskatzenprojekt aufgepäppelt. Diese fünf wurden am vergangenen Wochenende bereits über das Tierheim ­allesamt erfolgreich vermittelt.

Besuch im Kreishaus

Bei einem Besuch im Kreishaus im Vorfeld des Weltkatzentages an diesem Dienstag berichtete Bianka Mai dem Landrat über den Verlauf des Niemandskatzenprojekts. Stephan Pusch zeigte sich nach wie vor sehr angetan von diesem nachhaltigen Tierschutzprojekt .„Das ist ein sehr sinnvolles Projekt, daher habe ich gerne 100 Euro für die Niemandskatzen und zwei Patenschaften gespendet. Es hilft, die Streunersippen einzugrenzen und Leid zu vermindern.“

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