Kreis Heinsberg - Niedriger Milchpreis forciert Strukturwandel

Niedriger Milchpreis forciert Strukturwandel

Von: disch
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Rinder im Blickpunkt: Mehr als 35.000 werden im Kreis Heinsberg gezählt. Foto: imago
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Viele Auszeichnungen wurden beim Rinderzuchtverein für den Kreis Heinsberg verliehen. Foto: Lenz
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Franz-Josef Jaeger aus Heinsberg (r.), ehemaliger Kreistierzuchtberater, wurde zum Ehrenmitglied des Rinderzuchtvereins für den Kreis Heinsberg ernannt. Vorsitzender Hubert Ollertz-Mertens (l.) gratulierte. Foto: Lenz

Kreis Heinsberg. Der fortschreitende und durch den niedrigen Milchpreis forcierte Strukturwandel führt zu einem deutlichen Rückgang in der Zahl der Betriebe in der Milchleistungskontrolle.

Dies wurde im Geschäftsbericht für 2015/2016 deutlich, den Kreistierzuchtberaterin Jessica van Sloun als Geschäftsführerin des Rinderzuchtvereins für den Kreis Heinsberg bei der Mitglieder­versammlung am Dienstag im Hilfarther Haus Sodekamp-Dohmen vorlegte. In ihrem Bericht hatte sie einen Rückgang im Jahresvergleich von 145 auf 139 Betriebe verzeichnet, aber darauf hingewiesen, dass aktuelle Statistiken bereits einen weiteren Rückgang auf 123 Betriebe ausweisen würden. Es gibt aber immer noch mehr als 11.000 MLP-Kühe, also Kühe in der Milchleistungsprüfung.

Als Überblick über das gesamte Spektrum der Rinderhaltung im Kreis Heinsberg präsentierte van Sloun Zahlen der Tierseuchenkasse: Demnach werden kreisweit insgesamt 35.280 Rinder in 364 Betrieben gehalten; diese teilen sich in 180 Milchviehbetriebe, 13 Jungrinderaufzuchtbetriebe, 99 Mutterkuhhaltungen und 72 Mastbetriebe auf. Allerdings seien die Betriebe, die im letzten Jahr aufgehört hätten, von in diesen Zahlen noch nicht abgezogen.

In ihren Statistiken berichtete die Kreistierzuchtberaterin von 73 Herdbuchmitgliedern mit 6405 Herdbuchtieren. Es gab 1018 Herdbucheintragungen (gegenüber 1736 im Jahr zuvor) und 611 (607) Nachzuchtbewertungen, also insgesamt 1629 bewertete Tiere. Ein Appell an die Landwirte lautete denn auch, die Herdbucheintragungen zu nutzen. Vier Zuchtelitekühe sind ausgezeichnet worden. Die Ehrenurkunden wurden bei der Versammlung am Dienstag überreicht, aber auch viele weitere Auzeichnungen als Anerkennung von Erfolgen in der Milcherzeugung und in der Zucht sorgten für Freude.

Der Rinderzuchtverein für den Kreis Heinsberg würdigte aber auch langjähriges Engagement mit der Ernennung von zwei neuen Ehrenmitgliedern: Wilhelm Coe­nen aus Geilenkirchen-Beeck, der im vergangenem Jahr nach 38-jähriger Arbeit im Vorstand im vergangenen Jahr aus diesem Gremium ausgeschieden war, und Kreistierzuchtberater Franz-Josef Jaeger, der ehemalige Kreistierzuchtberater des Kreises Heinsberg, wurden für ihr Wirken mit der Ehrenmitgliedschaft belohnt. Vorsitzender Hubert Ollertz-Mertens konnte Jaeger vor Ort gratulieren; Coenen wurden die Glückwünsche übermittelt, da er erkrankt war und an der Versammlung nicht teilnehmen konnte.

Bei ihrem Blick zurück auf das vergangene Jahr hatte die Kreistierzuchtberaterin auch den dritten Rang für den Kreis Heinsberg bei der Jungzüchter-Olympiade in Viersen lobend erwähnt und insbesondere die erste Heinsberger Höfetour, die von der Kreisbauernschaft Heinsberg im Selfkant veranstaltet worden war, in den Blickpunkt gerückt. Auch zwei Herdbuchbetriebe hatten ihre Tore geöffnet. Die Höfe seien „sehr, sehr gut besucht“ gewesen, die Aktion sei „ein voller Erfolg“ gewesen, freute sich Jessica van Sloun.

Für die Rinderzüchter standen bei diesem Heinsberger Rindertag natürlich die beiden informativen und intensiv diskutierten Fachvorträge im Mittelpunkt: „Eiweiß­versorgung unserer Milchkühe – ist eine GVO-freie / sojafreie Fütterung möglich?“ und „Trocken­steherfütterung – mit ihr steht und fällt die gesamte Laktation“ lauteten die Themen. Die Referentin war aus dem hohen Norden Deutschlands angereist: Prof. Dr. Katrin Mahlkow-Nerge von der Fachhochschule Kiel.

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