Nicht nur das Laub kann zur Gefahr werden

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Kreis Heinsberg. „Der Herbst kommt. Die Pflicht zur Verkehrssicherung auch.” Darauf weist jetzt die Eigentümerschutz-Gemeinschaft Haus & Grund Heinsberg und Umgebung hin. Dabei berge nicht nur das Laub auf den Straßen eine Gefahr. Auch herabfallende Dachziegel oder umstürzende Bäume nach einem Herbststurm könnten gefährlich werden.

Die meisten Gemeinden haben laut Eigentümerschutz-Gemeinschaft die Pflicht zum Kehren der Bürgersteige auf die Eigentümer der angrenzenden Grundstücke übertragen. Die Verkehrssicherungspflicht treffe dabei den Eigentümer nicht nur bei Eisbildung und Schneefall, sondern vor jeglichen Gefahrenquellen für Fußgänger. So könne ein mit Laub bedeckter Gehweg gerade bei Regen sehr rutschig werden.

Laub, das von eigenen Bäumen auf den öffentlichen Gehweg gefallen sei, sollte daher auf dem eigenen Grundstück entsorgt werden. „Eigentümer könnten das Laub beispielsweise kompostieren oder als Frostschutz für Gartenpflanzen verwenden”, empfiehlt der Vorsitzende von Haus & Grund Heinsberg und Umgebung, Dr. Michael Vondenhoff. Anfallendes Laub von Bäumen im öffentlichen Straßenraum werde in der Regel von der örtlichen Straßenreinigung beseitigt. Dieses Laub müssten die Eigentümer nur zu Haufen zusammenfegen, so dass Straßenrinnen und Gullys nicht verstopft würden.

Zwar könnten Dritte - wie zum Beispiel die Mieter - das Laubfegen übernehmen. „Allerdings bleibe auch in diesem Fall der Eigentümer zur Überwachung verpflichtet, zumal der Mieter nicht jeden Tag nachkehren müsse”, erläuterte Vondenhoff. Für Komplexe mit Eigentumswohnungen gelte, dass dort alle Wohnungseigentümer gemeinsam verpflichtet seien, dass vor ihrem Anwesen das Laub entfernt werde. Ein verunglückter Fußgänger könne sich demnach mit Schadenersatzansprüchen wahlweise an die Eigentümergemeinschaft oder aber auch gegen einen einzigen Eigentümer wenden, der in Höhe seines Miteigentumsanteils hafte.

Gleiches gilt laut Vondenhoff für umstürzende Bäume, vom Sims wehende Blumentöpfe und herabfallende Dachziegel nach einem Herbststurm. Nach der Rechtsprechung müsse ein ordentlich gewartetes Dach einem normalen Sturm standhalten. Dazu sei erforderlich, dass einmal im Jahr eine fachmännische Dachbegehung durchgeführt werde. Für Bäume im Garten gelte, dass der Eigentümer nicht hafte, wenn die Bäume gegen normale Einwirkungen der Naturkräfte widerstandsfähig seien. Sei der Baum aber vorher erkennbar krank gewesen oder schlecht gepflanzt worden, habe der Eigentümer seine Verkehrssicherungspflicht verletzt.

„Der Gartenbesitzer muss auch seine Bäume regelmäßig auf Krankheiten, Überalterung und Standfestigkeit hin kontrollieren”, so Vondenhoff. Im Regelfall genüge es, die Bäume zweimal im Jahr zu prüfen - im belaubten und im unbelaubten Zustand. Bei verdächtigen Umständen wie dürren Ästen, Beschädigungen oder Schiefstellung müsse der Baum eingehender untersucht werden. „Erst dann hat man wirklich Ruhe vor dem Sturm”, meint Vondenhoff.
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