Nicht Gleichheit, sondern Gleichwertigkeit gefragt

Von: hewi
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Für das musikalische Programm sorgte unter anderem der Erkelenzer Folklorechor Rjabinuschka mit russischen Volksweisen. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Am 8. März war der Internationale Frauentag, an dem auf die Ungleichbehandlung von Mann und Frau und die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen von Frauen hingewiesen wird. Aus diesem Anlass hatte die Arbeitsgemeinschaft der Gleichstellungsbeauftragten aus dem Kreis Heinsberg am Samstag zum Internationalen Frauenfrühstück in die Mensa des Schulzentrums nach Erkelenz eingeladen.

Angesprochen waren Frauen aller Nationen aus dem Kreisgebiet.

„Wir möchten möglichst viel voneinander kennenlernen und sind neugierig auf das Neue, das uns erwartet“, erklärte Elke Bodewein. Die Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Erkelenz lud die Frauen ein, Kontakte zu knüpfen und voneinander zu lernen. Bodewein und ihre Kolleginnen im Kreis und in den Kommunen organisieren jedes Jahr rund um den Frauentag eine gemeinsame Veranstaltung. In diesem Jahr war wieder Erkelenz an der Reihe. Mit dem Frauentag werde an die Rechte der Frauen erinnert, betonte sie und erinnerte an die über hundertjährige Tradition und das Engagement der Frauen zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Damals ging es um das Wahlrecht. „Was wollen wir heute mit dem Frauentag?“, fragte sie in die Runde der zahlreich erschienenen Frauen.

Thema Gleichberechtigung

Der erste der beiden Schwerpunkte des Internationalen Frauentages sei weiterhin der Kampf um Gleichberechtigung. Es sei ein „grundlegender Irrtum, bei der Gleichberechtigung von Gleichheit auszugehen“. Vielmehr baue Gleichberechtigung auf Gleichwertigkeit auf, „die Andersartigkeit anerkennt“. Männer müssten keine weiblichen Eigenschaften übernehmen und Frauen keine männlichen. Es seien Respekt und Akzeptanz für den jeweils anderen gefordert. Der zweite Schwerpunkt sei Stolz. „An diesem Tag können Frauen mit Stolz auf das bisher Erreichte zurückblicken und dies auch bewusst feiern“, erklärte sie.

Kritik übte die stellvertretende Bürgermeisterin Astrid Wolters. Die Unterstützung beim Spracherwerb und die Integration in den Arbeitsmarkt für Frauen mit Migrationshintergrund seien „leider nicht immer gut organisiert“. Die Frauen seien die Multiplikatoren im Kampf um eine bessere Zukunft. „Um gemeinsam gut leben zu können und eine gemeinsame Zukunft aufzubauen, müssen wir uns kennenlernen“, erklärte Wolters. Dazu seien treffen wie das Frauenfrühstück „unglaublich hilfreich“.

Gewalt werde in Deutschland nicht toleriert, auch nicht in der Ehe. Um das zu garantieren, müssten die bestehenden Gesetze konsequent umgesetzt werden. Die Ehe habe in ihrer Funktion als „Versorgungsunternehmen“ ausgedient. Dennoch seien die Rahmenbedingungen für Männer und Frauen unterschiedlich. Da sei noch viel zu tun. Es sei nicht hinzunehmen, dass Menschen sich ihre Altersvorsorge nicht leisten können, „weil sie Kinder haben“. Frauen nähmen der Gesellschaft Aufgaben ab, doch diese bringe es nicht fertig, „diese Leistungen auch wirtschaftlich anzuerkennen“.

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