Neuordnung im Grundschulbereich: Kurze Beine sollen kurze Wege laufen

Von: Rainer Herwartz
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Die schwindende Zahl der Schü
Die schwindende Zahl der Schüler führt in Heinsberg zu den ersten Grundschulfusionen. Die Standorte sollen auf diese Weise jedoch erhalten werden. Foto: imago/Felix Jason

Heinsberg. „Über allen Gipfeln ist Ruh”, schrieb einst Goethe. Dass er dabei an die Schulkonferenzen der Heinsberger Grundschulen gedacht haben könnte, wäre allzu abwegig. Dennoch könnte es passen.

Denn sowohl an der Carl-Begas-Schule in Schafhausen und Unterbruch, der Katholischen Grundschule Heinsberg III in Grebben, der Nikolausschule in Kempen als auch der Katholischen Grundschule in Karken regten sich keinerlei Bedenken im Hinblick auf die geplante Neuordnung im Heinsberger Grundschulbereich. Kein Wunder, dass auch die Mitglieder des Schul- und Kulturausschusses jetzt unisono das Konzept auf den Weg schickten.

Um dem Grundsatz „Kurze Beine - kurze Wege” Rechnung zu tragen, sollen kleine wohnortnahe Grundschulstandorte möglichst erhalten werden. Nicht immer ein leichtes Unterfangen, gilt doch die vom Land vorgegebene Regel, dass die Mindestgröße einer Grundschule auf 92 Kinder festgelegt ist. Wird diese Zahl unterschritten, kann eine solche Einrichtung lediglich als Teilstandort eines größeren Ganzen weiterbetrieben werden.

Vor dem Hintergrund dieser Neuregelungen, die sich aus sinkenden Schülerzahlen ergeben, hatte der Schul- und Kulturausschuss bereits Ende Mai auf Antrag der CDU-Fraktion beschlossen, die Möglichkeit von Zusammenlegungen zu prüfen. Nach der gesetzlichen Neuregelung, die in Kürze vom Landtag verabschiedet werden dürfte, könnten auf diese Weise die Grundschulstandorte in der Kreisstadt zunächst beibehalten werden.

Die Nikolausschule in Kempen wird demnach zum Schuljahr 2013/2014 aufgelöst und als Teilstandort dem Hauptstandort Karken hinzugefügt. „Beide Schulen sind Bekenntnisschulen. Aus Sicht der Schulaufsicht wird die Bildung dieses Schulverbandes unterstützt”, erklärt der Schulamtsdirektor des Kreises Heinsberg, Peter Kaiser.

Die Sonnenschein-Schule an der Westpromenade, die größte Grundschule im Stadtgebiet, soll mit dem Teilstandort Unterbruch der bisherigen Carl-Begas-Schule Unterbruch-Schafhausen verbunden werden. Das bietet sich an, da schon jetzt Kinder aus Unterbruch die Sonnenschein-Schule besuchen.

Im Schuljahr 2012/2013 werden nur noch eine jahrgangsübergreifende Klasse 1/2 und eine Klasse 4 im Gebäude in Unterbruch beschult. Hintergrund der Entscheidung sei auch die Erwartung, so Kaiser, dass durch diesen Schulverband zukünftig wieder mehr Kinder aus Unterbruch die örtliche Schule besuchen werden.

Als Letztes wird die Katholische Grundschule Grebben mit dem Standort Schafhausen der Carl-Begas-Schule Unterbruch-Schafhausen verbunden. Als Begründung wird angeführt, dass die Ortsteile Schafhausen und Grebben ohnehin räumlich dicht beieinander liegen. Durch den Schulverband entsteht eine Schule mit etwa 180 Kindern.

„Die Bildung dieses Schulverbandes wird von der Schulaufsicht begrüßt. Er sichert auf Jahre hinaus die Beibehaltung der Schulstandorte Schafhausen und Grebben und dient den Kindern als fußläufig zu erreichende Schule”, meint Kaiser.
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