Neue und zeitgemäße Art der Begegnung

Von: Anna Petra Thomas
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„Sundayte”: Kirche auf dem S
„Sundayte”: Kirche auf dem Sofa bieten Friedel Beiten und Ute Reiche künftig alle zwei Wochen in der Pfarrkirche in Unterbruch. Foto: Anna Petra Thomas

Heinsberg-Unterbruch. Ein kräftiges Lila gepaart mit Orange, das sind die Farben der neuen, sogenannten Generationenkirche mit Namen „Sundayte”, die in St. Mariä Himmelfahrt in Heinsberg-Unterbruch Premiere feierte.

So begrüßte im Eingangsraum der Kirche nicht nur ein Banner in den Farben von „Sundayte” die Besucher. Einladend stand dort auch gleich ein Ledersofa in Lila und Orange, darauf die beiden Initiatoren des Projekts für die GdG Heinsberg-Waldfeucht: Gemeindereferentin Ute Reiche und Pastoralreferent Friedel Beiten.

Wer von dort weiter in die Kirche wollte, hatte es gar nicht so leicht. Geschickt platzierte Spiegel zwangen quasi durchs Labyrinth der Kirchenbänke. Sie sollten dazu animieren, über die eigene Befindlichkeit nachzudenken. „Je klarer ich sehe, desto besser sehe ich mich”, erklärte Reiche zu Beginn des Gottesdienstes.

Da hatte sie ihren Platz auf dem zweifarbigen Sofa gegen den auf einer weißen Couch getauscht und saß dort neben einem großen Teddybär. Die Zweifarbigkeit setzte sich auch im Kirchenraum auffällig fort: durch eine gelungen Dekoration auf dem Boden, ja sogar durch einen Anstrich auf den Sockeln der Säulen, die weiter oben ebenso farbig illuminiert waren.

„Sundayte” lade ein, „mit uns eine neue und zeitgemäße Art der Begegnung in unserer Kirche zu erleben und wachsen zu lassen”, hatte GdG-Leiter Propst Markus Bruns im Vorfeld der Premiere erklärt. Und so „kuschelte” auch er dann gemütlich im Sofa, sang mit den rund 50 Teilnehmern moderne Lieder, auf Deutsch und Englisch, aber auch in lateinischer Sprache, und klatschte dazu. Mit „Kirche (k)ein Segen?”, war der erste Gottesdienst überschrieben.

Nach einem kurzen, auf die Leinwand hinter dem Sofa eingespielten Video über ein Taufgespräch kam Reiche mit den Besuchern ins Gespräch. „Darf ein Punk Taufpate sein?”, lautete ihre Frage, die sie mit ihnen diskutierte. Von dort leitete sie über zur Frage nach dem Kindsein. „Was will ich mir von meiner Kindheit bewahren?”, fragte sie und bat alle Anwesenden, ihre Antwort auf eine Haftnotiz zu schreiben. Diese trug dann der Teddy als buntes Kleid.

Ganz bewusst wurde erst während des Gottesdienstes von einem Teilnehmer die Kerze in der Mitte angezündet, und alle waren eingeladen, sich ihrer Wünsche für ihr Leben bewusst zu werden und frei ihre ganz persönlichen Fürbitten vorzutragen. Dem gemeinsamen Vaterunser folgte schließlich der „Werbeblock”, wie Reiche die Werbung fürs Mittun im neuen Projekt nannte.

So waren die Premierenbesucher aufgefordert, auf Plakaten zu notieren, was ihnen gefallen hatte oder welche Änderungen sie sich wünschen. Eintragen konnten sie sich darüber hinaus als künftige Mitwirkende bei der Themenfindung für die Gottesdienste und deren Gestaltung, für die Unterstützung bei der Technik oder in der musikalischen Begleitung.

„Wir haben angefangen. Jetzt steht uns die Zukunft offen, die Idee des Miteinanders in dieser neuen Form von Kirche zu leben”, zog Bruns ein positives Resümee. Ein „Sundayte” gibt es in Unterbruch an jedem ersten Sonntag im Monat für Jugendliche, an jedem dritten für Erwachsene, jeweils um 18 Uhr, das erste für Erwachsene am Sonntag, 16. Oktober.
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