Neue Rettungswache soll in Waldfeucht entstehen

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Die Einsatzzahlen für die Rettungsdienst im Kreis Heinsberg (RD HS) gGmbH schnellen weiter in die Höhe: Im vergangenen Jahr gab es 23.002 Notfalleinsätze mit Rettungswagen, davon 7487 mit Notarzt vor Ort, sowie 8901 Krankentransporte.

Zum Vergleich: Im Jahr 2012 lagen diese Einsatzzahlen noch bei 17.753 und 7136 beziehungsweise 8073. Mit der aktuellen Fortschreibung des Rettungsdienstbedarfsplanes 2015 will der Kreis die notwendigen Konsequenzen ziehen. So soll die Rettungswagen-Vorhaltung um 324 Stunden wöchentlich erhöht werden – insbesondere am Standort Hückelhoven und an einem neuen Standort: in der ­Gemeinde Waldfeucht. Dort soll (wahrscheinlich in Haaren) eine neue Rettungswache errichtet werden.

In einem Erörterungsgespräch in der Kreisverwaltung hätten die Krankenkassen zu diesen Schritten – wie auch zu einer Erhöhung der Vorhaltung im Krankentransport um neun Wochenstunden – ihr Einvernehmen erteilt, berichtete Ralf Rademacher, Geschäftsführer der RD HS gGmbH, am Dienstagabend im Ausschuss für Gesundheit und Soziales, der unter Vorsitz von Norbert Reyans (CDU) in den Räumlichkeiten des Malteser Hilfsdienstes in Geilenkirchen tagte.

Kein Einvernehmen habe aber zu der Frage einer zusätzlichen Notarzt-Versorgung erzielt werden können, so Rademacher weiter. Da der Gesetzgeber keine gesonderte Hilfsfrist für das Eintreffen eines Notarztes festgelegt habe, werde seitens der Krankenkassen kein Bedarf gesehen, obwohl die im Rettungsdienstbedarfsplan des Kreises festgelegte Notarzt-Hilfsfrist (binnen zwölf Minuten in 90 Prozent der Fälle) im Südkreis nicht erreicht werde; aktuell liege der Wert im Raum Heinsberg / Geilenkirchen bei 87 Prozent „mit fallender Tendenz“. Rademacher erinnerte daran, dass der Plan mit diesen Vorgaben seinerzeit im Einvernehmen mit den Krankenkassen aufgestellt worden sei.

Die Gemeinde Waldfeucht könnte der fünfte Notarzt-Standort werden: nach Erkelenz, Geilenkirchen, Heinsberg und Wegberg. Favorisiert werde aber eine Teilnahme am Telenotarztsystem Aachen – einem „zukunftsträchtigen System“, so ­Rademacher. Doch zu beiden Optionen (Waldfeucht oder Telenotarzt) gebe es bislang kein Einvernehmen mit den Krankenkassen. Bei fehlendem Einvernehmen treffe die Bezirksregierung die notwendigen Festlegungen. Der Aufsichtsrat der kreiseigenen gemeinnützigen Rettungsdienst-Gesellschaft habe ­bereits für den nächsten Schritt votiert: Nun solle die Bezirksregierung angerufen werden. Auch der Ausschuss für Gesundheit und ­Soziales fasste am Dienstagabend einstimmig den Beschluss: „Die Verwaltung wird ermächtigt, zur Frage der zusätzlichen Notarzt-Versorgung die Bezirksregierung Köln um Entscheidung zu bitten. Dabei wird die Einrichtung eines Telenotarzt­systems favorisiert.“

Dr. Hanno Kehren (CDU) betonte die Priorität für die Telemedizin – auch aus regionalpolitischen Gesichtspunkten. „Das ist die Zukunft“, pflichtete ihm Karl-Heinz Röhrich (SPD) bei.

Losgelöst wie das „Tauziehen“ um den Notarzt weitergeht: Als ­sicher darf gelten, dass in der Gemeinde Waldfeucht eine Rettungswache entsteht. Sie soll den Reigen der Hauptwachen ­(Erkelenz, ­Geilenkirchen, Heinsberg und ­Hückelhoven) sowie Außenwachen (Gangelt, Selfkant, Übach-Palenberg, Wassenberg und Wegberg) um eine weitere Außenwache ergänzen. Dann wäre in jeder kreisangehörigen Kommune – also in allen zehn Städten und Gemeinden – eine Rettungswache vorhanden.

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