Neue Pläne fürs alte Freibad: Bouleplatz oder Wohnhaus?

Von: Anna Petra Thomas
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Reiner Wirtz präsentierte das
Reiner Wirtz präsentierte das Gelände in einer Fotomontage, bebaut mit fünf Einfamilienhäusern. Grafik: Rongen Architekten

Wassenberg. Ein Beachvolleyball-Feld, ein Bouleplatz, Einfamilienhäuser, eine Eislauffläche oder einfach nur Grün: Vielfältig waren die Vorschläge, die Vertreter der drei Wassenberger Architekturbüros den Mitgliedern des Wassenberger Planungs- und Umweltausschusses für eine Folgenutzung des ehemaligen Freibadgeländes in Wassenberg präsentierten.

Als „tolle Sache” würdigte Bürgermeister Manfred Winkens das Engagement der ortsansässigen Experten, die sich für diese kostenlose Arbeit zusammengefunden, Ideen ausgetauscht und dann jeweils eigene, detaillierte Pläne erarbeitet hatten.

Allen Präsentationen gemein waren die Vorschläge, das Freibad zurückzubauen, das auf dem Gelände noch vorhandene Schwimmmeisterhaus zu erhalten und den derzeit auf der gegenüberliegenden Straßenseite vorhandenen Spielplatz in das Gelände zu integrieren.

Den Anfang im Reigen der Präsentatoren machte Dirk Cordes vom Büro Cordes und Cohnen. Er schlug vor, die ehemalige Freibadfläche in eine ebenerdige Sportfläche zu verwandeln und als Platz für Beachvolleyball, für Boulespiele oder eventuell auch als Minigolf-Anlage zu nutzen. Der umgebende Bereich zur alten Stadtmauer hin könne dann für natürliche Tribünen genutzt werden, so Cordes.

Das ehemalige Schwimmmeisterhaus solle für einen Gastronomiebetrieb genutzt werden und eventuell durch einen neuen Pavillon ergänzt werden. Den mittleren Geländebereich stellte er sich als Freifläche vor, nutzbar im Sommer für Konzerte, im Winter als Eislauffläche. Den unteren, direkt an der Parkstraße liegenden Bereich sah er wie seine Kollegen als Platz für den Spielplatz.

Reiner Wirtz vom Büro Rongen Architekten präsentierte zwei unterschiedliche Ansätze. Der erste davon war, die Fläche in die bereits vorhandenen Grünflächen zu integrieren. Vorteil sei, „dass man relativ wenigen damit weh tut”, betonte er. Nachteil sei, dass diese Variante nicht produktiv sei und nur Geld koste.

Die Nutzung des ehemaligen Schwimmmeisterhauses sah er dabei als „Feierhaus”, dass von Gesellschaften angemietet werden könne. In einer Fotomontage präsentierte er den Ausschussmitgliedern dann das Gelände in einer Variante mit fünf Einfamilienhäusern „in attraktiver Lage”. So könne die Wohndichte in der Innenstadt erhöht werden, denn sie habe schon heute großzügige Grünanlagen, erklärte er.

Eine weitere Variante stellten Norbert Schiefke und Stefan Schädlich vor. Schiefke ging dabei zunächst noch einmal auf die Historie des Wassenberger Freibades ein. Es sei 1928 eröffnet worden und damit das erste Freibad im Kreis Heinsberg gewesen, betonte er. Grund genug für seinen Vorschlag, auf dem Gelände einen verkleinerten Sprungturm als Erinnerung zu platzieren. Wie schon der erste Ansatz von Wirtz lautete auch ihr Vorschlag, das Gelände als Grünanlage zu gestalten und in das vorhandene „grüne Band” zu integrieren.

Dabei soll ihren Vorstellungen zufolge die vorhandene Stadtmauer freigelegt und illuminiert werden. Ihren Überlegungen, dafür öffentliche Zuschüsse zu beantragen, folgte der Bürgermeister nicht. „Wir müssen erst mal gucken, was wir selber haben”, betonte er. Auch warnte er davor, den Erhalt des Schwimmmeisterhauses undiskutiert weiter zu planen, denn es sei marode und müsse eventuell ganz neu gebaut werden.

Die Ausschussmitglieder wollen die vorgelegten Pläne jetzt in ihren Fraktionen weiter beraten. Deutlich wurde allerdings bereits in der Diskussion, dass die Bebauung mit Einfamilienhäusern derzeit nicht zu den bevorzugten Varianten gehört. Winkens bat darum, bei der weiteren Diskussion auch die im Rathaus von den Jungen Liberalen und zwei Bürgern eingegangen Vorschläge in die Beratung einzubeziehen.

So schlagen die Jungen Liberalen unter anderem eine Nutzung als Open-Air-Kino vor, ebenso wie Frank Heimbach, der einen Beachvolleyball-Platz sogar mit Strandkörben ergänzen würde. Dagmar Sonnenschein sieht das Gelände als Familienplatz oder als Multifunktionsplatz, der auch von Vereinen genutzt werden könnte.

Vorstellbar wären für sie auch ein begehbares Backhaus oder eine kleine Imkerei, die dieses Gelände zu einem Lehrpfad ergänzen würde.
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