Neue Methode im Maria Hilf: Magnetfeld gegen Depressionen

Von: red
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Gangelt. „Durch die Behandlung mittels der rTMS geht es mir bedeutend besser”, sagt Michael K. Er ist an einer Depression erkrankt und gehört zu den Patienten, die im Krankenhaus Maria Hilf, dem Fachkrankenhaus für Psychiatrie und Psychotherapie im Kreis Heinsberg von der neuen Behandlungsmethode mit vier Buchstaben profitieren.

Seit Ende des vergangenen Jahres besitzt das Fachkrankenhaus ein Gerät, mit dem die sogenannte repetitive Transkranielle Magnetstimulation (rTMS) durchgeführt werden kann. „Vorher haben wir über mehrere Wochen getestet, wie die Behandlung mit rTMS rein praktisch in der Anwendung funktioniert. Weiterhin haben wir Daten erfasst, um feststellen zu können, inwieweit unsere Patienten von diesem Behandlungsansatz profitieren”, sagt Oberarzt Andreas Schreiber, der sich im Vorfeld intensiv mit der Methode beschäftigt hat. „Die Auswertung dieser Daten war so viel versprechend, dass wir anschließend nicht lange gezögert und das Gerät angeschafft haben.”

Die rTMS kann als zusätzliche Therapiemethode bei Patienten eingesetzt werden, wenn eine Standardtherapie nicht ausreichend ist. Bei dieser Methode wird ein ausgewählter, wenige Zentimeter umfassender Bereich im Gehirn stimuliert, den man punktgenau in das Magnetfeld bringen kann. Die Impulse dauern jeweils nur wenige Millisekunden. Der Patient sitzt während der Behandlung mit der Magnetspule am Kopf, wobei das Magnetfeld bis zu einer Tiefe von zwei bis drei Zentimetern einwirkt.

Hierbei durchdringt das magnetische Feld nahezu ungeschwächt das Gewebe und erzeugt eine elektrische Stimulation des Gewebes. Das Prinzip der Behandlung gleicht dem Untersuchungsprinzip der Kernspintomographie, wo auch mit einem Magneten Gewebe untersucht wird. Im Gegensatz hierzu wird die rTMS jedoch ohne enge Röhre durchgeführt. Die Anwendung ist schmerzfrei und eine der nebenwirkungsärmsten Behandlungsmethoden. Nach rund einer Viertelstunde ist der Patient fertig und kann ohne Nebenwirkungen mit seinem Alltag fortfahren.

„Bei der rTMS stimulieren wir den Bereich im Gehirn, in dem Depressionen wissenschaftlichen Erkenntnissen nach ursächlich entstehen. Das schlecht funktionierende Gebiet wird gezielt so stimuliert, dass dadurch die Depression positiv beeinflusst wird”, erklärt Oberarzt Andreas Schreiber. „Wir empfehlen eine Behandlungsdauer von sechs Wochen.” In dieser Zeit kommen die Patienten täglich von Montag bis Freitag zur Behandlung. Bei einem erfolgreichen Verlauf erfolgt eine Nachstimulation nach rund sechs Monaten.

„Wir freuen uns sehr über die tollen Erfolge bei der Therapie mit rTMS, die wir bereits nach wenigen Monaten verzeichnen können. Von dieser Erweiterung unseres Behandlungsspektrums profitieren unsere Patienten enorm”, zeigt sich Simeon Matentzoglu, Chefarzt und Ärztlicher Direktor des Krankenhaus Maria Hilf, von der neuen Behandlungsform überzeugt.
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