Neue Datenbank soll bei der Integration helfen

Von: hewi
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Jobcenter, Agentur für Arbeit und Deutsches Rotes Kreuz ziehen bei der Integration von Flüchtlingen an einem Strang. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Für die Förderung der Integration von Flüchtlingen mit Bleibeperspektive haben sich Jobcenter, Agentur für Arbeit und Deutsches Rotes Kreuz zusammengetan. Kooperationspartner und Unterstützer ist die Kreissparkasse Heinsberg.

Gemeinsam haben die Akteure eine Datenbank erstellt, die geflüchtete Menschen auf Arbeitssuche und Unternehmen aus der Region zusammenbringen soll. Arbeit sei neben Sprache und Wohnen sowie Kultur und Alltagskompetenz ein zentrales Element der Integration, erklärte Sparkassendirektor Thomas Pennartz bei der Vorstellung des neuen Integrationsnetzwerkes.

Die Zusammenarbeit hat bereits im Juli begonnen, nachdem die Datenbank zuvor einer zweimonatigen Testphase unterzogen worden war. Auch vor Ort zeigen die Partner Präsenz. Ruth Hanrath ist seit drei Wochen dabei. Sie vertritt das DRK im „Integration Point“ vom Jobcenter. Sie leistet dort praktische Hilfe von der Abtragstellung bis hin zur Vermittlung von Förderangeboten. Dabei ist sie auf die Hilfe von Übersetzern angewiesen. Auch sie hat Zugriff auf die Datenbank und kann so schnell entsprechende Angebote oder Schulungsmaßnahmen finden.

Zudem sollen in den vier sogenannten „Kristallisationspunkte“ des DRK – in Erkelenz und Heinsberg sowie in Hückelhoven und Geilenkirchen – auch Qualifikationen und Befähigungen der Jobsuchenden ermittelt werden.

Oftmals sei es die mangelnde Erfahrung mit den hierzulande gebräuchlichen Werkzeugen oder Maschinen, die eine schnelle Integration in den Arbeitsprozess erschwere. Dieses Defizit müsse zuerst behoben werden, weiß Christian Trox. Geschäftsführer vom Jobcenter Kreis Heinsberg, der ebenso wie sein Bereichsleiter Harald Heffels überzeugt ist von dem breit aufgestellten Netzwerk.

Die Flüchtlinge mit Bleibeperspektive seien zumeist hochmotiviert, erläuterte Doris Schillings. Die Geschäftsführerin Operativ der Agentur für Arbeit Aachen-Düren sieht genau dort den Ansatzpunkt. „Je länger es sich hinschleppt, umso mehr sinkt die Motivation“, erklärte sie. Daher sei auch eine frühzeitige Vermittlung von Praktika und Sprachkursen wichtig. „Da ist ganz praktische Hilfe zur Orientierung wichtig“, so Schillings.

Seit Jahresbeginn konnten im Kreisgebiet schon mehr als 150 Flüchtlinge in ein Arbeitsverhältnis vermittelt werden. Der Frauenanteil bei den derzeit betreuten Flüchtlingen liegt bei 35 Prozent.

Das Engagement habe auch eine langfristige Perspektive, betonte Thomas Pennartz mit Verweis auf den demografischen Wandel in der deutschen Gesellschaft. Diese Dimension sei auch im Bewusstsein der regionalen Wirtschaft angekommen.

Derzeit führe die Datenbank über 100 Unternehmen, die qualifizierte Flüchtlinge suchen würden, ergänzte Schillings. Das reiche vom Praktikum und dem Ausbildungsplatz bis hin zum konkreten Jobangebot. Auch nach einer erfolgreichen Arbeitsaufnahme sei es wichtig, den Flüchtlingen einen Ansprechpartner zur Seite zu stellen.

„Coaches“ oder „Paten“ sind schon heute ehrenamtlich im Einsatz, um die weitere Eingliederung zu begleiten. Bei der ehrenamtlichen Betreuung kommt wieder das DRK ins Spiel. Kreisgeschäftsführer Lothar Terodde verwies auf mehr als 100 Ehrenamtler, die für das DRK in der Qualifikation und Integration der Flüchtlinge aktiv seien. „Zu Beginn haben wir uns um die Unterbringung und Erfassung der Personen gekümmert“, beschrieb Terodde die Arbeit des DRK.

Nachdem nun ein wenig Ruhe eingekehrt sei, könne man sich der Integration derjenigen widmen, die bleiben könnten und wollten. Darüber hinaus stehe das vernetzte Hilfsangebot zur Eingliederung aber auch deutschen Hilfesuchenden zur Verfügung, betonten Terodde und Heffels.

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