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Neue Attraktion für Schacht 3: Korbschlitten für die Kohle

Von: cbo
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Franz-Josef Sonnen überreicht
Franz-Josef Sonnen überreicht Hermann-Josef Knur eine Barbara-Statue, Gustav Dieck und Fred Krings haben für Detlef Stab einen handgeflochtenen Korb Foto: Kerkhoff

Hückelhoven. Mit der Schließung der Zeche Sophia-Jacoba 1997 ging eine Ära in der Zechenstadt zu Ende. Seit dieser Zeit hat sich der Förderverein Schacht 3 zur Aufgabe gemacht, das Schachtgerüst als Industriedenkmal zu erhalten.

Auf Schacht 3 gelten heute das Maschinenhaus, die Schachthalle sowie der Barbarastollen als Anziehungspunkte für die Besucher. Seit einigen Tagen ist der Förderverein um zwei Attraktionen reicher: Zum einen kann der Verein die Nachbildung eines Kohleschlittens präsentieren.

Die Geschichte dieses Schlittens geht auf Mönche zurück, die 1113 in der Nähe des heutigen Kerkrade Kohle fanden. Diese Kohle bot für die arme Bevölkerung die Möglichkeit, kostengünstig heizen zu können. Holz, das in der damaligen Zeit als eigentlicher Brennstoff genutzt wurde, war nur den Reichen zugänglich.

Somit machte es der Kohlefund erst möglich, den Bergbau in dieser Region ins Leben zu rufen. Im Wurmrevier entstanden dadurch 70 kleinere Bergwerke mit einer Belegschaft von vier bis acht Personen.

Da es sich in den meisten Fällen um Familien handelte, fühlte sich der Vater für den Abbau der Kohle zuständig. Die Ehefrau und die Kinder kamen der Aufgabe nach, die Kohle zum Minenausgang zu bringen. Mit Hilfe eines Kohleschlittens, der aus einem Korbgeflecht auf Kufen bestand, konnte die Kohle transportiert werden.

Im Jahre 1910 wurde ein solcher Kohleschlitten in der Grube „Domaniale Mijn” bei Ausgrabungen gefunden. Aufgrund dieses alten Schlittens nahm der Vorsitzende des Fördervereins, Franz-Josef Sonnen, Kontakt mit dem Korbmachermuseum in Hilfarth auf. Innerhalb von vier Wochen erstellten Peter-Georg Meyer und Gustav Dieck den Korb, während sich Karl Heinz Apmann für die Fertigstellung der Kufen verantwortlich zeigte.

Mit dem Blick auf das neue Ausstellungsstück musste Sonnen feststellen, dass diese Nachbildung dem Original ganz erstaunlich nahe kommt.

Als Dank für ihr Engagement überreichte Franz-Josef Sonnen an den Vorsitzenden der Korbmacher Hilfarth, Hermann-Josef Knur, eine Skulptur der Heiligen Barbara für das Korbmachermuseum.

Neben dem Kohleschlitten konnte zum anderen als zweites Objekt ein Abortkübel präsentiert werden. Dieser Behälter mit verschließbarem Deckel stand für die Bergleute bereit, damit sie unter Tage ihren „menschlichen Bedürfnissen” nachkommen konnten.

Auch seitens der Hilfarther Korbmacher stellte Hermann-Josef Knur noch einmal heraus, welche wichtige Bedeutung die Berufe des Bergmanns sowie des Korbmachers für die Stadt Hückelhoven besaßen. Aus Dankbarkeit für die gute Zusammenarbeit überreichte Knur dem Förderverein symbolisch einen handgeflochtenen Korb.
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