Neu eingerichtete Naturgruppe: „Waldkita-Projekt ist ein voller Erfolg“

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Morgenkreis im Wald: Waldpädagogin Silvia van der Meer erzählt den Kindern eine Igel-Geschichte. Fotos (2): Lebenshilfe Heinsberg Foto: Lebenshilfe Heinsberg

Kreis Heinsberg. Die Lebenshilfe-Kita in Heinsberg hat zum aktuellen Kindergartenjahr erstmals eine Naturgruppe eingerichtet: Kinder mit und ohne Behinderung spielen und lernen im großen Wald zwischen Grebben und Dremmen. Waldpädagogin Silvia van der Meer begleitet und fördert die insgesamt 17 Kinder auf naturpädagogischem Standard.

Morgens um 9 Uhr im Wald, ­irgendwo hinter der neuen Trasse der Wurmtalbahn, gleich neben einer großen Lichtung: Es ist immer noch frisch, denn in der Nacht hat es gefroren. Auf einem schmalen Trampelpfad kommen 17 Mädchen und Jungen mit und ohne Förderbedarf im Alter von drei bis sechs Jahren angerannt. Warm eingepackt und gut gelaunt ziehen die Mitglieder der Naturgruppe der Lebenshilfe-Kita Triangel in Heinsberg mit ihrem Bollerwagen in den Wald – egal ob es regnet oder friert.

Seit 2016 gibt es diese Gruppe: „Nur bei Sturm oder sehr starkem Regen bleiben wir in der Kita, denn die Kids wollen einfach jeden Tag raus in den Wald“, berichtet Waldpädagogin Silvia van der Meer, die die Gruppe gemeinsam mit den Erzieherinnen Andrea Fuchs und Johanna Tholen betreut.

An ihrem Stammplatz im Wald angekommen, setzen sich alle zum Morgenkreis auf den Boden. „An diesem Platz wird es nun still, weil das Mäuschen mit uns essen will“, sagt Milosz. Er ist heute das Tageskind und eröffnet das Frühstück. Viel Hunger haben die Kleinen aber nicht, denn alle freuen sich schon darauf zu spielen. Nur ein paar Murmeln, ein Papprohr und ein Seil haben die Kinder mitgebracht, mehr nicht.

„Wozu auch? Der Wald ist ein riesengroßer Spielplatz.“ Silvia van der Meer arbeitet seit acht Jahren in der Kindertagesstätte der Lebenshilfe Heinsberg. Durch Spaziergänge mit ihrer Gruppe entdeckte sie die Natur als Raum für ihre pädagogische Arbeit und bildete sich als Waldpädagogin weiter. „Im Wald können die Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam spielen und toben.

Hier gibt es keine engen Räume, kein Überangebot an Spiel- und Beschäftigungsmaterialien und niemanden, den man stört. Vor allem Kinder mit Aufmerksamkeitsstörungen oder Hyperaktivität finden in der Natur zum ausgeglichenen Spiel mit anderen Kindern, denn die Lärmbelastung und der damit verbundene Stressfaktor sind im Wald bedeutend geringer“, weiß Silvia van der Meer.

Die Kinder haben keine Langeweile: Sie stapeln Äste, bauen ­Brücken oder stellen kleine Häuser auf, errichten Burgen oder kochen Suppen mit Blättern und Erde. In der Natur finden die Kinder schnell zu immer neuen und phantasievollen Rollenspielen zusammen, stellt Erzieherin Andrea Fuchs fest.

Und dabei ist die Krankheits- und Abwesenheitsrate auffallend gering. Kita-Leiterin Agi Hirtz ist begeistert: „Das Waldkita-Projekt ist jetzt schon ein voller Erfolg. Unsere Wald-Kinder sind fit, und sie haben sich zu einer engen Gemeinschaft entwickelt.“ Und natürlich haben sie alle viel gelernt da draußen im Wald, können schon die unterschiedlichen Baumarten benennen oder Vögel an ihrem Gesang erkennen.

„Das Leben im Wald ist spannend. Die Kinder sind immer wieder begeistert, was unsere Natur zu bieten hat“, freut sich Silvia van der Meer über das gelungene Projekt.

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