Selfkant-Höngen - „Nähen für ein Lächeln“: Aktion für krebskranke Kinder

„Nähen für ein Lächeln“: Aktion für krebskranke Kinder

Von: Mirja Ibsen
Letzte Aktualisierung:
15555420.jpg
Sterne, Streifen, Pünktchen: Stoff für sechs Beanie-Mützen und sechs Loop-Schals nimmt Gerda von Ameln-Laurien (r.) mit. Sie will sich auch für „Nähen für ein Lächeln“ an ihre Nähmaschine setzen. Die Aktion kommt bei Näherinnen in der Region richtig gut an. Foto: mib
15554789.jpg
Nicole Tiesarzik möchte krebskranken Kindern eine kuschelige Freude machen. Foto: mib

Selfkant-Höngen. „Warum machen Sie das?“, fragt die Dame in dem blau-weiß-gestreiften Pulli. Sie hat sich gerade sechs verschiedene Stoffe ausgesucht – mit Sternen, Streifen, Punkte. Daraus sollen nach einer kurzen aber intensiven Begegnung mit Nähmaschine und Faden Loop-Schals und Beanie-Mützen werden, und die wiederum sind für die Kinder und Jugendlichen der Kinderkrebsstation im Aachener Uniklinikum gedacht.

„Nähen für ein Lächeln“ nennt Nicole Tiesarzik ihre Aktion. Stoffe und Schnittmuster dafür können engagierte Näherinnen in ihrem Laden Selfkant-Stoffe in Selfkant-Höngen abholen. Und zwar kostenlos.

Die Höngenerin hat ein Plakat gebastelt, um auf die Aktion aufmerksam zu machen und das landete nach einem Aufruf im Radio bei Facebook. Seitdem ist richtig viel los in dem kleinen Lädchen an der Kirchstraße. Gerda von Ameln-Laurien ist an der Bushaltestelle von einer Bekannten angesprochen worden: „Du kannst doch nähen...“ Und jetzt nimmt sie die Stoffe mit in die Tüdderner Kreisverwaltung und versorgt auch ihre Kolleginnen. Schnittmuster gibt es dazu.

Aber ohne Größenangabe. Auf der Station werden Kinder von drei bis 20 Jahren behandelt, hat die Stationsleiterin Nicole Tiesarzik erzählt. Jede Größe werde gebraucht. Deshalb macht die Ladeninhaberin auch keine Vorgaben zum Stoff, Jugendlichen gefallen Krönchen und Traktoren vermutlich nicht so gut. Nur Jersey soll es sein. Für den Kuschelfaktor. Einen Link für ein Näh-Video auf Youtube hat die 41-Jährige auch notiert. „Damit auch Nähanfängerinnen mitmachen können.“

Warum Nicole Tiesarzik das macht? „Einfach nur, weil es Spaß macht“, sagt sie und weil die Welt immer egoistischer werde, weil viele sich nur noch um sich selbst kümmern. Das sei doch schade. Sagt sie. Und tut etwas. Früher, als sie noch Hygieneartikel vertrieben hat, sendete sie zu Weihnachten Toilettenpapier in Pink oder mit Weihnachtsmännern bedruckt an die Krebsstation.

„Da haben sich die Kinder riesig gefreut“, sagt sie. Heute hat sie einen Stoffladen. Und eine neue Idee. Das die solche Wellen schlägt, auch über die Region hinaus, hätte sie nicht gedacht. Sogar Näherinnen aus Baesweiler und Übach-Palenberg haben sich Material geholt.

Stoff im Wert bis 1500 Euro wird wohl über ihre Theke gehen, schätzt die Mutter zweier Kinder, und hofft, dass daraus auch ganz viele Mützen und Schals werden, die sie in der Weihnachtszeit der Krebsstation übergibt. Bis zum 30. November sollen die wärmenden Hals- und Kopfbedeckungen fertig sein. Jedes Stück ein Unikat.

Das Telefon klingelt. Die Lehrerin einer Eschweiler Schule ist am Apparat. Sie möchte mit der Näh-AG einer siebten Klasse mitmachen. Nicole Tiesarzik strahlt.

Wer noch mitnähen möchte, findet das Stofflädchen in der Kirchstraße 18 in Höngen. Nach telefonischer Vereinbarung (Telefon 02456/9089909) öffnet die engagierte Geschäftsfrau auch mal am Nachmittag die Tür. Warum? Für den guten Zweck.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert