Erkelenz-Katzem - Nachwuchs in der Alpaka-Familie

Nachwuchs in der Alpaka-Familie

Von: Helmut Wichlatz
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„Donner” heißt der Alpaka-N
„Donner” heißt der Alpaka-Nachwuchs bei Tanja und Stephan Klein in Katzem. Acht Tiere umfasst die Herde inzwischen. Foto: Helmut Wichlatz

Erkelenz-Katzem. Am ersten Juni bekamen Tanja und Stephan Klein besonderen Nachwuchs. Der kleine „Donner” erblickte das Licht der Welt und ist seitdem das jüngste Mitglied der Alpaka-Familie, die die Kleins in Katzem hegen und pflegen.

Der kleine Donner ist natürlich auch der erklärte Liebling der beiden Töchter Emily und Sophie. Kein Wunder, denn Alpakas seien besonders kinderlieb, wie Tanja Klein sagt. Und dazu sehen sie natürlich auch besonders putzig aus.

Schuld an der Alpaka-Leidenschaft der Kleins ist der Bauernmarkt auf Hohenbusch. Dort sahen die beiden ihre ersten Alpakas. „Es war Liebe auf den ersten Blick”, erinnert sich Tanja Klein. Eigentlich wollten sie das erste Tier nur als lebenden Rasenmäher verwenden. Doch Alpakas sind nicht gerne alleine. So kam ein zweites dazu, und wo Platz für zwei ist, da ist auch noch mehr drin. Mittlerweile haben die Kleins acht Alpakas, die sie getrennt nach Geschlechtern in zwei Herden halten.

Alpakas sind übrigens nicht, wie man oftmals hört, nur kleinere Lamas. Vielmehr zählen sie zwar auch zu den sogenannten Neuwelt-Kameliden, stellen aber eine ganz eigene Rasse dar. Seit rund 7000 Jahren werden Alpakas in der Andenregion gezüchtet und gehören somit zu den ältesten Haustieren. Im Gegensatz zu ihren großen Verwandten sind Alpakas jedoch nicht als Lasttiere geeignet und wurden von den Andenbewohnern vor allem zur Wollgewinnung und zum Aufpeppen des kargen Speiseplans gehalten.

Nicht auf dem Speiseplan

Gegessen werden sie in Katzem jedoch nicht. Dazu sind den Kleins ihre außergewöhnlichen Tiere zu sehr ans Herz gewachsen. Trotzdem müssen sie regelmäßig dran glauben. Einmal pro Jahr werden die Alpakas geschoren und die wertvolle Wolle zu Garn versponnen, das bei Kennern sehr beliebt ist. Pro Alpaka fallen im Jahr rund drei Kilo Wolle an, die dann für einen kuscheligen Pullover oder andere begehrte Strickwaren reichen.

Unter dem Namen „Nysterbach-Alpaka” werden die Wolle und fertige Kleidungsstücke aus Alpaka-Wolle auch vermarktet. Der Begriff „Wolle” trifft es nicht so ganz, denn er ist den eigentlichen Hauptlieferanten der Wolle, den Schafen, vorbehalten. Wie Mohair, Kaschmir oder Angora gehört die Wolle der Alpakas zu den „Edelhaaren”. Ihre Qualität wird regelmäßig geprüft und zertifiziert. Beim scheren wird zwischen A- und B-Qualität unterschieden.

„Am besten ist die Qualität von Bauch, Hals und Bein”, erklärt Stephan Klein, der bei der Schur seiner Tiere selbst Hand anlegt. Dabei zeigten die Tiere durchaus Vertrauen in ihre Menschen, denn sie halten still und machen nur in den seltensten Fällen Mätzchen.

Gespuckt wird auch

Spucken tun sie übrigens ebenso wie ihre Verwandten, die Lamas. „Wenn eine Stute den Hengst anspuckt, ist das ein sicheres Zeichen dafür, dass sie schwanger ist”, erklärt Klein. Die Schwangerschaft kann bis zu einem Jahr dauern, bevor die kleinen Alpakas das Licht der Welt erblicken. Weil sie Inzucht vermeiden wollen, dürfen die Hengste nicht in der eigenen Herde ihren Gelüsten nachgehen. Deckhengste mit guten Papieren sind gefragt und werden gerne von anderen Züchtern ausgeliehen, um frisches Blut in die dortigen Herden zu bringen.

Der kleine Donner kann im nächsten Jahr schon geschoren werden. Rund drei Jahre später wird er sich zu einem stattlichen Hengst entwickelt haben, der sicherlich das Interesse der Alpaka-Damen auf sich ziehen wird.
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