Nachvermittlung von Jugendlichen ohne Ausbildungsstelle

Letzte Aktualisierung:

Kreis Heinsberg. Trotz Krise wurden zum Stichtag 31. August zwischen Erkelenz und Euskirchen 1,8 Prozent mehr Ausbildungsplatzverträge (3691) abgeschlossen als vor zwei Jahren (3626), teilte die Industrie- und Handelskammer (IHK) Aachen mit.

Gleichzeitig ist die Zahl der Bewerber deutlich zurückgegangen. Das zeigte sich teilweise auch bei der Aktion zur Nachvermittlung von Jugendlichen ohne Ausbildungsstelle, organisiert von IHK, Handwerkskammer und Arbeitsagentur. Aus dem Kreis Heinsberg lud die vor Ort tätige Arbeitsagentur 68 Jugendliche ein.

Zu dieser Endspurt-Veranstaltung erschien nur knapp die Hälfte der eingeladenen und als „suchend” gemeldeten jungen Leute. Für Stadt und Kreis Aachen ist hingegen die Tendenz weiterhin eindeutig fallend: In den vergangenen Tagen waren in diesen Regionen rund 50 Prozent weniger Suchende eingeladen als im Vorjahr. Davon wiederum erschien nur ein gutes Drittel.

Mit Blick auf diese Lage stellte IHK-Geschäftsführer Heinz Gehlen heraus, dass Fachkräfte demnächst in weitaus größerem Maß fehlen würden, als dies heute sichtbar sei. Das könne sich bald „als Wachstumsbremse” niederschlagen. „Wer jetzt nicht ausbildet, auch schwächere Kandidaten nicht einbezieht, wird demnächst große Probleme haben, Fachkräfte zu finden.” Anwerbung von Personal aus dem Ausland sei eine Alternative mit „Pferdefuß”: erfahrungsgemäß deutlich teurer und in der Durchführung oft komplizierter.

Gehlen, der bei der IHK den Bereich Ausbildung leitet, ermunterte daher Betriebe, nicht mehr nur auf die Besten aus der eigenen Region zu schielen. „Auch schwächere unversorgte Schulabgänger sollen eine Chance bekommen.” Die IHK Aachen hatte dazu in diesem Sommer erstmals einen Impuls gegeben, indem sie gezielt Hauptschüler zu einer Stärke-Schwäche-Analyse eingeladen hatte.

Bereits jetzt gibt es nach Angaben der IHK Aachen im Bereich Gastronomie und Hotellerie sowie Informationstechnik mehr Stellen als Bewerber. Die IHK kann aktuell noch 180 freie Ausbildungs- und 85 Einstiegsqualifizierungsplätze anbieten. Letztere bestehen aus halb- bis ganzjährigen Praktika. Gehlen ist deshalb zuversichtlich, „dass ausbildungswillige und -fähige Jugendliche, die ein Interesse an IHK-Berufen haben, ein Angebot erhalten können.”
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert