Nachts soll für Lkw Tempo 30 gelten

Von: disch
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Kreis Heinsberg. Die Verkehrssituation auf der Karl-Arnold-Straße (K5) im Heinsberger Stadtteil Oberbruch hatte zu Protesten der von Lärm und Erschütterungen geplagten Anwohner geführt. Auch die Kreistagsfraktionen wurden eingeschaltet. Jetzt stand im Ausschuss für Umwelt und Verkehr ein Antrag der Grünen auf der Tagesordnung.

Die Verwaltung sollte prüfen, „welche kurzfristigen und welche langfristigen Maßnahmen zur Verbesserung der Wohnsituation der Anwohner möglich sind“. Unter anderem sollte geprüft werden, ob die Einrichtung einer Tempo-30-Zone auf der gesamten Straße, ein Durchfahrtsverbot für Lkw in den Nachtstunden, Verkehrslenkungsmaßnahmen und kurzfristige Lärmschutzmaßnahmen (zum Beispiel Flüsterasphalt) umsetzbar seien.

Karl-Arnold-Straße in Oberbruch

Amtsleiter Günter Kapell bestätigte das „höchste Verkehrsaufkommen“: Bei einer Zählung im Jahr 2010 seien 13 200 Fahrzeuge (darunter 680 über 7,5 Tonnen) verzeichnet worden. Die Karl-Arnold-Straße sei „sehr hoch belastet“. Mit Blick auf die aktuelle Entwicklung verwies er auf die von der dafür zuständigen Stadt Heinsberg bereits getroffene Entscheidung, auf einem Teilstück dieser Straße nachts – von 22 bis 6 Uhr – Tempo 30 für Lkw anzuordnen. Dies sei als „ein erster Schritt“ bezeichnet worden, so Kapell. Wobei im Ausschuss Einigkeit darüber herrschte, dass eine solche Anordnung nur Sinn mache, wenn es auch entsprechende Kontrollen gebe.

Der Amtsleiter kündigte zudem die aufgrund des sehr schlechten Straßenzustandes ohnehin von Kreis und Stadt geplante Sanierung an, die – wenn Fördermittel vom Land NW fließen sollten – 2015 erfolgen solle. Unter anderem sieht diese Baumaßnahme mit Gesamtkosten von 1,5 Millionen Euro eine von zehn auf sieben Meter verengte Fahrbahnbreite vor sowie die Schaffung eines lärmminderndes Straßenbelags. Als unrealistisch bezeichnete Kapell hingegen die Optionen Durchfahrtsverbot oder Verkehrslenkung – angesichts der überörtlichen Bedeutung dieser Straße als Verbding zwischen der Innenstadt und der Autobahnanschlussstelle Dremmen sowie als Erschließungsstraßen für Gewerbegebiete wie den Industriepark Oberbruch.

Saeffelen und Waldfeucht

Die Lärmbelastung für Anwohner war im Ausschuss auch ein Thema mit Blick auf die Ortsdurchfahrten in Selfkant-Saeffelen (L 228) und Waldfeucht (K 4). Die SPD-Kreistagsfraktion hatte den Antrag gestellt, diese von 22 bis 6 Uhr für den Lkw-Verkehr zu sperren. Sie seien eng, insbesondere die Durchfahrt von Lkw verursache eine erhöhte Staub- und Lärmbelästigung für die Anwohner. An zwei Engstellen und in einer Kurve in Saeffelen sei ein Begegnungsverkehr von Lkw nicht möglich. Bei einer Begegnung von Lkw und Pkw müsse der Bürgersteig überfahren werden. Da die Ortsdurchfahrt ­Saeffelen zunehmend auch von überregionalem Fernverkehr belastet werde und dies auch für Waldfeucht nach Fertigstellung der EK 5 zu befürchten sei, müssten die Anwohner in den Nachtstunden vor nicht zumutbarer Lärmbelästigung geschützt werden.

Nachdem die Verwaltung erklärt hatte, dass eine solche Sperrung nicht machbar sei, da auch keine Genehmigung dafür zu erwarten sei, einigte sich der Ausschuss auf Vorschlag der CDU einstimmig auf eine Kompromisslösung: Nun soll geprüft werden, ob nachts für Lkw in den beiden Ortsdurchfahrten Tempo 30 angeordnet werden kann.

Während für Waldfeucht und Saeffelen noch auf die Realisierung einer Ortsumgehung gehofft wird (Gespräche mit den niederländischen Nachbarn laufen), gebe es für eine Umgehungsstraße in Oberbruch „keine Möglichkeit“, bedauerte die Verwaltung.

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