Nach Flucht vor Krieg nun Lehre bei Sparkasse

Von: hewi
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Auszubildende Seite an Seite: Vanessa Hermandung und Rinas Korkaji im Kundenbereich der Kreissparkasse Heinsberg in der Erkelenzer Hauptstelle. Foto: Wichlatz

Kreis Heinsberg. Am 1. August hat Rinas Korkaji seine Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Kreissparkasse Heinsberg begonnen. Der 23-Jährige hatte zuvor ein Praktikum absolviert. Soweit nichts Ungewöhnliches, möchte man meinen.

Korkaji jedoch stammt aus dem umkämpften Aleppo und ist seit einem Jahr als Flüchtling in Deutschland.

In seiner syrischen Heimat hatte er vor dem Krieg ein Studium im Bereich Finanz- und Betriebswirtschaft aufgenommen und den Bachelor-Abschluss gemacht. Dann zwang der Krieg ihn und seine Familie zur Flucht nach Deutschland. Erste Station war Bielefeld, von dort ging es nach Herzogenrath. Über das Internet erlernte Rinas Korkaji die deutsche Sprache und war dann einer der Flüchtlinge, die nach Vermittlung der Industrie- und Handelskammer ein Praktikum bei der Kreissparkasse antraten.

Die Praktika waren Teil eines Projekts, das Auszubildende der Kreissparkasse gemeinsam mit Ausbildungsleiterin Melanie Liedtke auf die Beine gestellt hatten. Projekte mit sozialem Inhalt gehören zur Ausbildung bei der Sparkasse, erläuterte Liedke jetzt bei einem Pressetermin. So soll den angehenden Bankern soziales Engagement nähergebracht werden. Vanessa Hermandung ist Auszubildende bei der Sparkasse und in das Projekt involviert. „Bei der Erstellung des Konzeptes wurde uns klar, wie komplex das Thema ist“, erklärte sie. Doch die Azubis blieben am Ball – und im April trat eine Gruppe junger Flüchtlinge das Praktikum an.

Einer fiel dabei besonders auf: Rinas Korkaji. Schnell sei bemerkt worden, dass er unterfordert gewesen sei, berichtete Vanessa Hermandung. Und so herrschte im Hause der Kreissparkasse schnell Einigkeit, dass er eine Lehre beginnen könnte. Zuerst jedoch musste eine Aufenthaltserlaubnis her. Diese hat er jetzt für die Dauer seiner zweieinhalbjährigen Ausbildung. Auch später würde er gerne in Deutschland bleiben, betonte er. Seine Familie habe alles aufgegeben, um die Flucht nach Deutschland bezahlen zu können. Über die Chance, hierzulande eine Ausbildung zu beginnen, die auf seinem Studium aufbaue, freue er sich sehr.

Auch die Sparkasse freut sich. „Mit Menschen wie Rinas Korkaji erhalten wir als Unternehmen einen Mehrwert“, betonte Vorstandsvorsitzender Thomas Pennartz. Praktika und ein intensives gegenseitiges Kennenlernen seien der Schlüssel zur Integration in den Arbeitsmarkt.

Die Bereitschaft dazu sei in den Unternehmen der Region vorhanden, wusste auch Melanie Liedtke zu berichten. Aufgrund seiner guten Deutschkenntnisse und seines Engagements sei die Integration für Korkaji nicht schwierig. Auch eine verlängerte Ausbildungszeit sei bei ihm nicht nötig.

„Die deutsche Gesellschaft ist bunt“, so Pennartz. „Dies spiegelt sich auch bei den Mitarbeitern der Kreissparkasse wider.“ Korkajis Ausbildungplatz wurde zusätzlich geschaffen. Auch im kommenden Jahr solle das Projekt fortgesetzt und Flüchtlingen die Möglichkeit einer fundierten Ausbildung gegeben werden, betonte der Sparkassendirektor.

Die Ausbildungsplattfom in der Region Aachen, Düren und Heinsberg: acubi.de

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