Nach der Rente mit der Geige in den Unterricht

Von: Helmut Wichlatz
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Barbara Dünnwald aus Hetzerat
Barbara Dünnwald aus Hetzerath hat lange Jahre Erfahrung im Geigenunterricht mit Jugendlichen gesammelt. Seit geraumer Zeit arbeitet sich bevorzugt mit Foto: Koenigs

Erkelenz-Hetzerath. Bei Geigenunterricht denkt man eher an talentierte Kinder als an gestandene Erwachsene. Barbara Dünnwald ist Geigenlehrerin und hat rund 30 Jahre Erfahrung mit Kindern und Jugendlichen gesammelt.

„Die Zielgruppe der Menschen über 50 Jahren ist für die Geige ebenso geeignet wie Kinder”, sagt sie. Denn Musik fördert nicht nur bei Kindern die Motorik, Konzentrationsfähigkeit und das Konzentrationsvermögen. „Diese Eigenschaften sollte man sein Leben lang schulen”, erklärt die Musiklehrerin.

Gerade im Alter seien körperliche und geistige Fitness sehr wichtig. Deshalb hat sie sich entschlossen, ihr Unterrichtsangebot auch auf die erwachsene Zielgruppe auszuweiten. Derzeit nehmen zwei Senioren bei ihr Geigenstunden. „Einer ist 80 Jahre alt, der andere in den 70er Jahren”, berichtet sie. Beide seien mit viel Eifer bei der Sache und halten sich so fit. Wie weit man als Geigenanfänger in den besten Jahren kommen kann, hänge von jedem selbst ab, betont Dünnwald. „Eine große musikalische Vorbildung braucht man nicht, denn ich hole jeden dort ab, wo er ist”, lautet ihr Credo.

Selbst Notenlesen sei keine zwingende Voraussetzung, um erfolgreich an den Geigenstunden teilnehmen zu können. Den Begriff Geigenstunden habe sie bewusst gewählt, denn aus Respekt wolle sie nicht von Unterricht und Schülern sprechen. „Die meisten haben ja viel mehr Lebenserfahrung als ich”, weiß sie. „Daher vermeide ich es, von Schülern zu sprechen.” Vielmehr sei sie bestrebt, jeden Menschen in seiner Gesamtheit zu sehen und individuell auf sein Temperament und sein Tempo einzugehen. Trainiert werden auch das Gehör und das Reaktionsvermögen, was die Geigenstunden für aktive Senioren interessant macht.

Im Umgang mit der Geige entwickeln die musikinteressierten Senioren schnell das nötige Fingerspitzengefühl, denn es kommt auf jeden Handgriff an. „Bei der Geige macht man den Ton selber”, betont die Lehrerin. „Beim Klavier ist es anders, da ist der Ton vorgegeben.” Die Geige bezeichnet sie als sinnliches und körpernahes Instrument, ein „verlängertes Körperteil”. So führe die Beschäftigung mit der Geige auch zu einem gestärkten Selbstbewusstsein und angenehmer Entspannung.

Deshalb sieht Dünnwald in der Geige ein ideales Instrument für die ältere Zielgruppe.

In der Schnupperphase

Denn gerade in der Schnupperphase kann die Geigenlehrerin mit Instrumenten aushelfen. Das ist gut so, denn eine neue Geige fängt preislich bei rund 800 Euro an, wobei nach oben keine Grenzen gesetzt sind.

Deshalb empfiehlt die studierte Geigerin auch, sich bei Bedarf nach gebrauchten Instrumenten umzuschauen, wenn man es in den ersten Stunden nicht für sich selbst sozusagen „vergeigt” hat.

„Was man zur ersten Geigenstunde mitbringen sollte, sind Interesse und Offenheit für neue Erfahrungen”, betont sie. Die Geigenstunden für Erwachsene finden im Einzelunterricht statt. Bei Interesse können aber auch Kleingruppen gebildet werden.

Für Donnerstag, 8. Dezember, lädt Barbara Dünnwald um 19.30 Uhr zu einer kostenlosen und unverbindlichen Einführung ein. Interessenten werden gebeten, sich telefonisch unter Telefon 02433/903749 anzumelden.
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