Nach der Leader-Bewerbung: Kommunen wollen zusammenarbeiten

Von: Daniel Gerhards
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Heinsberg/ Selfkant/ Waldfeucht/ Gangelt. Fest steht: Leader-Region werden Heinsberg, Selfkant, Gangelt und Waldfeucht nicht. Aber so ist das nun einmal, wenn sich mehr als 45 Zusammenschlüsse von Städten und Gemeinden auf das Förderprogramm bewerben und nur 28 ausgewählt werden. Da bleiben einige auf der Strecke. Eine Begründung hat sich das Land aber geschenkt: Wer dabei ist, ist dabei, der Rest hat Pech gehabt – basta.

Die Leader-Partner aus dem Heinsberger Land müssen sich aber angesichts der ablehnenden Entscheidung nicht grämen. Denn in weiser Voraussicht hatte man sich einen Plan B zurecht und einen entsprechenden Förderantrag in die Schublade gelegt.

Heinsberg, Selfkant, Waldfeucht und Gangelt wollen nun ein interkommunales städtebauliches Handlungskonzept entwerfen. Ein sperriger Begriff, hinter dem sich ganz praktische Erwägungen verbergen. Denn Ideen, Maßnahmen und Vorschläge, die in einem solchen Konzept aufgeführt werden, können im Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ des Landes NRW gefördert werden.

Ideen aufgreifen

Wenn man sich die Beschreibung des Städtebauförderprogramms durchliest, merkt man schnell: Es ist ähnlich vage und weit gefasst wie Leader. Beim Programm „Kleinere Städte und Gemeinden“ geht es in erster Linie um die Infrastruktur der Daseinsvorsorge im ländlichen Raum. Ein weites Feld.

Damit tun sich ganz neue Möglichkeiten für die gescheiterten Leader auf. Denn die Ideen, Vorschläge und Impulse, die in den lokalen Aktionsgruppen im Leader-Prozess erarbeitet worden sind, können nun aufgegriffen werden. Damit waren die Diskussionen im Leader-Prozess wohl nicht umsonst.

In dem neuen Förderprojekt ist wichtig, dass sich die teilnehmenden Gemeinden vernetzen und zusammenarbeiten. „Wenn sich die Kommunen zusammentun, in Netzwerken miteinander arbeiten und beim Infrastrukturangebot kooperieren, können tragfähige Angebote geschaffen und die Lebensqualität in der Region gestärkt werden“, heißt es in der offiziellen Beschreibung des Förderprogramms. Der Arbeitsauftrag für die Gemeinden steht zwischen den Zeilen: Schluss mit dem Kirchturmdenken! Kooperation und Zusammenarbeit seien heute der Schlüssel, um Fördermittel zu bekommen, sagt Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder.

Das Förderprogramm zielt besonders darauf ab, ländlichen Regionen dabei zu helfen, den demografischen Wandel zu bewältigen. Das heißt im Klartext: Wenn es immer weniger Einwohner gibt, schließen Geschäfte, öffentliche Einrichtungen lohnen sich irgendwann nicht mehr. Und eine alternde Gesellschaft stellt ganz eigene Anforderungen an solche Einrichtungen. Nun kann man nicht davon sprechen, dass die Bevölkerungszahl im Heinsberger Raum in den vergangenen Jahren eingebrochen ist. Der Trend ist dennoch klar: Es wird in Zukunft weniger Menschen geben, die immer älter werden.

Häufig sei es so, dass Städte und Gemeinden, die gleich nebeneinander liegen, unterschiedliche Entwicklungen durchlaufen: Die eine wächst, die andere schrumpft. Das werde laut Ministerium noch durch den Wettbewerb der Kommunen um Einwohner und Unternehmen verstärkt. Dabei geht es um günstiges Bauland, Erreichbarkeit mit Auto, Bus und Bahn, Kinderbetreuung, Bildungsangebote und kulturelle Einrichtungen.

Solch gegenläufige Entwicklungen sind im Heinsberger Raum aktuell nicht zu beobachten. Die Zahlen der Statistiker von IT-NRW zeigen aber, dass Heinsberg und Gangelt zwischen 2008 und 2013 ganz ordentlich da stehen, was die Bevölkerungsentwicklung angeht. Beide verloren rund 0,6 Prozent ihrer Einwohner. Selfkant hatte ein Minus von 2,6 Prozent zu verzeichnen. Den stärksten Bevölkerungsrückgang muss demnach die Gemeinde Waldfeucht verbuchen: 5,3 Prozent. Der Schnitt im Kreis Heinsberg liegt bei minus 3 Prozent.

Welche Projekte die Kommunen konkret für eine Förderung vorschlagen wollen, ist laut Dieder noch offen. In dem Förderprogramm übernimmt der Bund ein Drittel der Projektkosten, den Rest bringen das Land und die Gemeinden auf.

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