Nach dem Basiscoaching soll die Leseförderung im Herbst beginnen

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Kreis Heinsberg. Welche Förderphilosophie steckt hinter dem Vereinskonzept? Wie werden die Mentorinnen und Mentoren auf ihre Aufgabe vorbereitet? Und wer sucht die Kinder aus, mit denen Lesen geübt wird?

Bei der ersten öffentlichen Info-Veranstaltung des jungen Vereins „Mentor – Die Leselernhelfer Kreis Heinsberg“ entspann sich rasch ein reger Frage-Antwort-Dialog zwischen Publikum und Vorstand. Der Vereinsvorstand hatte in die Filialdirektion der Kreissparkasse in Heinsberg an der Hochstraße eingeladen, um den künftigen Leselernhelfern sowie Sponsoren und Interessierten einen Überblick über seine bisherige organisatorische und konzeptionelle Arbeit zu geben.

Ziel des Vereins ist es, Kinder und Jugendliche durch das ehrenamtliche Engagement von Mentoren in ihrer Lese- und Sprachkompetenz zu fördern. Bei ihrer Vorstellung trafen die Vorstandsmitglieder auf ein gut vorbereitetes Auditorium, dessen Anregungen in die weitere Entwicklung des Vereinskonzeptes einfließen werden, wie Vorsitzender Heinrich Spiegel betonte.

Der frühere Wassenberger Gesamtschulleiter verglich die Wirkung des Lesens – frei nach Autor Dieter Wellershoff – mit der des Meeres: Wie die Wellen unzählige neue Riffelungen im Sand hinterließen, so hinterlasse die Flut der Bücher neue Riffelungen in unserem Kopf, deren Summe schließlich unsere Erfahrung bilde.

„Lesen ist eine Schlüsselqualifikation. Ohne Lesen keine soziale Teilhabe“, nahm Peter Kaiser den Faden auf. Der zweite Vorsitzende und ehemalige Schulamtsdirektor bezeichnete die Hilfe beim Erlernen des Lesens deshalb als gesellschaftspolitische Aufgabe.

In der individuellen 1:1-Förderung stießen die Leselernhelfer mit ihren Lesekindern die Tür zu einer bisher verborgenen Welt auf – und dies oft mit ungewöhnlichen Lesestoffen, Methoden und Materialien: „Vom Comic über die Fußballzeitschrift bis zur Gebrauchsanweisung ist alles erlaubt, was das Kind interessiert und motiviert – und das ohne Noten- und Zeitdruck“, sagte Peter Kaiser.

Wie die Mentoren die Lesestunde in der Praxis gestalten können und wie sie darauf vorbereitet werden, erklärte die Journalistin Andrea Ludwigs-Spalink, die mit ihrer Kollegin Anna Petra Thomas für die Öffentlichkeits- beziehungsweise Pressearbeit des Vereins zuständig ist. Sie stellte die Inhalte des im Juni geplanten Basiscoachings vor, in dem die Mentoren Tricks und Tipps zum geeigneten Lesefutter, zum Zeitmanagement der Lesestunde sowie zum Umgang mit den Kindern an die Hand bekommen.

Zur Weiterbildung der Mentoren gehören ebenfalls regelmäßige Feedback-Treffen unter professioneller Begleitung durch die ­Anton-Heinen-Volkshochschule des Kreises Heinsberg und weitere Vortragsangebote rund um die Leseforschung und Medienpädagogik.

Nach der Kontaktaufnahme des Vereins mit Schulen und Eltern ist geplant, dass die geschulten Mentoren ihre Arbeit nach den Herbstferien aufnehmen.

Dafür, dass die Arbeit des Vereins und der Mentoren mittlerweile auch rechtlich abgesichert ist, gab Geschäftsführerin Marie-Theres Jakobs-Bolten grünes Licht. Die Direktorin Vorstandssekretariat und Personal der Kreissparkasse ist auch Ansprechpartnerin für die Anmeldung neuer Mentoren (Telefon 02431/804-290 oder E-Mail an marie-theres.jakobs-bolten@kskhs.de).

Von Schatzmeister Thomas Pennartz, dem Vorstandsvorsitzenden der Kreissparkasse, erfuhren die rund 60 Zuhörerinnen und Zuhörer, wie der Besuch des Philosophen Richard David Precht bei ­einer Veranstaltung der Kreissparkasse in Heinsberg den Stein zum Anstoß der „Mentor“-Initiative ins Rollen gebracht hatte. Mit großer Freude kündigte Thomas Pennartz dann auch an, dass Richard David Precht sich bereit erklärt habe, die tatsächliche Gründung des „Mentor“-Vereins mit einem erneuten Auftritt im Kreis Heinsberg zugunsten der Vereinskasse zu würdigen.

Darüber hinaus präsentierte Thomas Pennartz einen prominenten Schirmherrn aus der Region: Hastenraths Will alias Christian Macharski wird als „Mann des (niederrheinischen) Wortes“ in Zukunft als Schirmherr die Leselern-Initiative bei ihrer Arbeit unterstützen.

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