Nach dem Abriss folgen 23 neue Häuser

Von: Rainer Herwartz
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Die an Obernburger- und Erlenbacherstraße geplanten Gebäude sollen für die ersten Eigentümer schon Ende des Jahres beziehbar sein.

Heinsberg. Jetzt ist es offiziell - für die maroden Gebäude an der Obernburgerstraße und der Erlenbacherstraße ist die Bekanntschaft mit dem Abrissbagger nur noch eine Frage der Zeit. Jedenfalls, wenn die Pläne des neuen Eigentümers aufgehen.

Die Aixcellent-Immobilien GmbH & Co. KG aus Aachen hatte im Januar die Häuser von der Gagfah-Group gekauft. Ein Jahr zuvor waren die schmucklosen Gebäude in den Fokus der Berichterstattung gelangt, weil 41 Mietparteien innerhalb von nur drei Tagen ihr Zuhause räumen mussten, da die Standsicherheit der Gebäude nicht mehr gegeben sei und daher durch den Eigentümer auch die Sicherheit der Mieter nicht mehr gewährleistet werden könne, hieß es damals. Bald sollen nun 23 neue Einfamilienhäuser an die Stelle der grauen Wohnblocks treten.

Bemerkenswert bleibt allerdings der Umstand, den Arnold Bauens von der für die Koordination des Projekts zuständigen ITS Concept Immobilien GmbH eher beiläufig formuliert. „Ursprünglich ist der Kauf auf Basis einer Revitalisierung geschehen, doch das Einwirken des Bürgermeisters hat hier zu einem Umdenken geführt.” Will sagen: Ein Abriss der Gebäude war zunächst durch den neuen Eigentümer nicht geplant, sondern eine Sanierung zu „hocheffizientem, barrierefreiem Wohnraum”, wie es Bauens darstellt.

Dies verwundert ein wenig vor dem Hintergrund, dass noch im Dezember die Gagfah-Pressesprecherin Bettina Benner verlauten ließ: „Wir haben unsere umfangreichen Untersuchungen abgeschlossen. Aufgrund der Komplexität haben die Untersuchungen längere Zeit in Anspruch genommen. Aus unserer Sicht sind die Häuser unbewohnbar und müssen abgerissen werden.” Bauens erwidert dazu nur kurz: „Wir kennen die Sichtweise, aber wir haben ja auch unsere eigene.” Der Schlüsselsatz folgt vielleicht auf dem Fuße: „Wir hätten das Objekt nicht gekauft, wenn es zu 80 Prozent vermietet gewesen wäre.” Ob dieser Gedanke die Gagfah-Group in ihrem Vorgehen „beflügelt” hat, bleibt ihr Geheimnis.

„Unser Interesse lag darin, dass die Häuser beseitigt werden”, erklärt Bürgermeister Wolfgang Dieder bei der Präsentation der Planungen. „Es ist nicht schön zu sehen, wie ein Schandfleck entsteht und sich noch weiter entwickelt”, spielt er auch auf die zunehmende Vermüllung der unbewohnten Gebäudezeilen an. Zudem glaubt er, dass die infrage stehende Standsicherheit der Häuser wohl in einem Gutachterstreit münden würde. „Ich hoffe, dass der Verkauf der Häuser gut angenommen wird und dass es nicht zu Plan B kommen muss, das würde mir Bauchschmerzen verursachen.” Besagter „Plan B” wäre dann eben doch eine „Revitalisierung” durch Aixcellent, falls die Rechnung mit den Einfamilienhäusern nicht aufgeht.

Damit dies nicht geschieht, hat sich die Aachener Immobilien-Firma mit der Kreissparkasse Heinsberg einen in der Region erfahrenen Finanzierungspartner ins Boot geholt und den Markt sondiert. „Es ist keine First-Class-Wohnlage, aber wir bauen ja auch keine Luxusheime”, ist Bauens realistisch. „Das Projekt soll jedem ermöglichen, seinen Traum vom Eigenheim zu erfüllen.” Im ersten Bauabschnitt sind an der rechten Seite der Obernburgerstraße sechs Einfamilienhäuser vorgesehen. Der zweite Bauabschnitt erfolgt dann gegenüber mit fünf Gebäuden, ehe in Bauabschnitt drei und vier die Erlenbacherstraße mit zwölf Häusern bebaut wird. Bis zum Ende des Jahres, hofft Bauens, sollen die ersten elf Häuser verkauft sein.
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