Nabu-Station macht „Gans“ viel Arbeit

Von: Helmut Wichlatz
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Diese Gänse konnten die Arbeitswilligen beim Arbeitseinsatz in der Nabu-Station Wildenrath nicht aufhalten. Foto: Koenigs

Kreis Heinsberg. Zum Glück ist es nicht so kalt an diesem Januarmorgen. Deshalb hofft Rüdiger Lenkeit auf rege Beteiligung beim Arbeitseinsatz auf dem Gelände der Wildenrather Naturschutzstation des Naturschutzbund Deutschland (Nabu).

Äste beseitigen steht neben der Reparatur von Brücken und Geländern auf dem Programm. Einmal im Monat lädt der Nabu zum Mitarbeiten ein, denn bei einer Geländegröße von rund 30 Hektar gibt es im Sommer wie im Winter immer was zu tun.

Lenkeit ist stellvertretender Vorsitzender des Nabu im Kreis. Er organisiert die Arbeit rund um das alte Gehöft in Wildenrath. „Mittlerweile hat sich eine kleine Kerntruppe gebildet, die meistens da ist“, weiß er. Zumeist seien es ältere Menschen, die sich für die Arbeit im freien und an der frischen Luft erwärmen können. „Bei den Jüngeren ist das Bewusstsein für die Umwelt oftmals noch nicht so ausgeprägt“, vermutet er. „Doch das kommt mit der Zeit.“

Gegen neun trifft man sich auf dem Hof und bespricht, was zu tun ist. Seit vier Jahren als „Mädchen für alles“ ist Josef Willms mit an Bord. Der gelernte Bauschlosser ist nach schwerer Krankheit berufsunfähig. Er ist froh, dass er sich beim Nabu engagieren kann. Denn zu Hause herumsitzen und die Zeit totschlagen, das ist nicht sein Ding. Auch wenn er nicht mehr schwer heben darf, sind seine Kenntnisse „unersetzlich“, wie Lenkeit betont.

Zu dem Gelände, auf dem man auch wandern kann, gehören auch der Rheinische Obstsortengarten mit heimischen und teilweise in Vergessenheit geratenen Obstsorten, aber auch ein Sumpfgelände und reichlich Natur. Dazu kommen Schafe, Hühner und Gänse. Fast wie auf einem „echten“ Bauernhof.

Seit 2003 betreibt der Nabu den Hof als Naturschutzstation mit bis zu acht Mitarbeitern. Ohne den ehrenamtlichen Einsatz von Unterstützern und Helfern wäre es kaum möglich, das Gelände und das Haus in Schuss zu halten.

Drei Tage vor der ersten Aufräumaktion des Jahres hat Odin das Licht der Welt erblickt. Doch das Lamm bereitet Petra Dyllus Sorgen. Denn seine Mutter Molly kann das Kleine nicht säugen. Also muss das Schaf gemolken werden, damit Odin die Milch mit dem Fläschchen bekommt. „Schafe zu melken ist nicht einfach!“, sagt Dyllus. Sie ist auf Haus Wildenrath unter anderem für die Tiere zuständig. Das Lämmchen lockt natürlich die Spaziergänger an, weil es so süß ist. Allerdings mindestens drei Monate zu früh.

„Normalerweise ist um Ostern Zeit für den Nachwuchs“, erklärt Dyllus. „Daher ja auch der Begriff Osterlamm.“ Kurz nach neun kommt auch Kevin Hayes. Der 53-jährige Waliser war als Soldat bei der Rheinarmee und blieb nach Ablauf seiner Dienstzeit da. Bei den Arbeitseinsätzen ist er gerne dabei. „Ich habe gezielt nach einer solchen Möglichkeit gesucht, um mich zu engagieren“, erklärt er. „Außerdem tut die Arbeit an der frischen Luft gut.“ Das hört Rüdiger Lenkeit natürlich gerne, denn solche Leute braucht man in Wildenrath.

An diesem Tag geht es eher gemütlich zu: Gearbeitet wird bis Mittag, dann wird gemeinsam gekocht und gegessen. Als alle Helfer eingetroffen sind, klettern sechs von ihnen mit ihrem Werkzeug auf den Anhänger, der am alten Traktor der Naturschutzstation hängt. Brücken, Wege und Geländer warten auf sie. Und später eine Suppe.

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