Nabu präsentiert rund 80 verschiedene Obstsorten

Von: disch
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Probieren ist erlaubt: Lisa Waigand von der Nabu-Naturschutzstation präsentiert einen Teil der Obstsortenausstellung. Foto: Koenigs

Wegberg-Wildenrath. Das Naturschutzgebiet rund um Wildenrath ist immer einen Ausflug wert. So dient auch Haus Wildenrath vielen Naturfreunden als Ausgangspunkt für eine Wanderung durch das reizvolle Schaagbachtal.

Zurzeit lohnt sich vor allem für alle Apfel- oder Birnenfreunde ein Besuch in der Nabu-Naturschutzstation. In einer Ausstellung werden in unmittelbarer Nähe zu dem fränkischen Vierkanthof rund 80 verschiedene Obstsorten präsentiert.

Mit dem voranschreitenden Projekt Rheinischer Obstsortengarten hat sich der Naturschutzbund dem Erhalt der alten Sorten - ob Äpfel, Birnen, Kirschen, Pflaumen oder Pfirsiche - verschrieben. Für Projektleiterin Katharina Tumbrinck steht fest, dass diese Sorten mit ihrer kaum erforschten Vielfalt an Aromen, ihren besonderen Anpassungseigenschaften und ihren speziellen Vorzügen bei der Verarbeitung „ein kulturelles Erbgut” darstellen, das dauerhaft gesichert und dargestellt werden solle. Im vergangenen Jahr wurden auf einer unmittelbar an der Bundesstraße 221 gelegenen, ehemaligen Pfirsichplantage, die von der Stadt Wassenberg zur Verfügung gestellt worden war, die ersten Bäume mit 32 alten Sorten gepflanzt. Im kommenden Monat werden noch einmal so viele folgen.

Über 500 Obstsorten könnten im Rheinland zu entdecken sein, vermuten die Naturschützer, die bei ihrer Recherchearbeit wie Detektive vorgehen. Bislang haben sie fast 80 Sorten ausfindig gemacht, die in einem Handbuch, das in Kürze erscheint, detailliert vorgestellt werden sollen; für weitere 80 existieren bislang nur Arbeitstitel. Auch für den Gaumen wurde manch interessanter Ratschlag erkundet, so zum Beispiel, dass aus dem kleinen roten Aachener Hausäpfelchen ein leckerer Nachtisch gekocht werden kann.

Die Vielfalt an Sorten begeistert die Besucher der jederzeit geöffneten Ausstellung, die so lange laufen wird, „bis alles aufgegessen ist”. Denn Probieren ist ausdrücklich erlaubt; eine Spende wird erbeten. „Die Kinder mögen eigentlich alles hier. Die Erwachsenen sortieren mehr”, berichtete Katharina Tumbrinck. Die roten Äpfel seien meist zuerst weg. Für Schulklassen und Kindergartengruppen oder zu Geburtstagsfeiern werden - nach vorheriger Anmeldung - Apfelrallyes angeboten, erklärte Lisa Waigand vom Nabu.

Aber auch wenn ältere Menschen in Wildenrath zu Gast seien und bei der einen oder anderen Obstsorte Kindheitserinnerungen wach würden, sei das „ganz schön spannend”, so Katharina Tumbrinck. Die Arbeit mache einfach Spaß, „weil es auch so gut ankommt”.

Anfang des kommenden Jahres will der Nabu - gegen Spenden - die ersten Reiser, einjährige Triebe, zum Veredeln abgeben. Denn die Naturschützer würden sich natürlich freuen, wenn die alten Obstsorten nicht nur in ihrem Projektgarten in den Blickpunkt gerückt werden, sondern auch von Bürgern wieder angepflanzt würden.
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