Nabu-Ortsgruppe: 15 Helfer arbeiten unter schwierigen Bedingungen

Von: Karl-Heinz Hamacher
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Mitglieder der Nabu-Ortsgruppe Rodebach, Saeffelbach, Kitschbachtal, bei den Pflegearbeiten im Gangelter Rodebachtal von Mindergangelt bis hinauf auf die Höhe des Freibades. Alleine 27 Weiden wurden am letzten Einsatztag des Jahres geschnitten. Foto: Karl-Heinz Hamacher
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Die Weiden auf den nassen Wiesen erfordern immer einen besonderen Einsatz. Foto: Karl-Heinz Hamacher

Gangelt. „Mit Gangelt sind wir soweit fertig“, freut sich Franz Oschmann, Vorsitzender der Nabu-Ortsgruppe Rodebach, Saeffelbach, Kitschbachtal, über die rege Beteiligung bei den Pflegearbeiten im Gangelter Rodebachtal von Mindergangelt bis hinauf auf die Höhe des Freibades. Alleine 27 Weiden wurden am letzten Einsatztag des Jahres geschnitten.

Und der größte Teil von ihnen stand jenseits des Fahrradweges auf der Seite mit den zurzeit extrem nassen Wiesen. Dass das große Pensum unter diesen schwierigen Bedingungen gemeistert wurde, ist den 15 Helfern zu verdanken.

Reinhard Trepels vom Gangelter Stahlbauunternehmen hatte der Gruppe einen speziellen Hubwagen nebst Fahrer zur Verfügung gestellt. Obwohl der Ausleger für einen optimalen Einsatz ein bisschen länger hätte sein können, gingen damit die Arbeiten zügig voran – zumindest soweit, wie die Bühne reichte.

Nach dem Tod von Hardy Tholen, einem der Nabu-Mitgründer in der Gemeinde Gangelt, musste das Schneidekonzept überdacht werden. Tholen auf seinem Traktor und Thomas Henkens auf der Arbeitsplattform hatten viele Jahre ein toll eingespieltes Gespann gebildet. Natürlich war bei den Helfern auch die große Auszeichnung vor kurzem im Gangelter Rathaus Thema. „Der Ehrenamtspreis hat den Leuten gut getan“, ist sich Franz Oschmann sicher, dass diese öffentliche Würdigung für die Arbeit der Gruppe ein großer Ansporn für die Zukunft ist. Das Rodebachtal in Gangelt und der weitere Verlauf in den Selfkant würden heute nicht dieses einmalige Bild abgeben, wenn es diese im aktiven Dienst eher kleine Gruppe nicht geben würde. Immerhin sind es rund 780 Kopfweiden, die in größeren und kleineren Gruppen dort das Landschaftsbild prägen.

Ein schöner Indikator für die touristische Qualität dieses Bereiches sind immer die Gäste auf dem nahen Wohnmobilplatz am Infocenter. Von weit her kommend, oft aus dem Ausland, zeigen sich diese Leute häufig begeistert von der Landschaft und vor allem von der Symbiose aus Naturschutz und dem Freizeitangebot für Wanderer, Radfahrer, Fotografen oder einfach für Naturliebhaber. Das sehen die Naturschützer natürlich anders. Die markante Kopfweidenreihe zwischen der Brücke am Kahnweiher und der an der Dahlmühle ist sicherlich ein optischer Leckerbissen, ein herrliches Postkartenmotiv. „Ökologisch eher uninteressant“, lautet das nüchterne Urteil von Franz Oschmann. An schönen Tagen geht es dort zu wie im August in Lloret de Mar auf dem Marktplatz. Radfahrer reiht sich an Radfahrer, laut und bunt dominieren. Da zieht doch jeder Baumbewohner – ob Rote-Liste-Art oder nicht – die exklusiveren Wohngegenden mit viel Ruhe und ohne Publikumsverkehr vor. Gut, dass es davon noch reichlich gibt im grenzüberschreitenden Naturpark.

Den Nabu-Leuten geht es nicht so sehr um Postkartenidylle, sondern um den Schutz von Flora und Fauna. Kopfweiden bieten nicht nur dem Steinkauz geeignete Höhlen als Brutplatz und Tagesversteck. Auch Gartenrotschwanz, Grauschnäpper, Feldsperling, Meise und andere Vogelarten nutzen die Asthöhlen und Nischen in den knorrigen Bäumen. Zahllose Käfer, Schmetterlinge und Wildbienen leben schon im Larvenstadium im morschen Holz in Ritzen und an den Ästen, oder sie fressen an den Blättern und Blütenkätzchen. So sind die Kopfbäume vielfältig besiedelte Kleinlebensräume in der Landschaft des Naturparks.

Bei ihrem Einsatz in Gangelt haben die Naturschützer aber auch wieder etwas geschaffen, was Gäste wie Tiere freut: Die Massen an abgeschnittenen Ästen wurde zwischen den Bäume zu einer langen Hecke geschichtet.

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