Nabu-Chef erhält „klare Signale” anders als erhofft

Von: Rainer Herwartz
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Das freundliche Lächeln täus
Das freundliche Lächeln täuscht: Für Bürgermeister Wolfgang Dieder ist im Hinblick auf den Nabu-Vorstoß Schluss mit lustig. Foto: Herwartz

Heinsberg. Dass sich Josef Tumbrinck, der NRW-Vorsitzende des Nabu, in den letzten Tagen in Heinsberg viele neue Freunde geschaffen hat, darf getrost bezweifelt werden.

Sein unmissverständliches Bekenntnis nach der Veröffentlichung der Prioritätenliste für die Straßenbauplanung im Land sorgte für mächtig Wirbel in der Kreisstadt. „Wir erwarten jetzt klare Signale aus der Kreis- und Ortspolitik, dass mit der Realisierung der Ortsumfahrungen Wassenberg und Ratheim die Ortsumfahrung Unterbruch nicht weiter verfolgt wird”, hatte Tumbrinck verlauten lassen. Und die „klaren Signale aus der Ortspolitik” ließen nicht lange auf sich warten - allerdings anders, als der Nabu-Chef erhofft hatte.

„Herr Tumbrinck schwingt sich auf, im Kreis Verkehrspolitik zu machen. Dazu ist er nicht berufen!”, nimmt Heinsbergs Bürgermeister Wolfgang Dieder im Gespräch mit unserer Zeitung kein Blatt vor den Mund. „Die B 221 ist eine etwa 78 Kilometer lange Bundesstraße, die aus dem Kreis Kleve bei Straelen kommt und über Heinsberg und Geilenkirchen in die Städteregion Aachen bis Alsdorf führt. Diese Strecke ist weitgehend ortsdurchfahrtsfrei. Im Kreis Heinsberg fehlten früher die Ortsumfahrungen Arsbeck, Wildenrath, Wassenberg und Unterbruch.” Die ersten beiden seien ja mittlerweile fertiggestellt, erklärt Dieder.

Wassenberg und Unterbruch befänden sich noch im Planfeststellungsverfahren. „Das bedeutet, dass sich die Straße auf den bisherigen Endpunkt an der K 5 zubewegt. Die Ortsumgehung Wassenberg zu bauen und dann Unterbruch fallen zu lassen, ist verkehrsstrukturpolitisch völliger Unfug”, poltert der Verwaltungschef. „Sofern Herr Tumbrinck droht, die Ortsumfahrung Wassenberg per Klage zu Fall bringen zu wollen, falls kein Verzicht auf die Ortsumfahrung Unterbruch erfolgt, ist dies mehr als unverständlich.”

Die Ortsumfahrung Wassenberg sei ebenso sinnvoll wie die Ortsumfahrung Unterbruch. „Wir befinden uns schließlich nicht auf einem orientalischen Basar, auf dem nach Gutdünken geschachert werden kann.” Tumbrinck erhalte daher von Heinsberg das von ihm erwartete „klare Signal”, dass auf die Umfahrung von Unterbruch niemals verzichtet werde.

„Die B 221 ist zusammen mit der Fortführung der A 46 über die B 56n in Richtung Niederlande das wichtigste Verkehrsprojekt im Kreis Heinsberg”, so Dieder. „Nicht nur Leben und Gesundheit der Bevölkerung in Unterbruch sind hier von entscheidender Bedeutung, sondern auch die weitere Entwicklung im Industriepark Oberbruch. Das Wirtschaftsministerium des Landes NRW hat Millionen in die Entwicklung des Industrieparks gesteckt. Derzeit liegt uns ein Förderungsbescheid des Ministeriums über mehr als sechs Millionen Euro für die Restrukturierung der alten Kernflächen vor. Für danach anzusiedelnde Unternehmen ist der Netzschluss der B 221 ein erheblicher Standortfaktor.” Eindeutiger hätten „die Signale” wohl nicht ausfallen können.
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