Mut bewiesen, als andere nur zusahen

Von: hewi
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Hückelhoven-Ratheim. Drei Schülerinnen bewiesen Mut und Umsicht. Denn sie mischten sich ein, als ein Mitmensch Opfer von Gewalt wurde. Dafür wurden sie von Landrat Stephan Pusch geehrt.

Ende Mai wurden die drei Schülerinnen Noreen Peters, Stefanie Litau und Jennifer Küsters in Ratheim Zeuge, wie ein 30-jähriger an der Mühlenstraße im Streit mehrmals auf seine 27-jährige Begleiterin einschlug.

Die 13 und 14 Jahre alten Schülerinnen reagierten wie im Lehrbuch. Sie forderten den Mann lautstark auf, von der Frau abzulassen und machten so auf den Vorfall aufmerksam. Ziel dieser Aktion war, dass sich andere Passanten einmischten, was jedoch leider ausblieb.

„Die Leute haben nur zugeschaut”, erklärt Stefanie Litau. „Ein Mann ist extra aus dem Geschäft gekommen, um besser sehen zu können, aber geholfen hat er auch nicht.”

Im Gegensatz zu den drei Mädchen. Sie sprachen den aggressiven Mann an und forderten, er solle von der Frau ablassen. Das machte ihn so wütend, dass er auch sie beschimpfte und bedrohte, bevor er mit dem Opfer weiterging.

In einigem Abstand folgten sie ihm, denn sie wussten schon, dass die Sache noch nicht beendet war. Darüber hinaus verständigten sie mit dem Handy die Polizei und gaben den Ort des Geschehens an.

Zwei der Schülerinnen warteten dann auf das Eintreffen der Beamten, während die dritte dem Schläger und seinem Opfer weiter aus sicherem Abstand folgte, um zu sehen, wohin sie gingen.

Dass das Opfer dabei nicht freiwillig mitging, zeigte sich auch schnell. Denn in der Nähe des Netto-Marktes schaffte die Frau es, sich von dem Täter loszureißen und sich bis zum Eintreffen der Polizei hinter Passanten zu verstecken. Mit der Polizei stand die Verfolgerin zwischenzeitlich in telefonischem Kontakt und konnte so maßgeblich zum Ergreifen des Täters beitragen.

Neben dem Verhalten des Täters fanden die drei vor allem das Verhalten der Passanten erschreckend. Obwohl diese sahen, was geschah, griffen sie nicht ein. Mehrmals riefen die Mädchen um Hilfe, doch die Passanten ließ dies unbeeindruckt. „Wir hatten ja auch Angst”, betont Stefanie. „Aber wir konnten das doch nicht geschehen lassen.”

Landrat Pusch lobte die Zivilcourage der drei Mädchen. Sie hätten sich „instinktiv richtig verhalten”, erklärte er bei einem Besuch der drei Helferinnen im Kreishaus, zu dem er eingeladen hatte. Ihr Verhalten sei auch für Erwachsene vorbildlich. Sie hätten gezeigt, dass man helfen kann, ohne sich selbst in Gefahr zu bringen.

In der Schule wurde das Thema aufgrund dieses Vorfalls auch behandelt, damit die Kinder und Jugendlichen wissen, wie sie sich zu verhalten haben. Für Stefanie und ihre Freundinnen ist klar, dass sie jederzeit wieder einschreiten würden, wenn sie Zeugen eines solchen Vorfalls werden.

Auch Ursula Peters ist stolz auf ihre Tochter und deren Freundinnen. „Sie haben sich im Gegensatz zu den Erwachsenen richtig verhalten”, erklärt sie. Nun wollen die Mädchen einen Erste-Hilfe-Kurs besuchen, damit sie auch praktisch helfen können. Denn anscheinend kann man sich ja nicht darauf verlassen, dass andere dasselbe tun.
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