Heinsberg - „musique a la carte”: Große Genüsse für Gaumen und Gehör

„musique a la carte”: Große Genüsse für Gaumen und Gehör

Von: sche
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Heinsberg. Mit „musique a la carte” hat der Instrumentalverein einen Supercoup gelandet. Obwohl nicht ganz billig, waren die Karten im Nu weg. 200 Besucher zählte die Stadthalle. Mehr wollte man nicht. Die Entourage sollte festlich und großzügig sein.

Mit Sektempfang fing es an. Dann spielte der Instrumentalverein mit Musikern im Alter von 14 bis 63 Jahren sein Menü, dem man mucksmäuschenstill folgte. Karin Wilms und Andreas Evers moderierten mit telegenem Geschick. Das Orchester paradierte mit feinen sinfonischen Klängen.

Eingebettet darin waren die Länder Griechenland und Frankreich, die auch lukullisch im Mittelpunkt standen. Die Buffets enthielten landestypische Köstlichkeiten. Musik gerät bei derartigen Konzerten leicht ins Hintertreffen. Die Tafelmusik höfischer Couleur unterschied sich da auch nicht. Dass Straeten im ersten Teil mit seiner musique a la carte dominierte, war ausgetüftelt.

Als die Büffets eröffnet wurden zog man sich auf die zweiten Plätze zurück und präsentierte Ensembles. Dabei konnte jeder Besucher ohne schlechtes Gewissen schmausen, mit dem Geschirr klappern und small talken, wie es beliebte. Die Faszination von gleichzeitigen Genüssen von Gaumen und Ohr wirkte sich voll aus. Zuvor hatten bei den Bild-Vorführungen zu den Musikstücken auch die Augen schon das ihre abbekommen, so dass es ein Abend für (fast) alle Sinne war.

Straeten sucht die Herausforderung in Innovationen, ohne dass Dirigent Guido Gornig von seinem Postulat abweicht: nicht auf Kosten der Musik. So fehlte es auch jetzt nicht an Beweisen für die Prioritäten. Darunter waren echte Neuentdeckungen wie die vier Griechenland-Idyllen „Prochytas” eines Italieners, der für gewöhnlich nur Sinn hat für sein Heimatland.

Die Niederländer sind bekanntlich Menschen, die sehr empfänglich sind für „Außeneindrücke”. Jacob de Haan zeichnet sich damit besonders aus. Seine „Wilten Festival Ouvertüre” bzw. „Monterosi” waren pittoreske klangliche Annäherungen an den immer wieder verlockenden Süden. Es blieb nicht dabei. Schließlich ist Frankreich auch nicht ohne, namentlich Paris und der Montmartre.

Glenn Miller und Klezmer Miniaturen rundeten das Programm ab. Ruhe und Zeit braucht man beim Speisen. So wurde der Abend lang und länger. Trotzdem ging nicht die Lust daran aus.
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