Erkelenz - Musikfreunde: Orgelfahrt des Fördervereins „Kontrapunkt”

Musikfreunde: Orgelfahrt des Fördervereins „Kontrapunkt”

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Die herrliche Barockorgel in Eckenhagen ist voller Schnitzereien.

Erkelenz. Die erste Station der Orgelfahrt des Fördervereins „Kontrapunkt” war Bensberg. Direkt vor der Pfarrkirche St. Nikolaus wurden die Musikfreunde abgesetzt. Hier erwartete die Gruppe die große Rieger-Orgel, die schon vom Prospekt her den Besucher in ihren Bann zog.

Ein Instrument, welches im Rückraum der Kirche so dominierend wirkt, dass während der einführenden Worte des örtlichen Kantors Ludwig Goßner etliche der Anwesenden ihm den Rücken zuwandten, um die Orgel zu bestaunen.

Das anschließende Konzert dieser modernen Orgel wurde vom Erkelenzer Kantor Stefan Emanuel Knauer bravourös vorgetragen. Der Kantor wählte für seinen Vortrag französische Komponisten wie Eugène Gigout und Pierre Chochereau oder Léon Boellmann. Als nächstes wurde nun Altenberg und dort natürlich der Altenberger Dom angesteuert.

Gerade in den letzten Tagen wurde viel über die Festwoche „750 Jahre Grundsteinlegung” dieser interessanten Simultankirche berichtet. Der Dom in seiner schlichten Einfachheit wurde von den Zisterziensern gebaut. Die Domführung verwies nachhaltig auf die Schlichtheit des Kirchenraumes und auf die Philosophie der Zisterzienser von Beten und Arbeiten ohne störendes Beiwerk.

Dann aber stand die große Klais-Orgel im Mittelpunkt des Interesses. Das Instrument passt sich, trotz der gewaltigen Ausmaße, elegant in das rechte Seitenschiff der Kirche ein. Ein reichhaltiges Angebot an Registern mit unvorstellbaren Variationsmöglichkeiten zeichnet dieses Instrument aus. Dann folgte ein Konzert von Kantor Stefan Emanuel Knauer und seinem Assistenten Manfred Bühl.

Dabei wurden Komponisten wie Craig Sellar Lang, Franz Liszt und Michael Burkhardt gewählt, die mit ihren Werken die beschriebene Vielfalt der großen Klais-Orgel demonstrierten. Eine dieser Kompositionen von Michael Burkhardt fand besonderes Interesse bei den Musikfreunden. Hierbei handelte es sich um Variationen über den Choral „Lobe den Herren” für vier Hände und vier Füße.

Die beiden Akteure legten dabei ein wahres Feuerwerk an Virtuosität an den Tag, dem die Zuhörer nicht nur akustisch sondern auch optisch folgen konnten, da das Konzert von dem elektrisch gesteuert, entfernten Spieltisch im Kirchenraum vorgetragen wurde. Dabei konnten die Orgelfreunde den Organisten direkt auf die Finger und auch auf die Füße schauen.

Nach der Mittagspause wurde das letzte Ziel der Orgeltour angefahren: Eckenhagen. In dem kleinen Ort verbirgt sich ein im wahrsten Sinne des Wortes Kleinod an Orgel. In der Evangelischen Kirche Eckenhagen steht eine Barockorgel, die sich weitgehend auf die Original-Disposition des damaligen Orgelbauers Johann Christian Kleine stützt.

Eine umfangreiche Restaurierung in den Jahren 2005 bis 2008 diente dazu, den Originalcharakter des Instrumentes wieder herzustellen. Der Prospekt des wunderbar erhaltenen Instrumentes ist durch verspielt dargestellte Figuren und anderweitige Schnitzereien umrahmt, wie sie eben im Barock gang und gäbe waren.

Der sonderbar versteckte Spieltisch inmitten der Orgel lässt den Organisten direkten Anteil an seinem Spiel nehmen. Das für diese Orgel vorgesehene Konzert hatte der Kantor Stefan Emanuel Knauer natürlich perfekt auf die Entstehungszeit der Orgel abgestimmt. Als Komponist für die anschließenden Werke konnte nur Johann Sebastian Bach in Frage kommen. Den Zuhörern bot sich wiederum eine hervorragende Darbietung der Orgel und der gewählten Konzertstücke. Es traten dabei ganz deutlich die Unterschiede zwischen der Barockorgel und den modernen Instrumenten hervor.
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