Wassenberg - Müll in Recyclinganlage brennt: Feuerwehr im Großeinsatz

Müll in Recyclinganlage brennt: Feuerwehr im Großeinsatz

Von: Petra Wolters
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Beim Großbrand in einer Recyclinganlage im Wassenberger Gewerbegebiet Forst waren am Samstagabend alle Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr Wassenberg im Einsatz. In der Anlage brannten rund 150 Kubikmeter Abfälle und Wertstoffe. Foto: Petra Wolters

Wassenberg. Am Morgen hatten in Oberbruch viele von ihnen ihre Leistungsfähigkeit bei einer Übung noch unter Beweis gestellt. Am frühen Samstagabend wurde es dann ernst für die Feuerwehrleute der Löschgruppe Wassenberg.

In der Müllsortieranlage des Entsorgungsunternehmens Schönmackers an der Lothforster Straße waren gegen 18.30 Uhr rund 300 Kubikmeter lose aufgeschütteter Müll in Brand geraten.

Aufgrund der bereits von weitem sichtbaren, hohen Rauchsäule über dem im Gewerbegebiet Forst seien dann auch alle übrigen fünf Löschgruppen im Stadtgebiet Wassenberg sofort alarmiert worden, berichtete Claus Vaehsen, stellvertretender Wehrleiter der Freiwilligen Feuerwehr Wassenberg. Die Löschgruppe Ophoven verlegte in kürzester Zeit eine mehr als einen Kilometer lange Saugleitung an den nahegelegenen Baggersee. Hilfe kam zudem mit der Drehleiter aus Hückelhoven und später noch mit Feuerwehrkameraden aus Wegberg und Wildenrath.

Rund 150 Kubikmeter Abfälle und Wertstoffe waren in der Halle der Anlage in Brand geraten. Nach zwei Stunden Löschangriff mit Wasser wurden dann rund 4000 Liter Schaumlöschmittel eingesetzt und der Brand damit unter Kontrolle gebracht. Anschließend wurde das gesamte Abfallmaterial mit Hilfe von einem Bagger und zwei Radladern noch in der Nacht und am Sonntagmorgen aus der Halle heraus gefahren und auf dem Hof der Anlage vollständig gelöscht. Einen der beiden Radlader stellte das Technische Hilfswerk.

Seine Mitglieder engagierten sich zudem mit Atemschutz als Fahrer von Bagger und Radladern. Weitere Unterstützung kam von der Versorgungseinheit des Deutschen Roten Kreuzes, die in der Nacht und am Sonntagmorgen für die Verpflegung der Einsatzkräfte sorgte, deren Zahl am Abend bis auf über 100 anstieg.

Große Sorgen machten den Einsatzleitern während des Einsatzes vor allem ein Tank mit 800 Litern Öl in der Hydraulikpresse der Anlage und mehrere Gasflaschen in der Halle. Und vor allem die große Rauchentwicklung: In Krafeld wurde die Bevölkerung gebeten, Fenster und Türen zu schließen. Luftmessungen erfolgten bis nach Effeld und Karken.

Bei dem Brand wurden Phosgen-Werte gemessen, die über dem Grenzwert lagen sowie Salzsäure und Blausäure in geringen Spuren - allerdings nur in der Halle und in der unmittelbaren Umgebung der Halle, wie Vaehsen versicherte.

„Eine Gefahr für die Bevölkerung hat zu keinem Zeitpunkt bestanden”, sagt Vaehsen. Der Einsatz dauerte noch bis zum späten Sonntagvormittag an. In einer ersten Schätzung sprach die Polizei von einem Sachschaden in Höhe von „cirka 300.000 Euro”. Der Brandort wurde beschlagnahmt; die Ermittlungen hinsichtlich der Brandursache dauern an.
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