Modellprojekt Altenpflege: Ein Beruf mit Zukunft

Von: mabie
Letzte Aktualisierung:
10278900.jpg
Das Altenheim Burg Trips in Geilenkirchen war Schauplatz der Abschlussveranstaltung zum Modellprojekt „Ausbildungsunterstützung für besondere Zielgruppen in der Altenpflege im Kreis Heinsberg“. Foto: Markus Bienwald
10278913.jpg
Pflegefachmann Franz-Josef Stoffer aus Köln forderte in seinem Vortrag zu mehr Selbstbewusstsein in den Pflegeberufen auf. Foto: Bienwald

Kreis Heinsberg. Wird Hanno Frenken vom Franziskusheim in Geilenkirchen gefragt, was für ihn vom Modellprojekt „Ausbildungsunterstützung für besondere Zielgruppen in der Altenpflege im Kreis Heinsberg“ in Erinnerung bleibt, ist es vor allem viel Arbeit.

„Wir müssen viel mehr für die Menschen tun, die andere ausbilden und entwickeln sollen“, sagte er mit Blick auf die „Ausbildungsoffensive Altenpflege Heinsberg“. Als Gastgeber der Abschlussveranstaltung zum Modellprojekt freute er sich gemeinsam mit Bernd Bogert von den St.-Gereon- Seniorendiensten aus Hückelhoven-Brachelen und Moderator Dr. Paul Fuchs-Fronhofen von der Forschungs-, Beratungs- und Qualifizierungseinrichtung MA&T Sell und Partner (Würselen) über rund 40 Teilnehmer, die sich im Geilenkirchener Altenheim Burg Trips einen Tag lang anhand von vielen Beispielen mit der Frage beschäftigten, wie Ausbildung in der Altenpflege interessanter gemacht und dargestellt werden kann.

So gibt es beispielsweise im Franziskusheim einmal wöchentlich einen zweistündigen, ergänzenden Unterricht für die Auszubildenden. „Sprache und Kommunikation werden von einer Pflegefachkraft unterrichtet, die im Vorfeld ihrer Ausbildung Deutsch auf Lehramt studierte“, erläuterte Melanie Jordans von der Geilenkirchener Einrichtung. Dadurch könnten Themen für den konkreten Pflegealltag, wie beispielsweise Patientenplanung oder Gespräche mit Angehörigen, aber auch mit Ärzten, vorab besser vorbereitet werden. Doch Kommunikation ist nur eine Seite dieser zusätzlichen Lernangebote. „Die Themen variieren von Anatomie bis Demenz, wobei uns auch ein Intensivpfleger mit langjähriger Berufserfahrung unterstützt“, so Jordans weiter.

Am Beispiel St. Gereon Brachelen erläuterte Manuela Garbrecht die Notwendigkeit der Ausbildungskoordinatoren. „Sie sind die Verbindungsstelle zwischen Auszubildenden, Praxisanleitern und Pflegedienstleitung“, sagte Garbrecht. Damit würden die Auszubildenden sich nicht nur ernst genommen fühlen, auch für die Anleiter sei es von Vorteil, wenn sie von den administrativen Aufgaben entkoppelt arbeiten könnten. Und wer noch ein wenig Motivation oder auch ein persönliches Resümee der Arbeit in der Altenpflege brauchte, für den war der launische Vortrag von Franz-Josef Stoffer aus Köln das Richtige. Der frühere Geschäftsführer der Kölner Caritas-Betriebsführungs- und Trägergesellschaft (CBT) und heutige selbständige Berater legte in eindrucksvollen und praxisbezogenen Worten dar, wie wichtig die innere Haltung in der Altenpflege sei.

„Die Altenpflege hat viel zu bieten“, sagte er. „Sie ist sinnstiftende und sinnhafte Arbeit und ein Beruf mit bester Zukunft.“ Als attraktives Arbeitsfeld könnten sich engagierte Absolventen ihren Arbeitgeber beinahe aussuchen. Allerdings zeigte Stoffer auch deutlich, was er von Gleichmacherei und Bewertungszwängen beispielsweise in Sachen Qualitätskontrolle hält. Mit Blick auf den Pflege-TÜV sprach er von einer fatalen Entwicklung, denn Prüfergebnisse würden Empathie, Zuwendung und Mitmenschlichkeit in einer Einrichtung nicht wiedergeben. Für Stoffer ging die Gleichung Pflegequalität gleich Lebensqualität nicht auf, ganz im Gegenteil. „Denn Pflege ist ein dialogisches Geschehen, dass sich nicht evaluieren und kontrollieren lässt“, schloss er.

Und schließlich seien Bewohner und Patienten die wichtigsten Menschen im Unternehmen, ihre Zufriedenheit definiere Qualität, „nicht eine Zertifizierungsplakette an der Wand“. Und darum sei es auch wichtig, selbstbewusst zu sein in allen Berufen der Altenpflege. „Wir müssen die jammernde Opferrolle ablegen, denn Pflege ist eine überaus wichtige Tätigkeit“, betonte Stoffer, der im Gegenzug aber auch eine gerechte Entlohnung der täglich intensiven Arbeit in der Pflege forderte.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert