Gangelt - Modell-Eisenbahn-Freunde Gangelt zeigen ihre große kleine Welt

Modell-Eisenbahn-Freunde Gangelt zeigen ihre große kleine Welt

Von: Jan Mönch
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Oldtimertreff am Bahngleis: Nicht nur Züge, sondern so ziemlich alles, was Räder hat, wird in der alten Bürgerhalle geschätzt. Fotos (7): Jan Mönch Foto: Jan Mönch
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Sie sind mit Begeisterung dabei: Sven Küppers (links) und Leo Louis in der Bürgerhalle Langbroich. Foto: Jan Mönch
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Oldtimertreff am Bahngleis: Nicht nur Züge, sondern so ziemlich alles, was Räder hat, wird in der alten Bürgerhalle geschätzt. Fotos (7): Jan Mönch Foto: Jan Mönch
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E Dass die Clubmitglieder ihre Loks und Waggons liebevoll pflegen, ist klar. Manchmal werden sie aber auch nachträglich eingesaut, so wie dieser Tankwaggon. Ein Pinsel oder eine Airbrush-Pistole reichen für diesen Zweck aus. Es soll ja schließlich all
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Oldtimertreff am Bahngleis: Nicht nur Züge, sondern so ziemlich alles, was Räder hat, wird in der alten Bürgerhalle geschätzt. Foto: Jan Mönch
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E Dass die Clubmitglieder ihre Loks und Waggons liebevoll pflegen, ist klar. Manchmal werden sie aber auch nachträglich eingesaut, so wie dieser Tankwaggon. Ein Pinsel oder eine Airbrush-Pistole reichen für diesen Zweck aus. Es soll ja schließlich all

Gangelt. Ja, man darf ruhig Spielzeug sagen. Da sind Leo Louis und Sven Küppers großzügig. Dabei könnte man fragen, ob es nicht doch ganz große Kunst ist, was die beiden mit an die 30 weiteren Vereinsmitgliedern in der ehemaligen Bürgerhalle Langbroich auf die Beine stellen.

Fest steht: Es braucht Kreativität, Fingerfertigkeit und eine Menge Geduld, um sich bei den Modell-Eisenbahn-Freunden Gangelt einzubringen. Denn anders lässt sich die große, weite Welt nicht auf einer Fläche von 300 Quadratmetern unterbringen.

Genau das aber gelingt dem Verein, und das – Kunst hin oder her – geradezu spielerisch. Am Bahnsteig haben die Tüftler eine Gruppe junger Männer mit Bierkasten platziert. Unweit des Bahnhofs staut sich eine Schlange vor einer Telefonzelle, wo wohl jemand ein Dauertelefonat führt. Und fernab der Gleise kommen Rettungskräfte den Insassen eines Sportflugzeugs zu Hilfe, das unsanft in einer Baumkrone gelandet ist. Die Feuerwehrfahrzeuge müssen hierzu den riesigen Schrottplatz in Beschlag nehmen, wild blinkt das Blaulicht. Selbst für einen Truppenübungsplatz fanden die Vereinsmitglieder Platz. Das Wichtigste sind natürlich die Züge. Prunkstück ist ein ICE in Originallänge – gemeint ist die Anzahl der Waggons –, der seine Kreise durch die Bürgerhalle zieht. Ein stolzer Anblick.

Der Vereinsvorsitzende Leo Louis war vor seiner Pensionierung Werkmeister bei der Deutschen Bahn, hat also sozusagen seinen Beruf zum Hobby gemacht. Sven Küpper ist bei den Modell-Eisenbahn-Freunden Hausmeister, also am häufigsten in der ehemaligen Bürgerhalle anzutreffen.

Er bezeichnet sich auch scherzhaft als Landschaftsplaner. Denn zu der Vereinsanlage hat er eine Menge beigesteuert. Der Schrottplatz beispielsweise ist sein Werk. Weißleim mit Wasser und Spülmittel sorgen dafür, dass Metallspäne bombenfest zusammenkleben, ohne dass der Leim zu erkennen ist. In der Miniaturwelt bilden die Späne so imposante Schrotthaufen. Und einem Wolf, der durch ein Waldstück zieht, hat Küppers sogar rot glühende Augen verpasst. Zwei einzelne Glasfasern, die durch das maximal einen Zentimeter kleine Tierchen hindurchgefriemelt wurden, machen es möglich. Wie gesagt: Geduld ist die vielleicht wichtigste Tugend eines Modelleisenbahnbauers.

Das versuchen die Älteren unter den Eisenbahn-Freunden Gangelt auch den Jüngeren zu vermitteln. Regelmäßig findet daher – neben den wöchentlichen Club-Abenden – auch das Basteln und Werkeln mit der Jugendgruppe statt. Einige große Talente haben Louis und Küppers bereits ausgemacht. Zum Beweis zeigen sie eine kleinere, private Anlage, die der großen Vereinsanlage in Sachen Detailverliebtheit kaum nachsteht. Erst elf oder zwölf Jahre alt sei der Junge, der sie gebaut hat, berichtet Louis. Die jungen Leute interessierten sich durchaus noch für Hobbys abseits des Computers. „Man muss sie nur zu begeistern wissen.“ Dass das mit der Miniaturwelt in der alten Bürgerhalle funktioniert, glaubt man aufs Wort.

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