Mittelstandsvereinigung muss Extrarunde drehen

Von: Anna Petra Thomas
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Kreis Heinsberg. Gerade einmal eine Stunde war sie alt, die Versammlung der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung in der CDU des Kreises Heinsberg in der Kreisgeschäftsstelle in Heinsberg, da war sie auch schon wieder vorbei. Und die auf der Tagesordnung angekündigten Neuwahlen hatten gar nicht erst stattgefunden.

Vorsitzender Jürgen Hohnen hatte zunächst im Kreise von gerade mal zehn Teilnehmern Rückblick gehalten auf eine Veranstaltung zum Thema digitale Medien mit einer Kommunikationsagentur und seinen Besuch bei einer Landestagung.

Schon dabei machte er deutlich, dass es der Vereinigung an Zulauf fehlt. In Heinsberg gebe es zwar sehr viele mittelständische Betriebe, erklärte Hohnen. „Die haben alles, aber keine Zeit!“ Und doch seien sie ein riesengroßes Potenzial für christlich-demokratische Politik.

Bei einem Besuch in Berlin habe er den Bundesvorsitzenden Carsten Linnemann angesprochen zwecks eines Besuchs im Kreis Heinsberg. Ansonsten plane er derzeit aufgrund der geringen Mitgliederzahl keine Veranstaltung mit Referenten. Um neue Mitglieder zu gewinnen, gelte es die drei im Kreis Heinsberg aktiven Unternehmensnetzwerke anzusprechen, so Hohnen weiter. Die Unternehmer seien jedoch eher bereit, sich morgens zu treffen als abends, fügte er aus seiner Erfahrung hinzu.

Erste Kritik handelte sich der Vorsitzende beim Kassenbericht von Kurt Eversheim ein, der eine gesunkene Mitgliederzahl von 58 in 2014 auf aktuell 44 vermeldete. „Wir haben uns in den letzten zwei Jahren kein einziges Mal getroffen!“, bemängelte er. „Was ist passiert? Nichts!“, gab er sich selbst die Antwort. Nicht einmal eine Vorstandssitzung vor der Versammlung mit Neuwahlen habe es gegeben. „Muss da nicht mal vorher eine Vorstandsversammlung stattfinden?!“ Vereinbart worden seien vier Vorstandssitzungen pro Jahr. „Lebt die Vereinigung noch, oder haben wir einen Alleinunterhalter da sitzen?“, fragte Eversheim in die Runde.

CDU-Kreisvorsitzender und Landtagsabgeordneter Bernd Krückel schlug in dieselbe Kerbe. Er habe im Vorfeld der Versammlung gleich drei Anrufe erhalten mit der Frage, ob es vor Neuwahlen nicht eine Vorstandsversammlung zwecks Vorbereitung geben müsse. „Die Kernpositionen müssen doch perspektivisch besetzt sein, bevor man in eine solche Versammlung hineingeht“, kritisierte er an Hohnen gewandt.

„Die Vorstandsmitglieder haben das Recht, regelmäßig zusammengerufen zu werden. Vier Mal im Jahr ist schon nicht ganz üppig“, meldete sich da auch der stellvertretende CDU-Kreisvorsitzende Hanno Kehren zu Wort. Umgekehrt sei Hohnen auch in keiner Kreisvorstandssitzung vertreten gewesen, fügte Krückel hinzu. „Das muss ein Wechselspiel sein.“ Hohnen gab sich kleinlaut: „Das kann ich nachvollziehen.“

Zu Wahlen kam es also erst einmal nicht. Für Mittwoch, 19. August, um 19.30 Uhr sind jetzt die aktuellen Vorstandsmitglieder und alle weiteren Mitglieder zu einer neuen Versammlung eingeladen, in der die weitere Zukunft der Vereinigung besprochen werden soll. Neuwahlen sollen dann voraussichtlich am Dienstag, 1. September, ebenfalls um 19.30 Uhr in der Geschäftsstelle stattfinden.

Kreisvorsitzender Bernd Krückel selbst hat sich zur Aufgabe gemacht, bis zu den Neuwahlen die Basis zu schaffen mit einem neuen „Kompetenzteam“ innerhalb der Vereinigung. Ansonsten werde ein Potenzial verspielt mit der Gefahr, „dass andere es besetzen“, appellierte auch Hans-Georg Minkenberg, Geschäftsführer der Vereinigung, an Reaktivierung und Neuwahl.

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