Mittelstand der Union formiert sich neu

Von: anna
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Der neue Vorstand der Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung wird vom Vorsitzenden Ullrich von Harnier (Bildmitte) angeführt. Foto: Anna Petra Thomas

Kreis Heinsberg. Im zweiten Anlauf hat die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung im CDU-Kreisverband Heinsberg einen neuen Vorsitzenden gefunden: Er heißt Ullrich von Harnier. Bei der ersten Versammlung im Juli hatten die angekündigten Neuwahlen erst gar nicht stattgefunden aufgrund der Kritik am bisherigen Vorsitzenden Jürgen Hohnen.

Dort war ihm unter anderem vorgeworfen worden, vor der Versammlung mit Neuwahlen nicht einmal eine Vorstandssitzung einberufen zu haben. Schon damals hatte Hohnen die Kritik angenommen. „Das war nicht die Welt“, wiederholte er jetzt mit Blick auf die gerade einmal zwei durchgeführten Veranstaltungen für die Mitglieder in der zurückliegenden, zweijährigen Amtsperiode. „Ich werde nicht mehr kandidieren“, erklärte er. Erst kurz zuvor hatte eine Etage tiefer ein Gremium, dem auch der CDU-Kreisvorsitzende Bernd Krückel und sein Stellvertreter Dr. Hanno Kehren angehörten, Kandidatenvorschläge erörtert, sodass die Mitglieder frisch kopierte Wahlzettel mit handschriftlich eingefügten Namen erhielten.

„Interessierte haben sich zusammengesetzt und einen Gruppenvorschlag erarbeitet“, erklärte ­Krückel als Versammlungsleiter bei der Vorstellung der Kandidaten. Die 13 stimmberechtigten Mitglieder entschieden sich danach zunächst mit 13 Ja-Stimmen für Ullrich von Harnier als neuem Vorsitzenden. Der neue Vorsitzende ist Diplom-Kaufmann, hat nach einer Ausbildung zum technischen Offizier der Bundeswehr sein Studium an der Universität der Bundeswehr in Hamburg absolviert. Nach seiner Bundeswehrzeit war er zunächst in einem Pharmakonzern tätig, danach kurz in einem Unternehmen für Biotechnologie und zuletzt in einem großen Medienkonzern.

Seit fünf Jahren ist er als Berater für mittelständische Unternehmen tätig. Vor einem Jahr ist von Harnier, zu dessen Familie seine Frau und zwei Töchter gehören, nach Erkelenz-Gerderath gezogen. Seine Frau stammt aus dem Kreis Heinsberg. „Ich bin hierher zurückgezogen, weil sich hier unheimlich viel tut“, erklärte der 49-Jährige mit Blick auf die wirtschaftliche Situation im Kreis Heinsberg. Er wolle künftig hier im Kreis Heinsberg Unternehmen unterstützen, sie zusammenbringen, für Kommunikation sorgen.

Zum Stellvertreter Harniers wählte die Versammlung den bisherigen Vorsitzenden Jürgen Hohnen mit zehn Ja- und einer Neinstimme bei zwei Enthaltungen. „Ich denke, wir werden hier ein bisschen Schwung reinkriegen“, erklärte Kurt Eversheim nach seiner Wiederwahl zum Schatzmeister mit zwölf Ja- und einer Nein-Stimme. Neuer Geschäftsführer ist Stefan Jüttner mit elf Ja- und einer Nein-Stimme bei einer Enthaltung. Als Beisitzer fungieren neben Mustafa Uslu und Maria Schmitz auch Bernd Krückel und Hanno Kehren. „Es ist auch unser Anliegen, die Mittelstands- und Wirtschaftsvereinigung wieder auf die Beine zu stellen“, erklärte Krückel.

In den Zählpausen drehte sich die Diskussion um die aktuelle Flüchtlingsproblematik. Mit Sorge blickte Krückel auf die jetzt beginnenden Haushaltsberatungen in den Kommunen. „Die Situation wird konkret, wenn im Haushalt für 2016 die Flüchtlingskosten abgebildet werden müssen“, sagte er. In der Vorlage des Gemeindefinanzierungsgesetzes, das an diesem Donnerstag zusammen mit dem Landeshaushalt 2016 in den Landtag eingebracht werde, sei abzusehen, dass gerade einmal 22 Prozent der Flüchtlingskosten vom Land übernommen würden. Den Rest müssten die Kommunen selbst tragen. Rund 75 Prozent der Kosten würden also bei den Kommunen hängenbleiben.

Wenn diese nicht durch andere Einnahmen finanzierbar seien, müsse an anderer Stelle gekürzt werden oder die Steuern müssten erhöht werden. „Wenn wir erklären müssen, dass Grundsteuer und Gewerbesteuer erhöht werden müssen, hört das Verständnis auf“, blickte Krückel sorgenvoll in die Zukunft. Krückel machte in diesem Zusammenhang auch deutlich, dass ein Großteil der Gelder, die für die Unterstützung der Flüchtlinge vom Bund zur Verfügung gestellt werde, beim Land hängen bleiben würden. Die Probleme hätten die Stadtstaaten nicht.

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