Mit viel Energie in den Wettbewerb starten

Von: Markus Bienwald
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Alle Akteure der Auftaktveranstaltung im Überblick: Landrat Stephan Pusch, Frank Sodermanns, Fahrlehrerin Cornelia Schiefer, Elteba-Geschäftsführer Christoph Speis, Moderator Thorsten Pracht, Elteba-Geschäftsführer Guido Randerath, Havva Coskun-Dogan von der AGIT und Iris Wilhelmi vom Verein DigitalHUB Aachen (v.l.) Foto: Markus Bienwald
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An der Ballkanone mit Ergometerantrieb probte auch Landrat Stephan Pusch, wie sich selbst erzeugte Energie zielgerecht einsetzen lässt. Foto: Markus Bienwald
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Heike Krier beantwortete aus San Diego die Fragen von Moderator Thorsten Pracht. Foto: Markus Bienwald

Kreis Heinsberg. „Energie“ ist die Überschrift der nächsten Runde der AC²-Wettbewerbe. Wie sich diese Energie auswirken kann, erfuhr nicht nur Landrat Stephan Pusch, der am Ende der Auftaktveranstaltung am Mittwochabend bei der Firma Elteba eine Ballkanone bedienen durfte. Die musste Pusch über ein Ergometer selbst aufladen.

Eigentlich war mit diesem Gerät aus der Werkstatt des Übach-Palenberger Textilmaschinenherstellers Saurer.Schlafhorst schon die Essenz der Initiative vorweggenommen.

AC² gliedert sich in zwei Wettbewerbe für Gründer sowie für bestehende Unternehmen, die wachsen wollen. Für beide ist die Teilnahme kostenlos. Wer mitmacht, erhält von der Gründerregion, zu deren Trägern auch der Kreis Heinsberg gehört, eine Menge Beratung.

Heike Krier, Geschäftsführerin der Gründerregion Aachen, stellte den Ablauf der Wettbewerbe vor. Sie weilt derzeit in San Diego und war per „Telepräsenzroboter“ live aus Kalifornien zugeschaltet. „Ich habe ja mit meinen 40 Jahren schon viel erlebt, aber das ist auch für mich neu“, sagte Thorsten Pracht, Moderator des Abends und Redakteur unserer Zeitung.

Krier betonte, wie wichtig es für Unternehmer sei, sich nicht nur in Gründungsphase ausreichend beraten zu lassen und Netzwerke zu spinnen. „Es ist nicht immer ein Picknick, einen Businessplan zu erstellen“, gab sie zu bedenken. Hierbei könnten die im Rahmen der Initiative AC² ehrenamtlich tätigen Coaches wertvolle Helfer sein.

Neben der intensiven Begleitung nicht nur für Gründer, sondern auch für Unternehmen, die schon länger am Markt sind, sei auch das Netzwerk der Unternehmer untereinander nicht zu vernachlässigen. Bei den anstehenden insgesamt fünf Gründer-, sechs Wachstums- und zwei Innovationsabenden im Rahmen von AC² gehe es nicht nur ums Zuhören, schloss Krier, „es geht auch darum, sich selbst auch ins Netz zu bringen“.

Dabei helfen können Einrichtungen wie die AGIT (Aachener Gesellschaft für Innovation und Technologietransfer) oder der Verein „DigitalHUB“ Aachen. „Von der Idee bis zur unternehmerischen Umsetzung kann es ein weiter Schritt sein“, betonte Havva Coskun-Dogan von der AGIT.

Dass dies gerade vor dem Hintergrund der fortschreitenden Digitalisierung ein Thema ist, hob Iris Wilhelmi von „DigitalHUB“ hervor. „Wir müssen uns alle überlegen, wie wir künftig an die Kunden herankommen“, sagte sie, wobei es ihr nicht nur um verbesserte Prozessabläufe, sondern auch um Wertschöpfung aus der Digitalisierung ging.

Dass es sich für gestandene Unternehmen lohnt, noch einmal ihre Geschäftsmodelle zu überdenken, und vielleicht längst in der Schublade verschwundene Ideen zu verwirklichen, zeigte das Beispiel von Guido Randerath vom Gastgeber Elteba. Wie schon sein Co-Geschäftsführer Christoph Speis bei der Firmenvorstellung zu Beginn des Abends aufzeigte, kann sich auch ein etabliertes Unternehmen über das Programm von AC² entscheidend weiterentwickeln. Dabei stand die Teilnahme am Wachstumspreis im Rahmen der Initiative zunächst gar nicht auf dem Programm.

„Ich habe erstmal gesagt, dass ich dafür keine Zeit habe“, sagte Randerath ganz offen. Eine zweite Beschäftigung mit dem Gedanken führte allerdings zu der Idee, die lange geplante, aber nie verwirklichte flexible Serienfertigung von Schaltschränken zu verwirklichen. „Durch AC² haben wir noch mal einen Anschub bekommen, um unsere Ideen zu perfektionieren“, so Randerath, dessen Unternehmen seine Produktionsfläche im letzten Jahrzehnt vervierfacht hat. Ein Motor dahinter war auch, so schloss er, der große Pool an Wissen und das Netzwerk, das bei AC² zur Verfügung steht.

Davon profitierten auch Cornelia Schiefer mit ihrer Fahrschule und Frank Sodermanns, der sich als Anbieter von Fahrzeugumbauten für Menschen mit Behinderung einen Namen gemacht hat. Schiefer bietet insbesondere für solche Menschen mit Handicap ihre Dienste als Fahrlehrerin an. Gerade so jemanden suchte Frank Sodermanns. Der Kontakt kam über AC² zustande, beide sind seit einigen Jahren Partner.

Keiner der Unternehmer verschwieg, dass die Teilnahme mit viel Zeit verbunden war. „Aber genau diese Zeit sollte man sich nehmen, um das Unternehmen zu entwickeln“, schloss Guido Randerath, der gerade Gründern ins Buch schrieb, dass Mitmachen und Durchhalten zwei wesentliche Erfolgsfaktoren sind. „Wirksame Pressepräsenz, das Preisgeld, aber vor allem guten Strukturen und fachliche Beratung“, machte Landrat Pusch als herausragende Merkmale von AC² aus.

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